Wann ist die Hauslüftungsanlage sinnvoll?

  • Die immer bessere Dämmung der Häuser im Zuge verschärfter energetischer Anforderungen hat einen Haken: Die Räume sind nun sehr luftdicht und gut gedämmte Wände verhindern den notwendigen Luftaustausch. Sollte sich aufgrund dieser Problematik Schimmel hinter den Schränken bilden, müssen Sie handeln und neben der vorhandenen Heizung am besten für eine Hauslüftungsanlage sorgen. Sie können die Anlage auch nachträglich einbauen lassen. Bitte sorgen Sie sowieso immer dafür, dass ein geprüfter Fachmann den Einbau übernimmt.
  • Doch Sie müssen zuerst die Voraussetzungen für den Einsatz - den Nutzen und die Vorteile - einer solchen Anlage kennen. Es gibt zwei grundlegende Varianten. Die günstigere für Sie ist eine Anlage, mit der die Luft in den Räumen zentral abgesaugt wird, anstatt einzeln in jedem Raum. Das kann über Küche oder Bad geschehen, und es ist billiger als eine dezentrale Lüftung über jeden einzelnen Wohnraum. Sie brauchen dafür Schlitze in den Türen und Fenstern in dem von Ihnen ausgewählten Raum.
  • Die Kosten dieser Lösung liegen für eine 3,5-Zimmer-Wohnung bei geschätzten 2.500 Euro. Wenn Sie sich mehr leisten können, geht es auch effizienter. Dann wählen Sie eine kontrollierte Hauslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie setzt allerdings aufwendige Kanalarbeiten in den Räumen voraus. Dafür gewinnen Sie 80 Prozent der Raumluftwärme wieder zurück. Hierfür fallen im Einfamilienhaus Kosten zwischen 6.000 und 10.000 Euro an. 

Wie planen Sie Ihre Hauslüftungsanlage konkret?

  • Selbst Flachkanäle haben eine Aufbauhöhe von fünf bis sieben Zentimetern. Das bedeutet für Sie viel Aufwand und Kosten, und es verringert Ihre Raumhöhen in der Wohnung oder im Eigenheim.
  • Experten raten ohnehin zu einem System von Rundrohren für Ihre Hauslüftungsanlage. Denn diese Rohre lassen sich erheblich leichter reinigen als die Flachkanalrohre. Nachteil: Sie brauchen für Rundrohre noch mehr Platz, die Raumhöhen werden noch etwas niedriger.
  • Teure Hauslüftungsanlagen können manchmal mehr Schaden als Nutzen stiften. Das ist dann der Fall, wenn Sie zwar die Wohngeschosse ausreichend, das Dach aber nicht gedämmt haben. Dann bildet sich schnell Kondensat. Das heißt für Sie: Pfützen auf dem Fußboden.
  • Viele Eigentümer scheuen vor Hauslüftungsanlagen wegen der Geräuschbelastung zurück. Doch das Rauschen sollte kaum merkbar sein. Ist es lauter, müssen Sie den Monteur für eine Wartung der Anlage bestellen. Ohnehin müssen Sie die Filter für die Anlage ein- bis zweimal im Jahr austauschen lassen. Dabei sollten Sie das Gerät auch von innen säubern lassen. Etwa alle zwei Jahre muss die Anlage professionell gewartet werden.
  • Nicht vergessen sollten Sie auch Regelgeräte in jedem Raum. Sie zeigen Ihnen an, wie oft die verbrauchte Raumluft innerhalb einer Stunde gegen frische Außenluft ausgetauscht werden soll. Diese Regler gehören zum Zubehör der Hauslüftungsanlage.