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Einblasmaschine - Arbeitshinweise

Sehr häufig sind früher errichtete Bauteile nicht ausreichend oder gar nicht gedämmt. Eine Dämmung muss daher nachträglich erfolgen. Nicht immer ist der Einsatz von Dämmplatten eine sinnvolle Lösung. Für die Hohlraumdämmung eignen sich Einblassysteme. Kernstück dieses Systems ist neben dem Dämmstoff die Einblasmaschine.

Bei Altbauten ist der Einsatz einer Einblasmaschine oft sinnvoll.
Bei Altbauten ist der Einsatz einer Einblasmaschine oft sinnvoll.

Da es unterschiedliche Einblasdämmstoffe gibt, braucht es entsprechende geeignete Maschinen. Kerndämmstoffe zum Einblasen müssen gewissen Ansprüchen gerecht werden. Sie müssen einerseits gut dämmen und andererseits Wasser abweisend und diffusionsoffen sein.

Einblasdämmstoff für Kerndämmung - Perlite

Bestimmte Natur- und Mineralfaserdämmstoffe können mit Einblasmaschinen verarbeitet und für die Kerndämmung verwendet werden. Dazu gehören unter anderen Stein- und Glaswollfasern, Kork, Stroh, Zellulose und Perlite.

  • Seit Mitte der 1970er Jahre werden Perlite verwendet. Die Knauf Perlite GmbH gehört hier zu den Marktführern. Als Einblasdämmstoffe dienen Perlite Hyperdämm Mineralkörnung und Hyperlite KD, die von insgesamt 15 Fachbetrieben verarbeitet werden. Eingeblasen werden sie mit einem druckluftbetriebenen Gerät genannt Hypermat.
  • Der geschlossene Hypermat besitzt gegenüber Zellradschleusenmaschinen den Vorteil, dass er den Dämmstoff beim Einblasen nicht beschädigt. Perlite für Kerndämmung besitzen ein Rohgewicht von ungefähr 65 Kilogramm je Kubikmeter. Dennoch gibt es andere Hersteller, die zum Einblasen ihrer Perlite Zellradschleusenmaschinen verwenden. 

Sicherheit durch System - Die Rockwool-Einblasmaschine

Seit Beginn der 1980er Jahre werden als Einblasdämmstoff in Deutschland Mineralfasern (Steinwolle) verwendet. Hier ist der Marktführer Rockwool. Das für die Kerndämmung verwendete Granulat kommt im eingebauten Zustand auf ein Rohgewicht von bis zu 100 Kilogramm je Quadratmeter. 

  • Die Einblasmaschine bereitet das Rockwool Granulat auf. Mithilfe von Druckluft gelangt es direkt an den Verarbeitungsort. Die Maschinenleistung ist so hoch, dass Förderhöhen von bis 80 Metern bei einer Entfernung von bis zu 300 Metern möglich sind.
  • Je nach Anwendungsbereich kommt ein geeignetes Einblasdämmsystem zum Einsatz. Die Verarbeitung kann einerseits ohne zusätzliche Bindemittel und andererseits mit zusätzlichen Bindemitteln (durch sogenannte Sprühklebetechnik) erfolgen. Eine Verarbeitung ohne Bindemittel kommt immer dann infrage, wenn es eine geschlossene Konstruktion beispielsweise ein zweischaliges Mauerwerk gibt.
  • Herkömmliche Zellradschleusenmaschinen werden extra stärker und gebaut, da Mineralfasern stark verdichtet einzubauen sind. Rockwool ist nur eines von mehreren Unternehmen, die beim deutschen Institut für Bautechnik über eine bauaufsichtliche Zulassung für Kerndämmung besitzen.

Zellulose trocken einblasen oder feucht aufsprühen

Sehr häufig wird der Dämmstoff Zellulose verwendet. Einblasmaschinen blasen ihn trocken in Dachschrägen sowie Geschoss- und Kellerdecken ein oder sprühen ihn angefeuchtet beispielsweise in Installationswände. Nach dem Einblasen in geschlossene Hohlräume haben die verdichteten Flocken ein Rohgewicht von 30 bis 100 Kilogramm je Kubikmeter.

  • Einblasmaschinen für Zellulose gibt es eine ganze Reihe. Bekannte Hersteller, die gleichzeitig Zelluloselieferant sind, sind Isocell, Climacell und Thermofloc. Maschinen sollten beim Verfüllen großer Hohlräume mehr als drei Kilowatt Gebläseleistung besitzen. In der Altbausanierung sind kleinere Maschinen durchaus einsetzbar.
  • Eine Maschine von Isocell wie die ISOblow Profi ist robust, leistungsstark und entsprechend schwer, etwa 420 Kilogramm. Sie ist in der Lage, 20 Zentimeter dicke Wände gleichmäßig und mit einer Verdichtung von 60 Kilogramm pro Kubikmeter zu befüllen.

Die Preise für eine leistungsfähige Einblasmaschine komplett mit Schläuchen und Steuerung liegen zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Die Wahl der richtigen Maschine ist nicht immer leicht. Große und kleine Hohlräume sowie infrage kommende Dämmstoffe oder Stromanschlüsse (Wechsel-/Drehstrom) müssen berücksichtigt werden.

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