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Ecofarming in den Tropen - Wissenswertes zur Vorgehensweise

Für die Agrarwirtschaft werden umweltschonende Anbaumethoden immer wichtiger. Ein Beispiel hierfür: das Ecofarming, das unter anderem in den Tropen bereits große Erfolge verzeichnen konnte. Sie fragen sich nun, welche das wohl sind und wie der innovative Anbau eigentlich funktioniert.

Ecofarming kann vielleicht den Regenwald retten.
Ecofarming kann vielleicht den Regenwald retten. © Bildpixel / Pixelio

Was das Ecofarming ist

  • Unter dem Ecofarming können Sie sich eine moderne Anbaumethode vorstellen, die den Einsatz von Fremdmitteln vermeiden will, ohne dabei den Ertrag der Ernte in Mitleidenschaft zu ziehen. Vor allem spielt es dabei eine Rolle, sich an natürlichen Gegebenheiten in der unmittelbaren Umwelt des geplanten Anbaus zu orientieren.
  • Eine Vorgehensweise des Ecofarming stellt die Terrassierung von Abhängen und die Planung von Gräben zum Erosionsschutz dar, wobei die bei der Terrassierung entstehenden Kanten als Pflanzgrundlage genutzt werden. Die auf den Kanten gepflanzten Pflanzen bringen Obst und Holz, wobei auch Mulch gewonnen wird. 
  • Daneben sollten Sie wissen, dass bei der Ecofarming Methode über Gründüngung gedüngt wird. Das und die oben beschriebene Mehrfachnutzung soll bodenschonende Auswirkungen haben und so für bleibend fruchtbare Gebiete sorgen, indem die Nährstoffe der Böden nicht ausgeschöpft werden. 
  • Stellen Sie sich das Ecofarming im Normalfall also als ökonomischere Flächennutzung mit nährstoffförderlichen Effekten vor. So wird beispielsweise Getreide an einen terrassierten Abhang gepflanzt, wobei auf den Kanten der Terrassen Primärwald angelegt wird, der wiederum Laub abwirft und den Boden des Getreidefeldes so mit Nährstoffen versorgt. 
  • Der Anbau ist also durch den Erosionsschutz nicht mehr von der Ausschwemmung der Nährstoffe durch Regen betroffen, genauso wenig kann die Sonne den Boden austrocknen, weil die Bäume Schatten spenden und schließlich im Herbst werfen sie Laub ab und führen so neue Nährstoffe zu.
  • Das Ecofarming ist dabei nicht nur im Hinblick auf die Bodenerhaltung besonders effektiv, sondern vor allem für den Farmer selbst, da das Feld Getreide liefert, wobei die Bäume zur selben Zeit für Früchte und Brennholz sorgen.

Zur Nutzung der Anbaumethode in den Tropen

  • In den Tropen soll das Ecofarming, wie Sie sich sicher vorstellen können, vor allem dem Erhalt des Regenwaldes zugute kommen. So soll die Anbaumethode dafür sorgen, dass Farmer den Regenwald für ihre Landwirtschaft nutzen, statt ihn abzuholzen.  
  • Eine Methode dabei soll beispielsweise eine innovative Anbaustruktur sein, welche sich an die Stockwerkstruktur des Waldes anpasst. Das wiederum soll bezwecken, dass der Boden fruchtbar bleibt, da seine Nährstoffe so geschont werden.
  • Das Ecofarming soll in den Tropen vor allem den verbreiteten Plantagenanbau ersetzen, für den der Regenwald gerodet und schließlich herunter gebrannt werden muss. Das Verbrennen macht den Boden zunächst fruchtbar, jedoch wäscht der nächste Regen die Asche und mit ihr die Nährstoffe auch schon wieder aus. 
  • Im Endeffekt führt der Plantagenanbau also nicht nur zur Rodung des Regenwaldes, sondern gar zu einer sinnlosen Rodung, weil der Boden nach dem Ausspülen der Nährstoffe und die anschließende Austrocknung aufgrund der direkt darauf einwirkenden Sonne für die nächste Dekade unfruchtbar ist, sodass der Farmer wiederum eine neue Fläche rodet. 
  • Wird Ecofarming eingesetzt, so wird am Boden zwar Unkraut beseitigt, die Bäume jedoch bleiben stehen. Dabei konzentriert man sich, die natürlichen Gegebenheiten im Regenwald zu nutzen und Schattengewächse beispielsweise unter solchen zu pflanzen, die Schatten spendend wirken oder neben weniger nährstoffbedürftigen Pflanzungen solche anzusäen, die viele Nährstoffe brauchen. Kurzum: Am Boden werden solche Pflanzen angesät, die Schatten benötigen, größere, die der Sonne entgegentreiben wollen, eine Etage darüber und Ähnliches. 

Was durch das Ecofarming in den Tropen letztendlich entsteht, ist also eine vielseitige Mischkultur, die nicht nur den Regenwald schont, sondern auch den Farmern nutzt, da sie bei der Missernte des einen Anbaus auf derselben Fläche immer noch auf die erfolgreiche Ernte des anderen setzen können. Eine Win-Win-Situation für Mensch und Umwelt entsteht und auf genau dem sollte der Mensch wohl seine Zukunft bauen.

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