Ein Darlehen fürs Haus aufnehmen - hilfreiche Hinweise

Hauskauf darf nicht zur Sackgasse werden. Hauskauf darf nicht zur Sackgasse werden.
Wenn Sie ein Haus bauen oder kaufen wollen, müssen Sie im Regelfall ein Darlehen aufnehmen. Einerseits sparen Sie Miete, andererseits verschulden Sie sich unter Umständen lebenslang. Informieren Sie sich grundlegend und vermeiden Sie Fehler, die andere vor Ihnen gemacht haben.
Volker Beeden
11.01.2012 Volker Beeden
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Eigenkapital

Ein Darlehen aufzunehmen, um ein Haus zu bauen oder zu kaufen, ist keine Entscheidung, die Sie über Nacht treffen sollten. Planen Sie eine gewisse Vorbereitungsphase ein, in der Sie sich über alle Gegebenheiten informieren, Alternativen gegeneinander abwägen und sich letztlich für einen bestimmten Weg entscheiden.

Ein Haus bildet den Mittelpunkt Ihres Lebens

  • Der wichtigste Punkt bei einer Baufinanzierung ist immer das Eigenkapital. Je mehr Eigenkapital Sie angespart haben, umso bessere Zinskonditionen bekommen Sie und umso geringer ist Ihre monatliche finanzielle Belastung. Im Idealfall planen Sie mit ca. 20 % Eigenkapital.
  • Mit dem Eigenkapital bestimmen Sie auch den Beleihungswert Ihres Hauses. Die Banken beleihen zunächst bis zu 60 % des Wertes mit einem besonders günstigen Zinssatz. Der Zinssatz steigt bis zum Beleihungswert von 80 % und erreicht bei einer hundertprozentigen Finanzierung einen Höchstwert. Je mehr Sie also Ihr Haus beleihen müssen, umso mehr und umso höhere Zinsen müssen Sie bezahlen.
  • Eigenkapital umfasst alle Barmittel, die in Ihre Baufinanzierung einfließen können. Neben Bargeld, Sparguthaben und Aktienbestand zählen auch bereits ein bezahltes Grundstück, bezahlte Baumaterialien, Architektenleistungen, Verwandtendarlehen, Arbeitgeberdarlehen, öffentliche Zuschüsse und Eigenleistungen bei der Bauausführung zum Eigenkapital.

Kalkulieren Sie Ihr Darlehen realistisch

  • Machen Sie am Anfang Ihrer Planungen einen Kassensturz. Rechnen Sie aus, was Ihnen monatlich von Ihrem Einkommen übrig bleibt, das Sie für den Kapitaldienst an die Bank verwenden können. Setzen Sie nur dauerhafte Einnahmen an. Im Idealfall planen Sie Weihnachtsgeld für unerwartete Ausgaben und Ihr Urlaubsgeld für einen Erholungsurlaub ein.
  • Empfehlenswert ist, wenn Sie in Ihren Darlehensvertrag mit der Bank ein Sondertilgungsrecht einbauen. Sie können dann jedes Jahr einen bestimmten Betrag (meist 3 bis 5 %) als zusätzlichen Tilgungsbetrag (Einkommensteuererstattung, Barzuwendung der Eltern) verwenden.
  • Stellen Sie Ihren Einnahmen die Ausgaben gegenüber. Zwar fällt die Miete jetzt weg. Dafür leisten Sie aber den Kapitaldienst an die Bank und müssen auch den Unterhalt für Ihr eigenes Haus nunmehr selbst gewährleisten.

Unterstützen Sie Ihren Kapitaldienst mit einer Einliegerwohnung

  • Überlegen Sie, ob Sie vielleicht eine Einliegerwohnung einplanen sollten. Sie können diese an Ihre Eltern oder fremde Dritte vermieten. Einerseits erzielen Sie damit zusätzliche Mieteinnahmen, die sich vorteilhaft auf die Verhandlungen über das Darlehen für Ihr Haus auswirken und den Kapitaldienst erleichtern, andererseits können Sie die mit der Errichtung der Einliegerwohnung verbundenen Aufwendungen steuerlich von Ihrer Einkommensteuerlast absetzen.
  • Bedenken Sie, dass Sie die Kaufnebenkosten (Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer, Maklerprovision) für ein Grundstück oder eine Immobilie zusätzlich zum Kaufpreis bezahlen müssen. Im ungünstigsten Falle müssen Sie diese mit dem Darlehen für das Haus mit finanzieren.

Es gibt keine Eigenheimzulage mehr

  • Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass der Gesetzgeber die Eigenheimzulage im Jahr 2006 ersatzlos gestrichen hat und für die Kalkulation Ihres Darlehens nicht mehr relevant ist. Steuerlich können Sie jetzt nur noch Handwerkerdienstleistungen bis zu 1200 € im Jahr absetzen oder eben die Aufwendungen für eine fremd vermietete Einliegerwohnung geltend machen.
  • Haben Sie Zweifel, ob Sie sich das Darlehen für das Haus wirklich leisten können, sparen Sie lieber noch einige Jahre Eigenkapital an. Riskieren Sie keinesfalls, dass Sie sich finanziell übernehmen, den Kapitaldienst nicht mehr aufbringen können und von Ihrer Bank, die Ihnen den Weg zunächst freigemacht hat, über die Zwangsversteigerung Ihres Hauses in den persönlichen Ruin getrieben werden.
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