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Ein Grundstück in Erbpacht erwerben - hilfreiche Hinweise

Die Erbpacht gibt es zwar in Deutschland nicht mehr, der Begriff wird jedoch noch im Zusammenhang mit dem Erbbaurecht verwendet. Wer beim Hausbau die Kosten für den Kauf des Grundstücks sparen will, der kann das Grundstück im Wege eines Erbbaurechts nutzen. Dies hat jedoch auch Nachteile.

Das Erbbaurecht bietet nicht nur Vorteile.
Das Erbbaurecht bietet nicht nur Vorteile. © Rainer_Sturm / Pixelio

Ein Erbpachtgrundstück bzw. Grund und Boden im Wege des Erbbaurechts zu nutzen, mag auf den ersten Blick Vorteile haben. Allerdings kann sich aus der langen Bindung an den Erbbauzins auch eine erhebliche finanzielle Belastung ergeben.

Das Grundstück nicht selbst kaufen

  • Wer ein Erbpachtgrundstück bzw. das Erbbaurecht nutzt, wird nicht selbst Eigentümer von Grund und Boden. Vielmehr bekommt er ein Nutzungsrecht und kann auf dem bestimmten Stück Land ein Haus bauen - oder einen Bunker, denn ein Erbbaurecht berechtigt auch zum Besitz eines Gebäudes unter der Grundstücksoberfläche, s. § 1 Abs. 1 Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG).
  • Für die Nutzung wird in der Regel ein Erbbauzins vereinbart, der für die gesamte Laufzeit des Erbbaurechtes zu zahlen ist.
  • Hierin liegt schon ein Nachteil eines Grundstückes in Erbpacht. Denn während bei einem Grundstückskauf der Kredit zumeist nach spätestens dreißig Jahren getilgt ist, laufen Erbbauzinsen munter weiter. Ein Erbbaurecht wird oft für einen Zeitraum bis zu 99 Jahren bestellt.
  • Auch kann der Erbbauberechtigte in bestimmten Fällen im Wege des sogenannten "Heimfalls" verpflichtet sein, das Erbbaurecht an den Grundstückseigentümer zurückzuübertragen. Dies kann beispielsweise in Betracht kommen, wenn das Grundstück völlig verwahrlost ist.

Erbbaurecht statt Erbpacht

  • Die Erbpacht als Form des Grundbesitzes gibt es mittlerweile in Deutschland nicht mehr, doch häufig ist noch die Rede von "Erbpachtgrundstück", wenn es um das Erbbaurecht geht.
  • Wenn die Bauzinsen niedrig sind, sollte sich jeder genau überlegen, ob es sich nicht eher lohnt, gleich auch den Kauf eines Grundstückes mitzufinanzieren. Denn die zunächst günstiger erscheinende Finanzierung über ein Erbbaurecht kann sich später als eine Art Bumerang erweisen.

In Zeiten niedriger Zinsen lohnt sich ein Erbbaurecht nicht unbedingt. Insbesondere sollte sich jeder kritisch fragen, ob die Hausfinanzierung nicht ohnehin auf wackligen Beinen steht, wenn das Grundstück nicht mitfinanziert werden kann.

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