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Drei Päpste gleichzeitig? - Erklärung

Auch wenn es heute kaum vorstellbar ist, es gab mal eine Zeit, da waren gleichzeitig drei Päpste an der Macht oder besser gesagt konkurrierten um diese. Welcher von Ihnen der echte Papst war, werden weder Sie noch die Wissenschaftler heute kaum noch entscheiden können.

In Konstanz wurde der Streit der Päpste beendet.
In Konstanz wurde der Streit der Päpste beendet.

Wie mehrere Päpste gleichzeitig an die Macht kamen

  • Der Papst war nicht zu allen Zeiten in Rom ansässig.  Ab 1305 etablierte sich Avignon als Sitz der Päpste. Der Einfluss der französischen Könige auf die Kirche wuchs. Als Gregor XI. den Sitz des Papstes wieder nach Rom zurück verlegte und kurz danach verstarb, wurde ein Italiener als Papst gewählt. Urban VI ernannte umgehend 29 neue Kardinäle. Das führte zu einem Konflikt mit den bisherigen Kardinälen, die daraufhin den Franzosen Clemens VII. zum Papst wählten. Damit begann 1378 die Zeit, die als Abendländisches Schisma bezeichnet wird.
  • Da es zu keiner Einigung kam, wurde 1409 das Konzil von Pisa einberufen. Bei diesem Konzil wurden Gregor XII., welcher Nachfolger von Urban VI. war und  Benedikt XIII., der Nachfolger von Clemens VII. abgesetzt. Als gemeinsamer Papst wurde Alexander V. eingesetzt. Wie Sie sich sicher denken können, haben dies die beiden abgesetzten Päpste nicht akzeptiert. Aus diesem Grund gab es nun drei Päpste zur gleichen Zeit. Dieser Zustand blieb bis zum Jahr 1417.
  • 1411 wurde Sigismund römisch-deutscher König. Zu dieser Zeit stritten also drei Päpste um die Macht. Das Problem war, dass keiner der 3 die Macht hatte, ein Konzil einzuberufen, dem die Anhänger der anderen Päpste folgen würden. Diese Tatsache hat schließlich bereits 1409 dazu geführt, dass es drei statt zwei Päpste gab.
  • 1414 berief Johannes VIII. (Nachfolger von Alexander V.) das Konzil in Konstanz ein. Er erklärte sich auf Druck des Königs bereit zurückzutreten, wenn auch die beiden anderen Päpste dies täten. Dann floh er aber aus der Stadt, was zu seiner Absetzung führt. Gregor XII. hatte das Konzil nicht anerkannt, aber beim Amtsantritt einen Eid geschworen, dass er zurücktreten würde, wenn dadurch das Schisma beendet würde. Er erklärte sich nach der Absetzung von Johannes bereit nach Konstanz zu kommen, wenn ein neues Konzil von romtreuen Kardinälen einberufen würde. Dies geschah darauf hin.
  • Benedikt XIII. floh darauf aus Avignon, aber ein großer Teil der französischen Kardinäle reiste nach Konstanz. Nach der Absetzung von Benedikt und dem Rücktritt von Gregor XII. wählte das Konzil 1417 Martin V. zum einzigen gemeinsamen Papst.

Drei Kirchenoberhäupter in einem Jahr

Es gab zwar nur die Zeit von 1409 bis 1417 in der drei Bischöfe von sich behaupteten Papst zu sein. Mehrere Päpste in einem Jahr gab es aber häufiger.

  • Im 1276 gab es die vier Päpste  Gregor X., Innozenz V., Hadrian V. und Johannes XXI. Hadrian V. hatte nie eine Priesterweihe empfangen und hätte daher erst noch geweiht werden müssen. Er verstarb aber nach 38 Tagen, ohne die Weihe empfangen zu haben. Sein Vorgänger Innozenz V. war nur 5 Monate im Amt.
  • In der Neuzeit ging das Jahr 1978 als Dreipäpstejahr in die Geschichte ein. Auf Paul VI. folgte Johannes Paul I., der nach 33 Tagen verstarb. Darauf wurde Johannes Paul II. Papst. Trotz der kurzen Amtszeit prägte Johannes Paul I. das Amt neu. Er verzichtete auf eine Krönung und den Pluralis Majestatis.

Aber weder drei noch vier Päpste in einem Jahr haben etwas damit zu tun, das mehrere Päpste von sich behaupteten der wahre Papst zu sein. Wenn es um die Gleichzeitigkeit geht, können Sie sicher sein, dass die Ereignis der Jahre 1409 - 1417 gemeint sind.

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