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Eine WG gründen - das sollten Sie als Student beachten

Die Wohnungsnot zwingt manchen Studenten dazu, eine WG zu gründen. Andere haben Spaß daran. Neben menschlichen Aspekten müssen Sie aber auch einige rechtliche Gegebenheiten berücksichtigen.

Nicht jeder ist WG-tauglich.
Nicht jeder ist WG-tauglich.

Was Sie benötigen:

  • Mitmieter
  • Mietvertrag
  • Hausordnung

Wenn Sie tatsächlich eine WG gründen möchten, steht Ihnen sicherlich eine interessante Lebenserfahrung bevor.

Als Einzelkind in einer WG überleben

  • Sind Sie als Einzelkind aufgewachsen, müssen Sie akzeptieren, mit gleichaltrigen Menschen auf einem relativ engem Raum zusammen zu leben. Stellen Sie sich darauf ein, immer wieder Kompromisse schließen zu müssen und die Gewohnheiten anderer zu akzeptieren. Denken Sie nicht, Sie müssten in einer WG nachholen, was Ihnen als Einzelkind verwehrt war.
  • Im Idealfall kennen Sie die Leute, mit denen Sie eine WG gründen möchten und können ihre Gewohnheiten einschätzen.
  • Kennen Sie Ihre potentiellen Mitmieter noch nicht, ist es empfehlenswert, sich persönlich näher kennen zu lernen. Neben dem optischen Erscheinungsbild eines Menschen offenbaren sich im Gespräch Charakterzüge und Lebensgewohnheiten, die Sie vielleicht als abstoßend oder eben auch als sympathisch empfinden.
  • Suchen Sie sich eine Wohnung, die auf die Anzahl aller Beteiligten zugeschnitten ist. Wichtig ist, dass jeder Beteiligte zumindest ein eigenes Zimmer bewohnen kann, in dem seine Privat- und Intimsphäre gewahrt bleibt. Küche, Badezimmer und Wohnzimmer können gemeinsam genutzt werden.
  • Sie sollten es nicht als formalistisch empfinden, von vornherein eine Art Hausordnung zu erstellen, in der das gemeinsame Zusammenleben in Bezug auf Rechte und Pflichten aller Beteiligter geregelt wird. Es muss klar sein, dass jeder für die Sauberkeit und die Ordnung der Wohnung verantwortlich ist und sich an der Haushaltsführung beteiligen muss. Schmarotzertypen fallen anderen nur zur Last.

Sie gründen eine GdBR

  • Die WG selbst ist rechtlich eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GdBR). Streng genommen müsssten Sie sogar einen Gesellschaftsvertrag vereinbaren. Da dies wenig lebenswirklich erscheint, sollten Sie zumindest die Hausordnung erstellen und dort auch regeln, was passiert, wenn einer die Miete schuldig bleibt. In diesem Fall sollte geregelt sein, dass die anderen die Gemeinschaft nach einem Rückstand von mehr als zwei Monatsmieten kündigen dürfen, den Mietvertrag aber fortsetzen können.
  • Regeln Sie nach Möglichkeit auch, wer für die Küche und die Verpflegung zuständig ist. Sie riskieren andernfalls, dass Ihr Lebensmittelvorrat von den anderen mitaufgebraucht wird und Sie die Küche alleine bewirtschaften.
  • Problematisch kann sich erweisen, wenn ein Mitbewohner extrem häufig Besuch erhält, der den anderen auf die Nerven geht und den gemeinsamen Aufenthaltsraum belegt.
  • Die Geräuschbelastung in der Wohnung sollte klar sein. Es darf nicht sein, dass ein Mitbewohner ständig laut musiziert oder in großer Lautstärke Radio hört. Streitvermeidend ist, wenn Sie sich auf einen Zeitraum der absoluten Nachruhe einigen, so dass beispeilsweise von 23.00 bis 7.00 Uhr Ruhe ist.

Alle Mitbewohner sind der Hygiene verpflichtet

  • Wichtig ist die Hygiene innerhalb der gemeinsamen Wohnung. Es ist sehr vorteilhaft, wenn mindestens das Badezimmer und Küche regelmäßig gereinigt und der Müll entsorgt wird.
  • Wenn Sie den Mietvertrag für die gemeinsame Wohnung unterzeichnen, sollten alle Beteiligten als Mieter aufgeführt sein. Dies beinhaltet die Konsequenz, dass jeder allein und einzeln für die gesamte Miete gegenüber dem Vermieter verantwortlich ist. Keiner kann dann darauf hoffen, dass die anderen die Miete für ihn bezahlen.
  • Legen Sie fest, von welchem Konto die Miete gezahlt wird oder ob jeder seinen Anteil an der WG direkt an den Vermieter zahlt.
  • Alternativ können Sie den Mietvertrag auch alleine abschließen und die anderen als Untermieter einbeziehen. In diesem Fall benötigen Sie aber ausdrücklich die Zustimmung Ihres Vermieters, dass er die Untervermietung erlaubt. Dies hat wiederum den Vorteil, dass Sie einen unliebsamen Mitbewohner, der seine Wesenszüge erst nach einiger Zeit offenbart, selbst kündigen und vor die Tür setzen können.
  • Bei einem gemeinsam abgeschlossenen Mietvertrag können Sie den Mietvertrag nur gemeinsam kündigen oder mit dem Vermieter vereinbaren, dass ein ausscheidender Mieter durch einen neuen Mieter ersetzt wird.
  • Vereinbaren Sie mit dem Vermieter, dass ein ausscheidendes Mitglied (weil es das Studium beendet oder an eine andere Uni wechsel) durch einen Nachmieter ersetzt werden darf. Andernfalls müssten Sie den Mietvertrag vollständig aufheben und die WG neu gründen.
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