Vorgedanken zur Dressur

  • Dressuraufgaben sind nicht das sture Einüben von Aufgaben, so wie Sie es im Zirkus vorfinden. Dressuraufgaben haben zunächst einmal die Aufgabe, Ihr Pferd durchlässig zu machen. Dies bedeutet, dass es sich unter Ihnen entspannt, den Rücken aufwölbt und den Hals fallen lässt, um so an Ihre Hilfen annehmen zu können.
  • Zudem werden beim Reiten von Dressuraufgaben die natürlichen Bewegungsabläufe eines Pferdes herausgeritten, es wird nichts Unnatürliches vom Pferd verlangt.
  • Dressuraufgaben dienen der Gymnastizierung Ihres Pferdes, sie halten es geschmeidig, die natürlichen Rundungen und Biegungen des Pferdes werden trainiert und bleiben so deutlich länger vorhanden.
  • Das Setzen des Schwerpunktes auf die Hinterhand beim Reiten bzw. Trainieren von Dressuraufgaben hat zudem noch einen gesundheitlichen Aspekt, da so das Gewicht auf die stärkere Hinterhand verlagert wird, was die Vorhand schont und so vielen Schäden an den Vorderbeinen und -gelenken vorbeugt.

Das Lösen vor den Dressuraufgaben

  1. Als Erstes lassen Sie Ihr Pferd mindestens 10 Minuten frei im Schritt gehen, um die Gelenke und den Bewegungsapparat aufzuwärmen. Tun Sie das nicht, riskieren Sie ernsthafte Verletzungen durch Stauchungen oder Überdehnungen.
  2. Nehmen Sie die Zügel locker an und traben Sie an, bitte leicht traben. Reiten Sie fleißig vorwärts über große Rundungen und versuchen so, Ihr Pferd an Ihre Hand vorwärts-abwärts heranzureiten, um Ihr Pferd für die Dressuraufgaben vorzubereiten.
  3. Wechseln Sie in den Galopp und verfahren Sie genau so wie beim Leichttraben.
  4. Eine wichtige Durchlässigkeitsprüfung ist das häufige Wechseln der Gangarten, möglichst fließend im Übergang geritten. Erst wenn diese Übergänge problemlos klappen, können Sie mit dem Reiten von Dressuraufgaben beginnen.

Hilfengebung für die Dressuraufgaben

Die richtige Hilfengebung ist das A und O für das Reiten von Dressuraufgaben, ebenso wie ein tiefer Sitz.

  • Sitzen Sie aufrecht und entspannt im Sattel, der Rücken muss gerade sein, die Schultern werden nach hinten fallen gelassen, Bauch rein, Brust raus. Sie müssen Ihr Gewicht im Sattel spüren, Ihre Beine hängen locker nach unten, der Absatz bildet den tiefsten Punkt, die Zehenspitzen sind leicht einwärts gedreht. Lassen Sie Ihre Ellenbogen seitlich vom Körper, die Unterarme bilden eine Linie mit den Zügeln zum Pferdemaul.
  • Die treibenden Hilfen sind die wichtigsten Hilfen beim Reiten von Dressuraufgaben, sie kommen aus Ihrem Kreuz und werden über Ihr Gesäß an das Pferd weitergegeben. Erst im zweiten Schritt kommen die Waden als vorwärtstreibende Hilfe dazu.
  • Die Gewichtshilfen sind beim Reiten von Dressuraufgaben ebenfalls sehr wichtig, da Sie nur durch Ihre Gewichtsverlagerung bereits dem Pferd die Richtung und Biegung vorgeben können.
  • Seitwärtstreibende Hilfen kommen bei Dressuraufgaben ebenfalls häufig zum Einsatz, ein leicht nach hinten verlagerter Unterschenkel treibt das Pferd an den anderen Schenkel heran. So können Sie Ihr Pferd um den vorne liegenden Schenken biegen und in der Vorwärtsbewegung seitwärts reiten.
  • Einrahmende Hilfen werden über die Zügel gegeben. Hier dürfen Sie aber nicht am Zügel ziehen, Ihre Hand muss elastisch in der Bewegung mitgehen, Sie müssen Ihr Pferd an Ihre Hand heranreiten.
  • Die Parade mit der Hand sollte immer erst als Letztes zum Einsatz kommen und darf immer nur mit Unterstützung der vorwärtstreibenden Gesäßhilfen benutzt werden. So können Sie auch, wie in Dressuraufgaben häufig gefordert, zum Stehen durchparieren, ohne Ihrem Pferd im Maul weh zu tun.

Resultat des Reitens von Dressuraufgaben

  • Das Reiten von Dressuraufgaben trainiert Sie und Ihr Pferd und ermöglicht es Ihnen, immer den Fähigkeiten Ihres Pferdes entsprechend, auch schwerere Aufgaben zu versuchen.
  • Ein durch Dressuraufgaben durchlässig an den Hilfen stehendes Pferd ist im Springparcours sehr viel leichter zu lenken und zu koordinieren. Sie können das Tempo vor und nach einem Sprung besser kontrollieren, Kurven sind einfacher zu reiten.
  • Im Gelände wird sich ein mittels Dressuraufgaben gelöstes Pferd ebenfalls besser kontrollieren lassen, da Ihre Hilfen und Paraden von Ihrem Pferd besser angenommen werden.

Dressuraufgaben dienen also nicht nur dem Zweck, sich auf Dressurturniere vorzubereiten, sondern helfen Ihnen, bei jeder Art des Reitens besser kontrollieren zu können.