Edelmut kann sich leisten, wer für sich sorgt

  • Was bedeutet eigentlich, "Edelmut"? Im Grunde lässt es sich die Wortzusammensetzung nicht übersetzen, sondern nur in seine zwei Wortbestandteile Edel und Mut unterteilen, um dann sinngemäß verstanden zu werden, z. B. edel und mutig zu handeln, zu denken, zu fühlen usw. Wobei schon die Frage auftaucht, warum man denn Mut braucht, um z. B. edel handeln zu können.
  • Genau genommen stammt das Adjektiv "edel" vom Wort "Adel" ab und bedeutete im Ursprung, dass jemand von hoher, vornehmer Geburt war. Es handelt sich also um eine bestimmte, soziale Qualität, die allseits als etwas Besonderes verstanden wird und selbst einem negativ verstandenen Wort noch einen positiven Tatsch verleiht, wie z. B.: edel aber arm... Diese Bedeutung versetzt zumindest die Wortzusammensetzung "Edelmut" auf eine gewisse qualitative Ebene.
  • Das Wort Mut dagegen, stammt von dem altgermanischen "muod" ab, was so viel bedeutet, wie "mit einer bestimmten, erregten Gefühlswallung (Zorn, Eifer), nach etwas trachten oder zu handeln. Und im Mittelalter stand "Mut" zu haben, höher im Kurs, als z. B. eine Tugend. Im Laufe der Geschichte passte sich die Bedeutung des Wortes an und so wird Mut heute, neben der ursprünglichen Version auch mit bemerkenswerten Taten in Verbindung gebracht, die sich durch ein seelisch-stolzes Stimmungshoch begründen.
  • Wenn man also die Bedeutung der Worte genau betrachtet, beweist jemand "Edelmut", wenn er mit einer gewissen Gefühlswallung (Zorn oder Eifer), hochwertig handelt. Das kann bedeuten, dass jemand sich über einen "Diebstahl ereifert" und anstatt den Dieb zu strafen, diesem "vergibt". Und schon wieder taugt die Frage auf: "Warum vergibt jemand dem Dieb, der ihm etwas gestohlen hat?" Natürlich bleiben die Motive Spekulation, jedoch geschieht nichts ohne eine bestimmte, subjektive Motivation, die vielleicht auch nicht immer hinterfragt werden muss!
  • Allgemein muss aber angenommen werden, dass das Verhalten, einem Dieb, der etwas gestohlen hat, zu verzeihen, von außen betrachtet, zunächst einmal "selbstlos" erscheint. z. B. es wirkt, als würde das "Verzeihen" völlig frei und gelöst sein, von jedem "selbstnützlichen" Zweck. Denn wenn man das Wort "Selbstlos" betrachtet, muss man die Bedeutung annehmen: "von sich selbst los zu sein", im Sinne vom eigenen Nutzen, Wollen, Wünschen, Zweck usw. Diese, auch "uneigennützige" Handlungs- und Denkweise, ist auch unter dem Wort "Altruismus" bekannt.
  • Altruismus kommt aus dem Lateinischen und heißt "der Andere". Im Grunde bietet das Wort ein Ponton zum Wort "Egoismus" und ist als eine Verhaltensweise zu verstehen, die einer Person unbeachtet der eigenen Kosten-Nutzen-Überlegung, einen bestimmten "Gewinn" einbringt. Viele Gelehrte, wie z. B. Charlie L. Hardy oder David Kelley widersprechen jedoch dies "Uneigennützigkeit" und der Wissenschaftler Jonathan Seglow stellt fest, dass das "uneigennützige Handeln" grundsätzlich eine freiwillige Entscheidung bleibt.

So könnten Sie "selbstlos" handeln

  • Grundsätzlich dürfen Sie an die Feststellung von Jonathan Seglow anknüpfen und sich bewusst machen, dass es Ihre Entscheidung bleiben wird, ob Sie "selbstlos" handeln möchten oder nicht. Auch wenn Ihnen die ehrenvolle Beurteilung "Edelmut" bewiesen zu haben, zuteil werden wird, sollte Sie das weder abschrecken, noch motivieren. Warum Sie zum Nutzen anderer entscheiden und handeln, bleibt also Ihnen überlassen.
  • Um "Edelmut" zu beweisen, bzw. sich selber zu beweisen, sollten Sie zuvor gut überlegen, welchen Nutzen der andere Mensch tatsächlich davon hat, denn manchmal kann "Edelmut" auch verpflichten, binden oder einengen. Wägen Sie ab, warum Sie dem anderen "Gutes" tun möchten und hinterfragen Sie Ihr eigenes Motiv auf Zweckmäßigkeit für den anderen. Manchmal kann Edelmut auch bedeuten, durch Unterlassen Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.
  • Edelmut gestattet Ihnen, zu erkennen, welchen persönlichen Nutzen Sie dabei gewinnen, z. B. durch Gefühle der Zufriedenheit, des Glücks, der Liebe oder auch des "in Ruhe" gelassen werdens usw. Machen Sie sich bewusst, dass Ihnen dieser "Selbstnutz" zusteht, solange Ihre Entscheidung und Ihr Handeln auch dem anderen einen guten Vorteil bringt. Ein ausgewogenes "Nehmen und Geben" ist eher unter "Edelmut" zu verstehen, wie die völlige "Selbstaufgabe".
  • Im engeren Sinne dürfen Sie "Edelmut" auch verstehen, sich selbst zu schützen, um dann für jemand anderen da sein zu können. D. h. achten Sie darauf, dass Sie sich, in Ihrem Denken und Handeln um den anderen, nicht ganz von sich lösen, denn völlige Hingabe und völlige Selbstlosigkeit, bedeutet, sich selbst aufzulösen. In dem Moment können Sie dem Gegenüber kein ebenbürtiger Partner mehr sein. Im Gegenteil, die Gefahr, seelisch zu erkranken wäre gewaltig und könnte zu einer großen Belastung führen, die wiederum dem anderen "Selbstlosigkeit" abverlangt.