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Wüstenrennmaus

Die Wüstenrennmaus ist die am meisten vorzufindende Rennmausart im Zoofachgeschäft. Sie wird bei artgerechter Haltung bis zu fünf Jahre alt.

Wüstenrennmäuse sind scheue Haustiere und gewöhnen sich nur langsam an den Menschen.
Wüstenrennmäuse sind scheue Haustiere und gewöhnen sich nur langsam an den Menschen.

Was Sie benötigen:

  • Käfig
  • Spreu
  • Röhren
  • Wurzeln
  • Äste
  • Schlafhäuschen
  • Futternapf
  • Trinknapf
  • Sandwanne
  • Futter
  • Heu
  • Stroh

Wissenswertes über die Wüstenrennmaus

Die zur Gattung der Meriones unguicalatus gehörende Wüstenrennmaus ist mit den Feldhamstern verwandt. Häufig wird sie als Gerbil bezeichnet. Jedoch unterscheidet sie sich von der eigentlichen Gattung Gerbillus bezüglich der Lebensweise, Herkunft, Haltung und Pflege. Sie ist in der Mongolei und Mandschurei beheimatet und lebt dort in Steppen und Wüstenrandgebieten, wo extreme Witterungsunterschiede herrschen.

Die mongolische Rennmaus weist eine Körpergröße von bis zu 13 Zentimetern auf und besitzt einen Schwanz, der bis zu 11 Zentimeter lang werden kann. Beim Männchen liegt das Körpergewicht bei 130 Gramm, Weibchen sind meist 30 Gramm leichter. Streicheln Sie das Tierchen, bemerken Sie ein kurzes weiches Haarkleid, das eine Unterwolle besitzt und in der Fellfarbe braun und sandfarben vorkommt.

Zur besseren Ausnutzung der Nahrungsinhaltsstoffe betreiben Wüstenrennmäuse Koprophagie. Dazu nehmen sie helle, weiche Kotbällchen, den Blinddarmstuhl, auf. Dieses Verhalten ist auch bei Meerschweinchen und Kaninchen bekannt.

Die als Heimtiere gehaltenen Rennmäuse sind neugierig und anpassungsfähig. Sie leben in Familien in einer hierarchischen Ordnung, wobei sie sich territorial gegenüber Artgenossen verhalten. Die Tiere sind am Tag und in der Nacht aktiv.

Zu den Grundbedürfnissen zählen Kontaktpflege, Erkunden, Futtersuche, Nagen, Graben, Verstecken und Nestbau. Berücksichtigen Sie, dass es bei fehlender Befriedigung zu Verhaltensstörungen, Stressbelastung und Erkrankungen kommen kann.

Von Natur aus sind Wüstenrennmäuse eher scheu und schreckhaft und daher immer fluchtbereit. Sie neigen zur Geräuschempfindlichkeit und sind als Schmusetiere nicht geeignet. Dagegen ist die Haltung für Berufstätige unproblematisch, da eine ständige Beschäftigung mit den Tieren nicht notwendig ist und sie sich mehr zur Beobachtung eignen.

Obwohl die mongolische Rennmaus in einer überwiegend monogamen Partnerbeziehung lebt, ist es möglich, eine Gruppe von zwei bis sieben Tieren zu halten. Dazu eignen sich beispielsweise Geschwistertiere oder ein Muttertier mit Töchtern, aber auch eine Männergruppe von vier bis sechs kastrierten Mäusen.

Die Vergesellschaftung mit unbekannten Tieren kann problematisch sein und muss daher behutsam erfolgen. Berücksichtigen Sie, dass Aggression gegenüber Nichtfamilienmitgliedern und anderen Mäusearten sehr ausgeprägt sein kann. 

Unguiculatus artgerecht unterbringen

​Zur Haltung der mongolischen Rennmäuse eignen sich Gitterkäfige mit einer undurchsichtigen Unterschale, Terrarien oder Eigenbauten. Für zwei Tiere benötigen Sie ein Domizil mit einer Bodenfläche von 1,0 Meter mal 0,5 Meter, die für jede weitere Maus um 25 Prozent erweitert werden muss. Dies erreichen Sie beispielsweise durch mehrere Gehege, die durch Laufröhren miteinander verbunden sind.

Die Käfighöhe von 80 Zentimetern, einschließlich des Gitteraufsatzes, darf nicht unterschritten werden, da die Tiere aus dem Stand ungefähr 30 Zentimeter hoch und einen Meter weit springen können. Außerdem erlaubt die Höhe eine Einstreudicke von 40 Zentimetern, sodass die Mäuse Gangsysteme mit Höhlen anlegen können. 

Als Einstreu eignet sich Kleintierstreu, dass Sie mit Sand, Ton, Heu und Stroh vermischen können. Auch Buchenholzgranulat sowie Hanf- und Flachsstreu wird von der Wüstenrennmaus gerne angenommen.

Zur Stalleinrichtung gehören Röhren aus Holz oder Ton zum Anlegen eines Gangsystems, die einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern haben sollten. Stellen Sie Steine zur Erkundung sowie Baumwurzeln und Rinden zum Benagen zur Verfügung. Dickere Äste dienen als Klettergerüst, aber auch als erhöhter Sitzplatz. Schlafhäuschen aus halbierten Blumentöpfen mit Einschlupf bieten Zuflucht und Schutz vor Kälte sowie Licht. Diese werden von den Tieren mit Heu, Stroh und Küchentüchern ausgepolstert.

Damit die Futter- und Trinknäpfe nicht ein- oder untergraben werden, stellen Sie diese auf eine höhere Ebene. Dies kann beispielsweise ein Brettchen sein, das Sie an den Gitterstäben befestigen und mit Rampen zum Boden des Käfigs verbinden.

Stellen Sie den Käfig an einen teilweise sonnigen Ort bei einer Zimmertemperatur zwischen 15 und 29 Grad Celsius. Achten Sie auf eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 50 Prozent. Obwohl die Tierchen nur wenig Urin produzieren, sollten Sie regelmäßig die Luftzirkulation überprüfen. Verhindern Sie auch, dass Zugluft und plötzlicher Temperaturumschwung die Gesundheit Ihrer Nagetiere beeinträchtigt.

Pflege und Ernährung der Wüstenrennmaus

Die Wüstenrennmaus benötigt zur Fellpflege ein Sandbad. Die Schale sollte einen Durchmesser von ungefähr 20 Zentimetern haben. Befüllen Sie sie nur mit Chinchillasand. Vogelsand ist nicht geeignet, da er scharfkantige Quarzsandanteile enthalten kann.

Da die Haustiere nur wenig Kot und Urin produzieren, müssen Sie den Käfig nur einmal im Monat vollständig säubern. Berücksichtigen Sie, dass die Tiere eine zu häufige Reinigung als belastend empfinden, da sie danach Ihre Umgebung wieder neu einrichten müssen. Dagegen ist die Säuberung der Futter- und Trinknäpfe und das Entfernen von frischen Futterresten täglich durchzuführen.

Obwohl die Nagetiere keine Backentaschen besitzen, zeigen sie häufig ein ausgeprägtes Vorratsverhalten und tragen ihr Futter in den Bau. Sie ernähren sich von Getreidemischungen, Hirsen, Gräser und Kräuter sowie Gemüsestückchen. Fetthaltiges Futter wie beispielsweise Sonnenblumenkerne sollten Sie nur selten anbieten, um eine Verfettung der Tiere zu verhindern.

Tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern, Eiern, Milchprodukten oder Katzenfutter runden das Nahrungsangebot ab. Vergessen Sie nicht, Äste, Zweige und Heu zur Verfügung zu stellen, da die Schneidezähne nachwachsen und abgerieben werden müssen.

Die Pflege der mongolischen Wüstenrennmaus beinhaltet auch die Kontrolle der Gesundheit. Dazu sollten Sie nicht nur das Verhalten sowie die Futter- und Wasseraufnahme beobachten, sondern auch den Kot betrachten. Wiegen Sie die Tierchen wöchentlich und untersuchen Sie gleichzeitig die Krallen, Zähne und den Analbereich. Glänzendes Fell weist auf ein gesundes Haustier hin.

Trotz guter Pflege kann es bei den Unguiculatus zu Infektionen der Atemwege und Augen sowie der Haut und des Magen-Darm-Trakts (Tyzzer's Disease) kommen. Aber auch Parasiten- und Pilzbefall ist bei den Haustieren vorzufinden.

 

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