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Ein traditionelles deutsches Weihnachtsessen kochen

Wenn Sie ein traditionelles deutsches Weihnachtsessen kochen möchten, sollten Sie sich mit der traditionellen deutschen Art, Weihnachten zu feiern, auseinandersetzen, um zu verstehen, warum einige Menschen die Gans, andere den Wildschweinbraten und wieder andere das Bratwürstchen zum traditionellen Weihnachtsgericht erklären. Wussten Sie, dass in Deutschland, noch etwa um 1950, der Heilige Abend zur Fastenzeit gehörte? Erst am ersten Weihnachtstag war es den Christen erlaubt, Fleisch zu verzehren.

Ein traditionelles Weihnachtsessen kann Geflügelbraten sein.
Ein traditionelles Weihnachtsessen kann Geflügelbraten sein.

Was Sie benötigen:

  • eine 3 kg Gans
  • Beifuß
  • 200 g Maronen
  • 2 Zwiebeln
  • Tomatenmark
  • 2 Äpfel
  • 100 g Rosinen
  • 300 g Johannisbeere
  • 500 ml trockener Rotwein
  • 100 g Preiselbeere
  • Geflügelfond
  • Bier
  • Honig

Ein traditionelles deutsches Weihnachtsessen musste nicht festlich sein

Vielleicht zählt die Gans für viele Menschen als traditionelles, deutsches Weihnachtsessen. Doch das war nicht immer so und in verschiedenen Regionen Deutschlands gilt z. B. ein Wildgericht als traditionelles deutsches Weihnachtsessen. Das der Weihnachts-Gänsebraten, auf den Brauch der "Martinsgans" zurückgehen soll, ist falsch.

  • Im Mittelalter war der Heilige Abend der letzte Tag der adventlichen Fastenzeit. Aus diesem Grunde wurde ein Fisch zubereitet und serviert. In der Zeit des deutschen Mittelalters züchteten sehr viele Klöster Karpfen, daher setzte sich der Karpfen als Heiligabend-Gericht durch. Erst am nächsten Tag, am Weihnachtstag war es den Christen erlaubt, zu schlemmen.
  • Je nach Reichtum einer Familie wurde ein Schweine- oder Wildschweinbraten zubereitet. Ärmere Familien begnügten sich zur mittelalterlichen Zeit mit einfacheren Gerichten. Ein ursprüngliches, traditionelles, deutsches Weihnachtsessen war also der Schweinebraten, der als "Mettensau" bezeichnet wurde. Da der Weihnachtstag ein besonderer Festtag war, wurden anstelle von Kartoffeln in der Regel Klöße zubereitet.
  • 1588 servierte man in Großbritannien Elisabeth I. am heiligen Abend eine Gans. Noch während sie ihr Festmahl genoss, erhielt sie die Nachricht, dass die englische Flotte über die spanische Armada gesiegt hatte. Vor Freude über diesen Sieg, erklärte Elisabeth I. die Gans als festen Bestandteil eines jeden Weihnachtsessens. Die Gans ist also ein traditionelles, englisches Weihnachtsessen, dass erst Jahrzehnte später von einigen deutschen Haushalten übernommen wurde. 

Die Entwicklung des Weihnachtsessens ging weiter

  • In Deutschland ist das Weihnachtsfest für die Christen eines mit der wichtigsten, kirchlichen Feste. Da die ehemals heidnischen Feierlichkeiten der Sonnenwende um den 24.12 bis 26.12 gefeiert wurden, legte man 325. n. Ch. fest, dass an diesen Tagen die geweihte Nacht der Geburt Christi gefeiert werden sollte. Bis zum fünften Jahrhundert feierten die Christen "Weihnachten" sehr schlicht.
  • Erstes traditionelles deutsches Brauchtum, mit Krippengestaltung, Weihnachtsliedern und festlichen Dekorationen entwickelte sich nach dem 5. Jh. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert nahmen die weihnachtlichen Bräuche mit romantischen Ausschmückungen zu. Lebenssymbole, wie immergrüne Tannenbäume, wurden aufgestellt. Nächtliche Christmetten, Friedhofsbesuche, Erzählungen und Geschenke entwickelten sich zu festen Bestandteilen der deutschen Weihnacht. Doch noch immer war der Heilige Abend ein Fastentag.
  • Der Heilige Abend in Deutschland ist der Auftakt zum Weihnachtsfest. Geschäfte schließen oft ab 14.00 Uhr und in den Familien warten die Kinder auf ihre "Bescherung", weshalb man auf große Menüvorbereitungen verzichtete, zumal man als Christ noch an den Fastentag gebunden war/ist. Deshalb gibt es in vielen deutschen Haushalten am Heiligen Abend ein schnelles Fischgericht, z. B. Karpfen oder gebackene Hefeteigklöße. Nachts, nach 24.00 Uhr, wenn die Christmette beendet war, wurde das erste "Schlemmergericht", Bratwürstl, Sauerkraut und Kartoffelpüree serviert.
  • Ab 1950 veränderten sich einige Rituale schleichend. Die Christmette wurde immer seltener besucht, das nächtliche Mahl fiel aus und übertrug sich vorübergehend als traditionelles, deutsches Weihnachtsessen auf den ersten Weihnachtstag. Allerdings verzichtete man in einigen Gegenden relativ schnell auf das einfache Menü mit Bratwurst zugunsten herrlicher Fleischgerichte, die nun, region- bzw. familienorientiert aus Gans, Ente, Karpfen oder Braten jeglicher Art bestehen.

So bereiten Sie ein traditionelles, deutsches Weihnachtsgericht

Wenn Sie ein traditionelles Weihnachtsgericht mit Wild zubereiten möchten, steht Ihnen folgendes Wild-Rezept zur Verfügung. Möchten Sie ein traditionelles, deutsches, aus England überliefertes Weihnachtsessen zubereiten, versuchen Sie einmal den nachfolgenden Vorschlag:

  1. Waschen Sie die Gans gut, trocken Sie sie und würzen Sie von außen und innen mit Salz und Pfeffer. Zerkleinern Sie die Zwiebel, den Beifuß, die Äpfel und vermengen Sie alles mit den Rosinen.
  2. Füllen Sie die Mischung in die Gans und nähen Sie die Öffnung mit Küchengarn zu. Legen Sie die Gans mit der Brust nach oben in den Bräter und gießen Sie den Fond hinzu. Lassen Sie die Gans 50 Minuten bei 180° Grad im Ofen schmoren und übergießen Sie sie zwischenzeitlich.
  3. Nach 50 Minuten drehen Sie die Gans um. Lassen Sie sie noch einmal 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Übergießen Sie die Gans alle zwanzig Minuten mit ihrem Fond. Nach dem Garen fangen Sie den Fond in einer Schüssel auf.
  4. Rösten Sie für die Soße etwas Tomatenmark in Öl und löschen Sie ihn mit Fond, Rotwein und Wasser. Lassen Sie die Soße etwa eine Stunde gut einkochen, um sie anschließend zu passieren und mit Preiselbeeren, Johannisbeergelee und Gewürzen abzuschmecken.
  5. Geben Sie die Gans in eine Auflaufform. Vermischen Sie Honig, Bier und Gänsefett und pinseln Sie die Haut der Gans damit ein. Lassen Sie sie bei 170° Grad etwa 20 Minuten garen. Servieren Sie die Gans mit Rotkohl und Knödeln.
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