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Eine Deutungshypothese schreiben - so geht's

Müssen Sie für den Deutschunterricht eine Deutungshypothese schreiben? Dann beschäftigen Sie sich offensichtlich gerade mit einer Textinterpretation. Die Deutungshypothese ist der Leitfaden für die Deutung von Texten.

Mit der Deutungshypothese beginnt eine Textinterpretation.
Mit der Deutungshypothese beginnt eine Textinterpretation.

Was ist eine Deutungshypothese?

  • Die Deutungshypothese steht am Beginn einer Textinterpretation. Sie bildet die Grundlage für die eigentliche Interpretation.
  • In der Deutungshypothese halten Sie in wenigen Sätzen Ihre Vermutungen über die wichtigsten Aussagen des Textes fest, nachdem Sie sich erstmalig mit dem Text beschäftigt haben. Sie formulieren Ihren ersten Eindruck darüber, was der Autor dem Leser mitteilen möchte, ohne dass Sie Belege für Ihre Vermutungen anführen müssen.
  • Ihre Deutungshypothese sollte zwar plausibel sein, trotzdem geht es nicht darum, die Bedeutung des Textes vollständig korrekt zu erfassen. Es ist durchaus möglich, dass Sie die Deutungshypothese im Rahmen der Textinterpretation zum Teil widerlegen.
  • Bei der späteren Textinterpretation überprüfen Sie die Vermutungen Ihrer Deutungshypothese, indem Sie sie beispielsweise mit Textstellen belegen. Auch andere Faktoren, wie etwa Ort und Zeit des Geschehens, die Textatmosphäre oder der Verlauf der Handlung, können die Vermutungen der Deutungshypothese stärken oder auch widerlegen.

So schreiben Sie die Deutungshypothese

  1. Lesen Sie den Text aufmerksam durch. Besonders bei umfangreicheren Texten ist es sinnvoll, wenn Sie sich Notizen machen oder Textstellen markieren, die Ihrer Meinung nach bedeutungstragend sind.
  2. Wenn es möglich ist, zum Beispiel wenn es sich um eine Hausarbeit handelt, lassen Sie etwas Zeit vergehen, bevor Sie die Deutungshypothese formulieren. In dieser Zeit können Sie den Text in Ruhe durchdenken und zu neuen Erkenntnissen und Vermutungen gelangen.
  3. Lesen Sie sich einen kürzeren Text oder ein Gedicht noch einmal durch, beziehungsweise Ihre Notizen oder Markierungen bei einem längeren Text.
  4. Formulieren Sie die Deutungshypothese in zwei bis fünf Sätzen. Klammern Sie sich dabei nicht an einzelne Textstellen, sondern formulieren Sie ganz allgemein und intuitiv Ihre Vermutungen darüber, was der Autor dem Leser vermitteln möchte.
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