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Eine Igelbehausung bauen

In der heutigen Landschaft finden Igel nur schwer einen Unterschlupf für ihre Jungen und den Winterschlaf. Eine Igelbehausung bauen Sie leicht selbst.

Manche Igel benötigen Hilfe, um über den Winter zu kommen.
Manche Igel benötigen Hilfe, um über den Winter zu kommen.

Warum Igelhäuser wichtig sind

Igel gehören in ein intaktes Ökosystem. Finden Sie ein geeignetes Lebensumfeld, bekommen sie zwischen Mai und August Nachwuchs. Den Winterschlaf halten sie ab November bis März, April und Mai, wenn die Temperaturen längere Zeit um die Null Grad liegen. 

Die Ausbreitung des Menschen und seine immer größer werdenden Siedlungsansprüche schränken den Lebensraum der Wildtiere mehr und mehr ein. Aufgeräumte Parks und Gärten machen es dem stachligen Freund zunehmend schwer, einen geeigneten Unterschlupf zu finden.

Ist Ihr Garten naturnah angelegt und ausreichend Nahrung vorhanden, findet der Igel in der Regel von selbst einen geeigneten Unterschlupf. Sorgen Sie für artgerechte Bedingungen oder errichten Sie eine Igelbehausung, betreiben Sie aktiven Naturschutz. 

Eine natürliche Igelbehausung bauen

Eine geeignete Behausung muss warm, trocken, sicher und jederzeit zugänglich beziehungsweise zu verlassen sein. Solch eine Unterkunft können Sie leicht selbst bauen.

Schichten Sie einfach einen Reisig- oder Laubhaufen an einer geschützten Stelle im Garten auf. Auch einige Äste oder abgesägte Baumstämme, die Sie so stapeln, dass zahlreiche Hohlräume entstehen, locken Igel an. Nehmen Sie bei Ihrem Feuerholzstapel die Holzscheite nur von oben ab und lassen Sie die unteren Schichten unberührt.

Jedes Jahr im Herbst: Igel, die sich ihre Futterreserven für den Winterschlaf …

Pflanzen Sie niedrig und dicht wachsende Büsche. Lichten Sie Hecken nicht zu sehr aus und lassen Sie Naturwiesen wachsen. Schaffen Sie natürliche Abgrenzungen statt dichter Zäune und Mauern.

Sie können Ihrem Schützling auch eine eigens angefertigte Igelstation anbieten. Praktisch ist zum Beispiel eine einfache Holzkiste von circa 30 mal 30 Zentimeter Innenfläche. Für den Einlass sägen Sie in den oberen Rand eine circa 15 mal 15 Zentimeter große Öffnung. Stellen Sie die Behausung umgedreht an einem vor Witterung geschützten Ort.

Um die Wildtiere nicht zu stören, halten Sie Abstand zur Igelbehausung. Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Gartengeräten. Legen Sie keine Schädlingsbekämpfungsmittel aus und sichern Sie unsichere Wassergefäße. Einmal angelegt dürfen Sie die Behausung, vor allem während der Zucht junger Igelchen und bei der Nutzung als Winterquartier, nicht mehr verändern oder gar umsetzen.

Tipps für einen igelgerechten Garten

  • Achten Sie bei der Gestaltung und Pflege Ihres Gartens auf Natürlichkeit.
  • Stapeln Sie Haufen aus Reisig oder Totholz an einer geschützten Stelle für ein Igelhaus.
  • Schichten Sie herabgefallenes Laub, abgeschnittene Zweige und Äste zu einer Igelbehausung auf. 
  • Lassen Sie einige Randbereiche Ihres Gartens verwildern.
  • Wählen Sie einheimische Stauden und Büsche für die Pflanzung.
  • Bieten Sie dem Igel eine sichere Wasserstelle.
  • Vermeiden Sie Unfallgefahren für Tiere.
  • Vermeiden Sie Gifte im Garten.
  • Legen Sie einen Komposthaufen an.
  • Lassen Sie Gartenobst liegen.
  • Igel haben ein großes Revier und benötigen einen jederzeit durchlässigen Gartenzaun.

Quartieren Sie einen stachligen Freund in Ihrem Garten ein, bringt das gleich mehrere Vorteile: Es treiben weniger Schädlinge wie beispielsweise gefräßige Schnecken ihr Unwesen, der natürliche Garten lockt andere nützliche Tiere an. Ihr Lebensumfeld wird lebendiger und spannender.

Falls Sie einen Igel im Winter finden, nehmen Sie ihn nicht mit ins Haus, sondern lassen Sie ihn im Garten in einer Igelbehausung überwintern. Mehr über Igel und deren Bedürfnisse erfahren Sie beim NABU (Naturschutzbund Deutschland).

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