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Druckverband machen - Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Druckverband ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme, die den Blutfluss insbesondere bei stark blutenden Wunden vermindern kann, um so einem möglicherweise lebensbedrohlichen Blutverlust entgegenzuwirken. Im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses wird das Anlegen eines Druckverbandes theoretisch und praktisch gelehrt, jedoch liegt dieser Kurs bei den meisten schon einige Zeit zurück. Es besteht keine gesetzliche Wiederholungspflicht, jedoch empfiehlt man eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Maßnahmen alle 2-3 Jahre.

Ein richtig gefüllter Verbandskasten hat alle notwendigen Materialien für den Druckverband.
Ein richtig gefüllter Verbandskasten hat alle notwendigen Materialien für den Druckverband.

Was Sie benötigen:

  • Wundabdeckung (Kompresse, Taschentuch o.ä.)
  • Druckauflage (fest, nicht saugfähig)
  • Verbandsmaterial (im Notfall Tuch, Stoff etc.)
  1. Das Hauptaugenmerk sollte zunächst darauf liegen, die Blutung schon zu vermindern bevor der Verband angelegt wird. Handelt es sich um eine Verletzung im Bereich der Unterarme bzw. der Beine oder Füße reicht oft schon ein einfaches Hochhalten des jeweiligen Körperteils, um den Blutfluss zu verringern.
  2. Die Wunde wird idealerweise mit einer Kompresse abgedeckt. Ist keine Kompresse vorhanden, eignet sich beispielsweise auch ein Taschentuch. Mit einigen Bindengängen wird die Wundabdeckung fixiert.
  3. Auf die Wundabdeckung wird ein fester Gegenstand gelegt, der nicht oder wenig saugfähig ist, beispielsweise ein noch eingepacktes Verbandpäckchen. Dieser wird fest mit der Binde umwickelt. Ein Tuch oder in Streifen gerissenen Stoff kann man im Notfall natürlich auch verwenden. Der Druckverband sollte so fest anliegen, dass die Blutung zum Stillstand kommt. Ist ein Verband durchgeblutet, darf er nicht entfernt werden, stattdessen wird oberhalb ein weiterer Verband nach demselben Schema angebracht.
  4. So schnell wie möglich sollte der Rettungsdienst alarmiert werden (Notruf 112). Wenn Ihnen Helfer zur Seite stehen, können diese schon den Notruf absetzen, während Sie den Druckverband anlegen. Falls Sie sich alleine um den Verletzten kümmern müssen, sollte erst die Blutung gestoppt werden und dann der Anruf erfolgen. Das schnelle Eintreffen des Rettungsdienstes ist von höchster Wichtigkeit, da hoher Blutverlust schnell zu einem Schockzustand des Verletzten führen kann und damit lebensgefährlich ist.
  • An Kopf oder Rumpf lässt sich ein Druckverband meist nicht optimal anbringen, dann reicht die Druckwirkung nicht aus, um die Blutung zu stillen. In diesem Fall muss der Druck per Hand ausgeübt werden. Ist der Patient noch ansprechbar, kann er dies eventuell selbst tun, während der Helfer sich um die weitere Versorgung kümmert. WICHTIG: Im Bereich des Halses darf grundsätzlich kein Druckverband angebracht werden, da dadurch die Versorgung des Gehirns und die Atmung des Verletzten aufs stärkste gefährdet werden.
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