1. Wenn Sie eine Rezension schreiben, müssen Sie weniger wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden, sondern Ihre eigene Meinung über ein Werk am Text belegen können. Dafür sollten Sie über ausreichend Textkenntnis verfügen. Machen Sie sich schon während des aufmerksamen Lesens Notizen – entweder im Text oder auf einem separaten Blatt.
  2. Grundsätzlich gliedert sich eine Rezension in drei Teile: Einführung (mit Inhaltsangabe), Kritik und Empfehlung. Obwohl die Rezension keine reine Inhaltsangabe des Buches darstellt, kann am Anfang eine kurze Inhaltszusammenfassung in wenigen Sätzen stehen. Alternativ können Sie vor der Inhaltsangabe dem Leser den Einstieg in das Werk erleichtern, indem Sie eine zum Thema passende Anekdote wiedergeben, mit der er sich identifizieren kann. Dazu gehören auch stilistische Auffälligkeiten. Mit welchen besonderen Mitteln stellt der Autor sein Thema dar? In welche erzählerische Tradition ist das Buch einzuordnen und wie verhält es sich im Blick auf das Gesamtwerk des Erzählers?
  3. In der anschließenden Kritik, der elementare Bestandteil jeder Rezension, folgt eine kritische Wertung mit subjektiver Färbung. Die Grundlage Ihrer Kritik sollte nicht Ihr persönliches Geschmacksempfinden sein, sondern an Textauszügen belegbar und so für den Leser nachvollziehbar sein. Ihre Wertung können Sie in Form einer Thesen darlegen, die Sie anschließend vertiefen, indem Sie sie entschlüsseln: Schreiben Sie etwa „Der distanzierte berichtartige Charakter der Erzählung wird Ihrem Thema gerecht.“ und gehen Sie anschließend darauf ein, in welchem Verhältnis das Thema der Erzählung und die sprachliche Herangehensweise des Autors stehen. Inwiefern passen Sie zueinander? Oder ergibt sich der Lesegenuss genau daraus, dass Sie sich widersprechen und den distanzierten Charakter des Protagonisten offenbaren?
  4. Beschließen Sie Ihre Rezension, indem Sie sich, auf die vorhergehende Kritik aufbauend, für oder gegen den Kauf des Buches aussprechen.Bleiben Sie aber dennoch insofern objektiv, als dass Sie keine Kraftausdrücke verwenden, sondern sachlich Ihre begründete Meinung für oder gegen die Anschaffung des Werkes wiedergeben.