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Eine Laufleine fürs Kind - das sollten Sie wissen

Unter dem Wort "Laufleine" werden Sie vorrangig Trainingsleinen zur Hundeerziehung finden, die den Vierbeiner durch Konditionierung am Fortlaufen hindern. Eine Laufleine fürs Kind nennt sich "Kinderlaufleine" und soll ebenfalls den Laufradius des Kindes einschränken, um es vor Gefahren zu schützen. Eine Laufleine fürs Kind wird daher mit der pädagogischen Suggestion "Schutzleine" beworben. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit der Einsatz einer Laufleine beim Kind das kognitive, instruktionale Lernen durch konditioniertes ersetzt und ob nicht andere, pädagogisch nachhaltigere Schutzmaßnahmen sinnvoller sein könnten.

Lassen Sie Ihr Kind laufen lernen.
Lassen Sie Ihr Kind laufen lernen.

Was Sie benötigen:

  • Ihre Zeit für Ihr Kind

Was ist eine Laufleine?

  • Wenn Sie im Internet unter Google "Laufleine" eingeben, kommt zunächst die Aufzählung: Laufleine, Laufleine Hund, Laufleine Kind und Laufleine Baby. Unter Laufleine und Laufleine Hund werden Sie fündig über 8 bis 20 m lange Leinen, die den Hunden am Halsband oder Rückenhalfter zum Training angebracht werden.

  • Unter "Laufleine Kind" finden Sie Hinweise auf z. B. Kinder Sicherheits-Laufleine, Elternforen mit Themen, wie z. B. "...ein nicht aufzuhaltendes Kind anleinen?..." oder Werbung für den "...Schutzgürtel mit Laufleine..." Und dann können Sie noch "Laufleine Baby" anklicken. Unter dieser Rubrik werden Sie dann u. a. "Kinderschutzgürtel für erste Laufübungen", "Sicherheitsgürtel für Hochstühle" entdecken.

  • Bei näherer Betrachtung handelt es sich bei einer "Laufleine für das Kind" um einen Kindersicherheitsgurt mit Leine. Diese Laufleine fürs Kind bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im "gehfähigen" oder "beginnenden gehfähigen" Alter zu zügeln, d. h. in einem gewissen Radius bei sich zu behalten.

  • Manche Laufleinen ermöglichen es, die Leine abzunehmen, um den Kindersicherheitsgurt für weitere Situationen zu nutzen, z. B. um ein "unruhig-kletterndes" Kind im Hochstuhl zu fixieren, damit es nicht heraussteigen und fallen kann. Sicherlich kann es in einem kinderreichen Haushalt zu Situationen kommen, in denen die Mutter schnellstens einem anderen Kind helfen muss und froh ist, dass ihr eineinhalbjähriges gut gesichert ist.

Ein Kind großzuziehen bedeutet, Prioritäten zu setzen

Entwicklungsgemäß beginnt ein Kind zwischen dem achten und zehnten Monat, auf dem Bauch zu robben. Etwa mit zehn, elf Monaten beginnt es, sich an Möbeln hochzuziehen und mit etwa 12 Monaten laufen zu lernen. D. h. es benötigt entweder ein Möbel, um sich festhalten zu können oder eine Hand.

  • Dieser vertrauensprägende Entwicklungsschritt ist für Ihr Kind sehr wichtig. Ihr Kontakt, Ihre Hand wird es vom Schrank zum Tisch führen und so entsteht eine Verständigungsbasis, die Sie auch später im Straßenverkehr benötigen werden: "Du lässt mich laufen - ich vertraue auf Dich". In diesem Alter sollten Sie keine Laufleine einsetzen, durch die Ihr Kind viel zu früh gezwungen ist, "freihändig" laufen zu müssen, denn es wäre für den persönlich-vertrauensvollen Kontakt zwischen Ihnen kontraproduktiv.

  • Vielleicht denken Sie grundsätzlich darüber nach, die Laufleine nicht benutzen zu wollen, dafür aber den Kindersicherheitsgurt, damit das Kind nicht aus dem Hochstuhl fallen kann. Auch hier ist die Priorität gefragt. Entwicklung ist immer körperlich-geistig-seelisch zu sehen. Ein Kind auf einem Stuhl zu "fesseln", bedeutet auch, den freien Willen und damit die Kommunikationsbereitschaft zu unterdrücken - natürlich soll das nicht heißen, dass Ihr Kind stets wie es ihm beliebt seine Essenszeit verlassen kann, weil es gerade herumhampelt.

  • Treten Sie mit Ihrem Kind in Kommunikation. Überlegen Sie, zu welcher Zeit Sie Ihr Kind am besten füttern können. Muss es zu einer unruhigen Zeit sein, in der Ihre anderen Kinder Sie zu stark anderweitig fordern? Oder können Sie die Zeit so einteilen, dass Ihr jüngstes Kind in Ruhe lernen kann, Kompromisse einzugehen, wie z. B., dass es während des Essens im Hochstuhl bleibt - und anschließend wieder heraus darf. Natürlich müssen Sie die Mahlzeit so vorbereiten, dass Sie bei Ihrem im Hochstuhl sitzenden Kind bleiben können.

  • Ein Gang mit den Kindern in die Stadt ist oft schwierig. Vielleicht ist ein wichtiger Behördengang notwendig und Sie überlegen, das fünfzehn Monate alte Kind im Buggy zu schieben und Ihren Zweieinhalbjährigen an die Laufleine zu legen, damit es nicht verunglückt. Aus sicherheitstechnischer Sicht mag das vielleicht gut überlegt sein. Aber was lernt Ihr Zweieinhalbjähriger? Prüfen Sie, ob Sie sich überlastet fühlen, wenn Sie mit zwei kleinen Kindern in die Stadt gehen müssen.

  • Setzen Sie Prioritäten. Nicht alle Verpflichtungen lassen sich mit Kindern erfüllen. Oft führen solche Situationen zwischen Eltern und Kindern zu Stress, Missverständnissen, Vertrauensbrüchen und Ärgernissen. Vielleicht ist es zweckmäßiger, wenn Oma, Opa, Freundin oder Schwester Sie auf dem Weg begleiten oder besser noch bei den Kindern zu Hause bleiben. Unternehmen Sie mit Ihrem Zweieinhalbjährigen nur dann einen Gang in die Stadt, wenn Sie sich gelöst und ruhig auf Ihre Kinder konzentrieren können.

  • Üben Sie mit Ihrem Zweieinhalbjährigen Regeln ein, z. B. sollte er lernen, auf dem Kiddy-Board so lange zu bleiben, bis Sie das O. K. zum "Absteigen" geben. Wenn Ihr Kind von Beginn an gelernt hat, dass es sich auf Sie verlassen kann und auch ein gewisses "Mitspracherecht" hat, werden Sie Ihr Kind durch eine gut funktionierende Kommunikation leiten und führen können. Ein hyperaktives Kind sollten Sie besser keiner Stresssituation aussetzen und sich beim Kinderarzt erkundigen, was zu tun ist.

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