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Eine Tasche selber nähen - Anleitung zum Gestalten

Eine Tasche selber nähen - Anleitung zum Gestalten2:23
Video von Galina Schlundt2:23

Klassisch und praktisch ist die geräumige Umhängetasche. Eleganter sieht allerdings eine Henkeltasche aus, die Sie entfernt vom Körper tragen können. Viele modische Taschen lassen sich gerade noch über die Schulter gehängt tragen, so dass Sie in Brusthöhe unter dem Arm hervorschauen und die Silhouette der Frau nicht verdirbt, was die Henkeltasche oder eine Clutch (ganz ohne Henkel oder Riemen) am wenigsten tut. Allerdings hat man dann auch ständig eine Hand "besetzt".

Ganz gleich, was für eine Tasche Sie sich nähen wollen, Taschen nähen macht Spaß, weil es - im Vergleich zu Hosen, Hüten oder taillierten Jacken - recht leicht geht.

So fertigen Sie die klassische bewährte Umhängetasche

  1. Nähen Sie zum Üben vielleicht zunächst einmal eine klassische Umhängetasche ohne Futter, aber mit Umhängebändern, am besten mit einem nicht gerade sündhaft teueren Stoff. Das schaffen Sie sogar ohne Schnittmuster. Damit Sie Freude an der Tasche haben, brauchen Sie keine großen Nähkünste zu beherrschen, allein ein geschmackvoller Stoff macht schon sehr viel her. Und wenn Sie sich dann auch noch einen Schlüssel- oder Geldbeutel und/oder einen Schal aus demselben Stoff nähen, kann das sehr schick aussehen.
  2. Wenn Sie eine etwas aufwendiger gearbeitete Tasche wünschen, dann nähen Sie ein Futter. Gerade bei den offenen klassischen Umhängetaschen sieht man ja die Innenseite der Tasche sehr viel. Ein neonfarbenes Gelb für eine außen braune Tasche macht sich gut, auch Magenta für Innen und außen ein schönes tiefes Rot sind zwei Farben, die sich gut miteinander vertragen. Aber auch ein Futter nähen geht leicht.
  3. Nehmen Sie vielleicht zwei DIN-A4-Blätter, die Sie an der schmaleren Seite nebeneinander auf den Stoff legen, dann haben Sie das Schnittmuster für eine kleine Umhängetasche. Wenn Sie keine übliche Nähkreide haben, um die Blätter zu umfahren und auf dem Stoff die Schnittlinie zu markieren, können Sie auch zu schmalen Plättchen reduzierte Seifenreste verwenden.
  4. Schneiden Sie den Stoff für die Außenseite zu.
  5. Legen Sie die Außenseite der Tasche rechts auf rechts aufeinander und daneben - oben an der schmalen Seite anschließend das Futter, ebenfalls rechts auf rechts, sodass ein Schlauch vor Ihnen liegt. Nähen Sie nun - Sie haben jeweils die linke Seite vor Augen -  Taschenaußenseite und Taschenfutter in der Mitte zusammen, etwa im Abstand von einem Zentimeter, ruhig auch mit doppelter Naht, und danach dann das Futter an den zwei Längsseiten und  die zwei Längsseiten des Außenstoffs. Aber lassen Sie in der Nähe des Bodens der Tasche eine Öffnung, durch die Sie den Schlauch, den Sie genäht haben und dessen Innenseite Sie sehen, so durchziehen können, dass Sie die rechte Seite sehen. Nähen Sie die kleine Öffnung dann per Hand zu.
  6. Bügeln Sie dann die Tasche glatt.
  7. Für die Riemchen schneiden Sie einen Streifen Stoff zu, der etwa dreimal so breit ist, wie das Umhängeband am Ende sein soll. Im Fall von neun Zentimetern bügeln Sie dann einen Riemen, bei dem 3 Zentimeter über 3 Zentimetern liegen. Anschließend bügeln Sie die restlichen 3 Zentimeter so über die zwei Lagen, dass der Rand etwa einen Zentimeter eingeschlagen ist, weil Sie ihn so gleichzeitig versäubert haben und der Rand, der auszufransen droht, verdeckt liegt. Steppen Sie im Abstand von 2 bis drei Millimetern ab. Sie können mit weiteren Nähten das Band stabiler machen. Wichtig ist es, dass Sie genau arbeiten. Es passiert schnell, dass das Band schief wird und das menschliche Auge ist recht empfindlich für Asymmetrien.
  8. Nähen Sie nun die Riemchen innen in der Tasche fest. Sauberer sieht es aus, wenn das Ende der Riemchen zwischen dem Stoff für die Außenseite und dem Futter verschwindet. Trennen Sie dazu mit einem Nahtauftrenner die Naht so weit auf, dass Sie den Riemen hindurchstecken können, und nähen Sie dann einfach darüber - mehrfach, denn an dieser Stelle muss die Tasche viel aushalten.
  9. Damit der Rand oben fester ist, steppen Sie einfach eine Naht im Abstand von etwa 2 Millimetern über Futter und Oberstoff.

So nähen Sie Ihrem "täglichen Begleiter" gewisse Extras

  • Oft ist es die Schließe, die eine Tasche besonders toll macht. Sie können Taschen mit Reißverschlüssen nähen. Ebenso sind Tunnelzugverschlüsse - wie für Sporthosen und Pyjamas beliebt - denkbar. Schicker noch sind aber glänzende Schließen aus Metall. Entweder besorgen Sie sich diese im Fachhandel oder Sie finden welche in einem Secondhandladen, schneiden sie aus und verwenden sie für Ihre eigene Tasche.
  • Verzierungen für Ihre Tasche gibt es unendlich viele: Knöpfe, Schleifen, Pailletten etc. Normalerweise ist es praktischer, Pailletten etwa, vor dem Nähen auf den Stoff zu nähen. Ebenso kleine Taschen - für das Handy, den Geldbeutel, Schminkutensilien.

Wenn Sie ein wenig googeln, finden Sie ganz leicht Schnittmuster für Taschen (etwa mit Boden) und Fotos, die das Nähen von Taschen dokumentieren. Ein Bild sagt ja oft mehr als tausend Worte, weshalb hier nur das Nähen einer schlichten Version einer Tasche vorgestellt wurde. Aber wer noch nie Taschen genäht hat, der kommt damit vielleicht auf den Geschmack und näht sich womöglich noch Einwegtaschen. Taschen sind wichtig für eine Frau, jeden Tag. Eine Frau ohne Tasche ist wie ein Mann ohne ... (Ihnen fällt bestimmt etwas ein!).

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