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Ein Blockkraftwerk für ein Einfamilienhaus planen

Blockkraftwerke stellen eine ideale Kombination von Strom- und Wärmegewinnung dar und sind auch in Größen erhältlich, die sie für ein Einfamilienhaus sinnvoll machen. Wenn Sie sich mit dem Gedanken an ein Mini-Blockkraftwerk anfreunden, sollten Sie dieses gut planen.

Strom aus einem Blockkraftwerk ist günstig.
Strom aus einem Blockkraftwerk ist günstig. © Petra_Bork / Pixelio

Planung von Blockkraftwerken für Privathäuser

Es gibt viele individuelle Aspekte, die Sie berücksichtigen müssen. Aber einiges sollten Sie bei Blockkraftwerken für Ihr Einfamilienhaus immer beachten:

  • Es ist immer sinnvoll, ein Blockkraftwerk mit vorhandener Technik zu verbinden. Für ein Einfamilienhaus werden Kraftwerke mit verschiedenen Brennstoffen angeboten - Propangas, Heizöl, Diesel oder Erdgas, alles ist möglich. Wählen Sie ein System, das zur vorhandenen Anlage passt. Das ist besonders wichtig, denn meistens ist es sinnvoll, bei Kälteperioden zusätzlich zum Blockkraftwerk auch eine gewöhnliche Heizung zu betreiben.
  • Sie brauchen einen Pufferspeicher, der die erzeugte Wärme, die nicht sofort benötigt wird, speichern kann. Dabei ist es wichtig, dass dieser ausreichend groß bemessen ist. Seine Größe hängt vom Kessel und vom Brennstoff ab. Hier sollten Sie sich unbedingt genau beraten lassen. Ein zu kleiner Speicher senkt die Effizienz; ist er etwas zu groß, schadet es nicht.
  • Da bei Blockkraftwerken immer ein Motor läuft, der Strom erzeugt, entstehen bei ihnen mehr Geräusche als bei normalen Heizungen. Der Motor kann laut oder leise sein. Wenn Sie Wert auf Ruhe legen, sollten Sie sich nach Blockkraftwerken umschauen, die mit einem Stirlingmotor betrieben werden, diese sind meist leiser als Verbrennungsmotoren.

Nutzen im Einfamilienhaus

Ein Einfamilienhaus ist nicht unbedingt der beste Platz für ein Blockkraftwerk, denn dieses lohnt sich besonders, wenn kontinuierlich über das Jahr hinweg Wärme gebraucht wird. Aber auch in Einfamilienhäusern können Blockkraftwerke lohnend sein:

  • Je mehr Personen warmes Wasser brauchen, um so besser. Hier liegt das größte Sparpotenzial, weil warmes Wasser Sommer wie Winter gebraucht wird und so auch im Sommer das Blockkraftwerk Strom erzeugt, wenn Sie Wärme benötigen. Klar ist, dass Sie mit vielen Personen im Einfamilienhaus regelmäßig einiges an warmem Wasser benötigen.
  • Auch wenn ein Swimmingpool beheizt werden soll, ist ein Blockkraftwerk eine gute Investition, weil Sie dann Wärme für das Wasser des Beckens im Sommer und für die Heizung im Winter entnehmen.
  • Bezüglich des Stroms brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Wenn Sie den selbst erzeugten Strom nicht brauchen, nimmt Ihr Stromnetzbetreiber diesen zu einem vom Staat geförderten hohen Preis ab. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, Ihren Strom abzunehmen.

Sicher ist auch der Aspekt der Unabhängigkeit von der öffentlichen Stromversorgung zu berücksichtigen. Egal ob ein Sturm oder eine Netzüberlastung dafür sorgt, dass Sie keinen Strom bekommen, Ihr Haushalt wird weiter mit Strom aus dem Blockkraftwerk versorgt. Sie sollten also bei der Planung des Kraftwerks auf jeden Fall auf eine Einspeisung in das Hausnetz achten.

Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus - was Sie beachten sollten

  • Die Technik eines Blockheizkraftwerks ist relativ einfach: Über einen Verbrennungsmotor wird ein Generator angetrieben, dadurch werden Strom und Wärme erzeugt, beispielsweise für die Heizung und die Warmwasserbereitung.
  • Blockheizkraftwerke rechnen sich dann am besten, wenn sie auf viele Betriebsstunden kommen und während der Heizperiode optimalerweise durchgehend laufen. Dies ist vor allem bei Mehrfamilienhäusern möglich.
  • Bei kleinen Blockheizkraftwerken für ein Einfamilienhaus ist die Amortisierungszeit mit 10-15 Jahren relativ hoch. Das kommt daher, dass die Auslastung über das Jahr hinweg unterschiedlich stark ausfällt.
  • Besonders in einem Einfamilienhaus wird für das Blockheizkraftwerk ein großer Wasserspeicher benötigt. Wenn einmal nur wenig oder keine Wärme im Haushalt benötigt wird, speichert das Wasser dann die Energie.
  • Möglicherweise kommt auch eine Verbrauchergemeinschaft infrage, bei der sich mehrere Haushalte zusammentun. Dies kann dann beispielsweise über einen entsprechenden Dienstleister finanziert werden.

Zu beachten beim BHKW

Einige Überlegungen zum Einsatz von BHKWs in einem Einfamilienhaus:

  • Wenn Sie sich ein BHKW für Ihr Einfamilienhaus zulegen möchten, gibt es zuerst einmal die Frage des Preises. Ein BHKW ist zumeist eine Anschaffung, die man nicht so leicht aus dem Ärmel schüttelt, und sollte deshalb genauestens überlegt werden.
  • Es gibt Zuschüsse vonseiten des Staates, auch können Sie sich überlegen, ob Sie nicht eine Solaranlage mit dem BHKW koppeln. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten.
  • Eine dieser Möglichkeiten ist auch ein BHKW, das mit Pellets befeuert wird und Strom und Wärme herstellt. Achten Sie darauf, wie es sich mit der entstehenden Asche verhält. Oft ist das Problem dieser Anlagen die nicht restlose Verbrennung der Pellets.
  • Die Temperaturen müssten - für eine Schadstoff unbedenkliche Verbrennung - so hoch sein, dass es Schwierigkeiten mit der Brennkammer geben kann. Es soll schon vorgekommen sein, dass Teile der Brennkammern nach anhaltendem Dauerbetrieb einfach geschmolzen sind. Auch sollte der CO2-Ausstoß vorher genau überprüft werden.
  • Ein weiteres Problem ist die Lagerung der Pellets. Für ein Jahr benötigen Sie eine große Menge dieser kleinen Holzpellets. Hierzu müssen Sie einen Raum bereithalten, in dem die Pellets mit einem Hochdruckschlauch aus einem Lkw eingefüllt werden können. Auch sollten Sie genau prüfen, ob die Pellets trocken sind.

Bevor Sie sich für den Einbau eines Blockheizkraftwerks entscheiden, besonders für ein Einfamilienhaus, sollten Sie die Meinung eines unabhängigen Fachmanns oder Energieberaters einholen, damit sich die Investition am Ende auch lohnt und Sie wirklich Energie und Kosten einsparen können.

Weitere Autoren: Maren Sandmann, Günther Burbach

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