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Einführung der Sommerzeit - Wissenswertes

Immer am letzten Sonntag im März wird die Uhr eine Stunde vorgestellt: Die Nacht ist um eine Stunde verkürzt - wir leben in der "Sommerzeit". Seit wann und aus welchen Gründen wurde die "Sommerzeit" eingeführt? Noch immer scheiden sich die Geister am Sinn oder Unsinn der Einführung der Sommerzeit.

Sommerzeit: eine Stunde früher aufstehen
Sommerzeit: eine Stunde früher aufstehen © Diana_Mohr / Pixelio

Sommerzeit - keine neue Erfindung

  • Bereits 1784 beschäftigte sich Benjamin Franklin in einem Aufsatz damit, wie man die Zeit des Tageslichtes besser ausnutzen könnte. Aber erst 1907 wurde das Thema wieder aufgegriffen. Diesmal war es ein Engländer, der sich damit befasste. Ein erster Anlauf, die Sommerzeit einzuführen, scheiterte 1908 an der Ablehnung im Britischen Unterhaus.
  • 1916 war es dann so weit: Deutschland führte die Sommerzeit ein - England und Irland folgten gleich darauf. Und so gab es bis 1949 in Deutschland Sommer- und Winterzeit. Das änderte sich in den Jahren von 1950 bis 1979 wieder: In diesen Jahren gab es keinen Zeitunterschied zwischen Sommer und Winter.
  • Erst mit dem Zeitgesetz von 1978 wurde für das Jahr 1980 die Wiedereinführung der Sommerzeit beschlossen. Der Grund dafür bestand unter anderem darin, dass in den Nachbarländern Deutschlands die Sommerzeit galt.

Regelungen der Sommerzeit

  • Der Beginn und das Ende der Zeitumstellung auf die Sommerzeit ist durch Verordnungen geregelt: Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März. Um 2 Uhr stellt man die Uhren um eine Stunde vor. Die Nacht verkürzt sich dadurch um eine Stunde. Am letzten Sonntag im Oktober geht es dann wieder zurück in die Normalzeit/Winterzeit: Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr wird zweimal gerechnet - die erste Stunde zwischen 2 und 3 wird als 2 A bezeichnet, die Zweite als 2 B. Die Nacht verlängert sich also de facto um eine Stunde. 
  • Alle EU-Länder sind dieser Regelung angeschlossen und auch die osteuropäischen Länder haben sich auf die Sommerzeit festgelegt.
  • Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass am auf die Zeitumstellung (Sommerzeit) folgenden Montag mehr Verkehrsunfälle gezählt werden, als an normalen Montagen. Der Körper hat häufig Schwierigkeiten, sich auf die Sommerzeit umzustellen, weil der Schlafrhythmus sich dadurch verändert. Besonders sensible und gesundheitlich labile Menschen leiden unter der Umstellung.

Einführung der Sommerzeit - Sinn oder Unsinn

  • Begründet wird die Maßnahme der Einführung der Sommerzeit durch den Wunsch, das Tageslicht so gewinnbringend als möglich auszunutzen. Allerdings ist der ökonomische Gewinn mittlerweile widerlegt.
  • Es wird zwar weniger Energie für Beleuchtung verbraucht, dafür stehen die Menschen aber in den noch kalten Monaten früher auf und verbrauchen die scheinbar für das Licht eingesparte Energie - und mehr als das - z. B. für Heizung. Untersuchungen haben ergeben, dass der Energieverbrauch durch die Einführung der Sommerzeit sogar höher ist. Das ursprüngliche Argument, das zur Einführung der Sommerzeit herangezogen wurde - auch im Nachklang der Energiekrise in den 70er Jahren - greift also nicht.
  • Bedenklich und problematisch ist die Umstellung auf die Sommerzeit nicht nur bei gesundheitlich labilen Menschen: Auch bei Schichtarbeitern macht sie sich bemerkbar.
  • Neben dem Vorteil, einer weitgehend gleichen Zeit in Europa gibt es aber auch organisatorische Probleme bei der Zeitumstellung. Die Bahn beispielsweise hat in jedem Jahr arge Probleme, die Zeitumstellung logistisch zu verkraften. Die Fahrpläne sind alle aufeinander abgestimmt - und eine Stunde fehlt. Das führt in manchen Bereichen zu Schwierigkeiten. 
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