- 02.02.2012 Anne Huppertz
- Verständnis
- gemeinsames Interesse
- die Fähigkeit, loszulassen
Wer eine Beziehung aufbauen will, muss loslassen können
Wenn Sie eine Beziehung zu Ihrem pubertierenden Kind aufbauen möchten, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie die Pubertät als Phase der Abnabelung von den Eltern akzeptieren und loslassen können.
- Vielen Eltern fällt das unheimlich schwer. Sie versuchen Ihrem Teenager noch immer ganz nahe zu sein und diesen noch wie ein Kind zu behandeln. Die Folge ist, dass das Kind durch dieses gluckenhafte Verhalten noch genervter ist und sich immer weiter zurückzieht.
- Lassen Sie Ihrem pubertierenden Sprössling also seine Freiheit. Akzeptieren Sie, dass sich Ihr Kind bei Problemen wie Liebeskummer und anderen Alltagsfragen nun eher an seine Freunde wendet, und versuchen Sie, Nähe nicht zu erzwingen.
- Versuchen Sie auch auf keinen Fall, auf der Ebene Ihres Kindes mitzumischen und besonders hip wirken zu wollen. Eltern, die auf Kumpel machen, wirken auf Teenager meist nur peinlich.
- Akzeptieren Sie einfach, dass Sie als Eltern in der Pubertät Ihrer Kinder nun einmal uncoole Spaßbremsen sind und das genau das die Rolle ist, die für Eltern während dieser Phase vorgesehen ist. Denn nur durch diese Sichtweise auf Sie können sich Ihre Kinder auch langsam abnabeln, was ein wichtiger Schritt beim Erwachsenwerden ist.
Dass Sie von Ihren Kindern ab und an als uncool, ungerecht, oder als Spaßverderber betrachtet werden, ist also normal, muss aber keinesfalls heißen, dass Ihre Beziehung zueinander schlecht ist. Sie können trotzdem eine gute Beziehung zueinander erhalten oder aufbauen.
So bauen Sie eine gute Beziehung auf
- Wenn Sie loslassen können und Ihrem Kind seinen Freiraum lassen, ohne dauernd alles aus seinem Leben wissen zu wollen und sich überall einzumischen, haben Sie schon einen ersten wichtigen Schritt zu einer guten Beziehung vollzogen.
- Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm vertrauen und ihm seine (altersangemessenen) Freiheiten lassen.
- Signalisieren Sie jedoch gleichzeitig, dass Sie jederzeit bereit sind, mit ihm über seine Probleme zu sprechen.
- Zeigen Sie Verständnis für die Probleme Ihres Kindes. Wenn Sie immer mit Unverständnis und Härte auf Probleme reagieren, werden Sie nur erreichen, dass Ihr Kind sich immer weiter von Ihnen zurückzieht.
- Überlegen Sie, ob Sie ein gemeinsames Interesse haben, dem Sie zusammen nachgehen können. Fragen Sie Ihr Kind zum Beispiel ab und zu, ob es Lust hat, mit zum Bowling, zum Tennis, zum Segeln, Surfen oder ins Kino zu gehen.
- Wenn es nicht will, akzeptieren Sie das und versuchen Sie nicht, es dazu zu überreden. Lassen Sie Ihr Kind selbst auf Sie zukommen. Mit erzwungenen gemeinsamen Aktivitäten erzeugen Sie nur eine Abwehrhaltung. Signalisieren Sie Ihrem Kind stattdessen, dass es jederzeit mit Ihnen etwas unternehmen kann, jedoch nicht muss. Auf diese Weise bauen Sie eine entspannte Beziehung zu Ihrem Teenager auf.