- 14.12.2011 Heike Dommnich
Porträtzeichnungen erfordern eine gewisse Übung des Zeichners und Geduld des Models. Wenn Sie ein Bild Ihres Partners selber malen wollen, helfen Ihnen vielleicht einige Hinweise, wie Sie eine solche Zeichnung beginnen und mit Erfolg beenden.
Den Kopf selber malen – so beginnen Sie
- Teilen Sie zunächst Ihr weißes Blatt Papier ein. Für die Kopfgröße reichen etwa 15 Zentimeter in der Höhe. Es ist besser um den Kopf mehr Platz zu lassen und diesen am Ende zu beschneiden, als mit dem Bild zu dicht an den Rand zu kommen. Malen Sie Ihr Bild erst einmal so, dass der Kopf direkt von vorne erscheint.
- Legen Sie mit zwei Linien oben den Scheitelpunkt des Kopfes und unten die Kinnspitze fest. Genau in der Mitte dazwischen liegt die Linie der Augen (die Pupillen schneiden genau diese Mittellinie). Zeichnen Sie das Oval des Kopfes ein. Versuchen Sie bereits die Kopfform zu treffen. Sie kann aber später noch korrigiert werden.
- Wenn Sie das erste Mal ein Porträt im Bild selber malen, halten Sie sich nicht zu lange an der Kopfform auf. Wichtiger ist es, dass Sie die Form der Augen in der Mitte richtig malen. Beobachten Sie genau: hat Ihr Partner (Ihre Partnerin) schmale Augen, große oder kleine Augen? Stehen sie eng zusammen oder so wie bei den meisten Menschen? In der Regel beträgt der Abstand zwischen den Augen so viel wie der Abstand von einem Augenwinkel bis zum anderen.
- Blicken Sie Ihrem Modell beim Malen direkt in die Augen. Die Iris wird vom Oberlid oft leicht verdeckt und vom Unterlid knapp berührt. Wenn Ihnen die Augen gelingen und ähnlich sind, verspricht es ein gutes Bild zu werden.
- Malen Sie anschließend die Nase. Genau in der Mitte zwischen Augen und Kinnspitze liegt das untere Nasenende. Der untere Teil der Nase und die Form der Nasenlöcher sind am wichtigsten. Eine Nase selbst zu malen, ist so wie die Augen ein schwieriger Part der Porträtzeichnung. Deuten Sie die Nase oben zwischen den Augen lieber nur an. Zu dicke Striche lassen schnell einen unschönen Zinken entstehen.
- Anschließend folgt der Mund. Er gehört etwas näher an die Nase als an das Kinn. Malen Sie den Mund also nicht einfach in die Mitte dazwischen. Die stärkste Linie ist die, wo sich die beiden Lippen berühren. Deuten Sie die Oberlippenform an und die Falte der Unterlippe. Schauen Sie immer wieder genau hin, wie diese Linien verlaufen.
- Im nächsten Schritt formen Sie weitere Details aus, wie Form und Stärke der Augenbrauen, Ohren (möglichst genau, auch wenn man sie kaum sieht) und die Haare. Der Umriss von Kiefer und Wangenknochen ist für einen Menschen charakteristisch. Beobachten Sie exakt, um diese Partie zu malen. Malen Sie die Haare nicht gleich zu üppig. Auch hier ist es wichtig, dass die Form der äußeren Haare und die Kopfform harmonieren.
Das Bild beenden – Licht und Schatten sind wichtig
- Wenn Sie im Bild die Konturen selbst gemalt haben, beginnen Sie das Gesicht und die Haare zu tönen. Im Normalfall kommt das Licht von einer Seite. Die Gesichtshälfte, die mehr im Schatten liegt, schraffieren Sie also zunächst in einer Intensität. Beim Schraffieren der Haare achten Sie beim Verlauf der Striche auf den der Haare. Dort, wo helles Licht hinfällt, lassen Sie die Schraffierung ganz weg.
- Durch dieses erste Eintönen der hellen und dunklen Bereiche im Gesicht, nehmen die Elemente wie Nase, Mund und Augenbrauen ihre Form an.
- Am Ende überarbeiten Sie den ganzen Kopf indem Sie die Tiefe der Schraffierungen variieren. Beobachten Sie genau, wo Licht und Schatten im Gesicht sind.
- In der Pupille, wo sich das Licht spiegelt, ist oft ein heller Fleck zu sehen. Dieser lässt die Augen leuchten. Um Mund und Nase schraffieren Sie lieber vorsichtig, sonst sieht Ihr Porträt schnell aus wie eine Karikatur. Schaffen Sie keine zu starken Kontraste. Unterbrechen Sie sich immer wieder beim selber malen.
Ein Porträt zeigt mehr als das Gesicht
- Zu einem Porträt gehört mehr als nur der Kopf. Hals und Schultern ergänzen das Bild. Beides muss in der Form richtig sein. Hat Ihr Partner einen langen schmalen Hals, oder ist dieser eher gedrungen? Ist er breitschultrig oder nicht?
- Wenn der Porträtierte nie Hemden trägt, gehört in das Bild auch kein Hemdkragen. Zeichnen Sie ruhig den Lieblingspullover. Allerdings kann ein Tuch um den Hals einer Frau das Porträt bereichern. Wichtig ist, dass nach wie vor das Gesicht im Mittelpunkt steht. Dieses soll betont werden. Die Kleidung ergänzt das Bild nur, mehr nicht!
- Wenn Sie zufrieden sind, betrachten Sie nun Ihr selber gemaltes Bild als Ganzes. Ist um die Zeichnung herum zu viel Platz? Schneiden Sie das Blatt ruhig so zurecht, wie es am besten aussieht. Wenn Sie nicht zufrieden sind, betrachten Sie Ihre Zeichnung als eine gute Übung. Manchmal sieht man erst ein paar Tage später, warum etwas nicht stimmt. Und manchmal sind einige Details nicht ganz perfekt, aber der Charakter des Partners ist gut getroffen.
- Bei einem guten selber gemalten Bild, sollten Sie nicht scheuen, dieses mit eine Passepartout und einem dazu passenden Rahmen zu versehen.