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Ein Zelt zuverlässig abdichten

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie liegen in Ihrem Zelt und draußen tobt ein fürchterlicher Orkan mit heftigem Regen. Ist es da nicht ein gutes Gefühl, zu wissen, dass das Zelt auch wirklich dicht hält? Leider kommt bei jedem Zelt irgendwann der Moment, in dem es anfängt, Wasser durchs Außenzelt zu lassen. Hier hilft nur eines: Abdichten. Doch Vorsicht, längst nicht jede Maßnahme ist hier sinnvoll. Einige können Ihrem Zelt sogar schaden.

Zelte müssen auch unwirtlichen Bedingungen trotzen können.
Zelte müssen auch unwirtlichen Bedingungen trotzen können.

Nähte lassen sich gut abdichten

Die klassische Schwachstelle eines jeden Zeltes sind seine Nähte. Auf diesen lastet gemeinhin besonders viel Spannung. Hierdurch können sich die Nahtlöcher weiten und Feuchtigkeit hindurchlassen. Praktischerweise können Sie dieses Problem mit einfachen Mitteln beheben.

  • Die Waffen der Wahl, undichten Nähten Herr zu werden, nennen sich "Seam Grip" beziehungsweise "Sil Net". Diese beiden Reparaturkleber sind speziell darauf ausgelegt, Löcher und Risse in Outdoor-Textilien zuverlässig abzudichten. Alles, was Sie tun müssen, ist die entsprechende Paste mit einem Pinsel auf die betroffene Stelle aufzutragen.
  • Wichtig ist, dass Sie wissen, welches Außenmaterial Ihr Außenzelt hat. Die beiden erwähnten Produkte sind nämlich entweder für PU-Beschichtungen oder silikonisierte Gewebe gedacht. An diese Vorgabe sollten Sie sich unbedingt halten.

So gehen Sie gegen Löcher vor

  • Einzelne Löcher in der Außenhaut des Zeltes überkleben Sie am besten mit Flicken. Hersteller hochwertiger Zelte legen ihrem Produkt gelegentlich sogar spezielle Reparaturflicken bei. Ist dies nicht der Fall, können Sie im Fachhandel spezielle Zelt-Flicken kaufen. Schneiden Sie diese zurecht und bringen Sie sie der jeweiligen Anleitung entsprechend auf dem trockenen und sauberen Zeltstoff an.
  • Wichtig ist, dass Sie auch bei Flicken auf das Material Ihres Zeltes achten. Die meisten Flicken sind nämlich ausschließlich für PU-Beschichtungen gedacht.
  • Für das Abdichten von Löchern im Zeltboden gibt es im Fachhandel spezielle Versieglungsflüssigkeiten. Seien Sie jedoch gewarnt, ein Zeltboden ist chronisch schmutzig und mitnichten einfach zu reinigen, was aber eine Grundvoraussetzung für das Auftragen des Mittels ist. Außerdem ist es eine wahre Sisyphosarbeit, ein solches Mittel mit dem Pinsel auf mehrere Quadratmeter aufzutragen und zu guter Letzt stehen die Chancen gut, dass Ihr Schaffen mitnichten einen dichten Zeltboden, sondern eine riesige Schweinerei hinterlässt. Überlegen Sie daher, ob ein Footprint nicht eine sinnvolle Alternative zur Reparatur darstellt.

Manchmal muss man ein Zelt auch zu Grabe tragen

  • Natürlich ist Abdichten günstiger und umweltschonender als Neukaufen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihrem Zelt bei kleineren Löchern auch immer eine Chance geben. Beachten Sie aber, dass Produkte wie Seam Grip nicht gerade günstig sind und sich ein entsprechender Einsatz bei einem 40 Euro Baumarktzelt nicht lohnt. Sparen Sie sich das Geld lieber und investieren es in einen vernünftigen Nachfolger.
  • Hochwertige Zelte halten oft zehn Jahre und mehr, aber auch hier sorgen Wind, Wetter und UV-Strahlung irgendwann für Materialermüdung. Wenn die Außenhaut des Zeltes generell brüchig und undicht wird, lohnt sich eine Reparatur nicht mehr. Eine solche kann das Problem nur symptomatisch bekämpfen. Auch hier ist eine Neuanschaffung sinnvoll.
  • Hüten Sie sich übrigens davor, ein Zelt großflächig mit Imprägnierspray zu behandeln. Je nach Beschichtung können Sie dem Material so ernsthaft schaden. Wasserprobleme werden Sie auch nicht lösen können, da Sie - je nach Spray - den eindringenden Regen gegen verstärkte Kondensbildung eintauschen.
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