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Depressionen




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Symptome
Natürlich ist jeder von uns ab und zu traurig, einsam oder unglücklich. Normalerweise gibt es für diese Gefühle auch eine offensichtliche Ursache, wie Trauer, Enttäuschung oder ein traumatisches Ereignis. Wir erholen uns davon unterschiedlich schnell, normalerweise innerhalb einiger Wochen. Wenn aber das Ausmaß oder die Dauer dieser Gefühle einen Umfang annimmt, der nicht mehr im Verhältnis zum Geschehenen steht, dann sprechen Fachleute von einer Depression oder auch von einer "affektiven Störung". Darunter versteht man eine psychische Störung, die sich auf die Regulation von Emotionen auswirkt.

Depressionen können in allen Lebensphasen auftreten und zeigen sich in ganz verschiedenen Formen, Ausprägungen und Verläufen. Das Spektrum reicht von kurzfristigen Verstimmungen, Reaktionen von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit im Zusammenhang von Lebens- und Entwicklungskrisen, bis hin zu chronisch-psychischen Erkrankungen. Leitsymptome depressiver Störungen sind eine gedrückte Grundstimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Des Weiteren können Appetitstörungen mit Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen, ein Selbstwertverlust, Störungen der Konzentration und des Denkens, Grübeln und Schuldgefühle bis hin zu Suizidgedanken auftreten.

Besonders alarmierend: etwa 30 Prozent der depressiv Erkrankten haben schon Suizidversuche begangen und 60 bis 70 Prozent der Betroffenen denken während einer akuten Depression über Selbstmord nach. Ein gravierendes Problem dabei ist, dass aufgrund des depressiven Rückzugs oft kaum soziale Unterstützung da ist, die Umgebung oft gar nicht bemerkt, was mit den Betroffenen tatsächlich los ist.

Ein Fünftel sind betroffen
Neurophysiologisch geht man bei einer Depression von einem Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe des Gehirns, dem Serotonin und Noradrenalin aus. So führt ein Noradrenalinmangel im Gehirn nachweislich zu einem Antriebs- und Motivationsverlust. Der überwiegende Teil depressiver Erkrankungen gehört glücklicherweise zu den "leichteren" Störungen, wobei dies nicht bedeutet, dass diese Erkrankungen ohne Krankheitswert oder nicht behandlungsbedürftig wären. Insbesondere wenn sie dann chronisch verlaufen, beeinträchtigen sie die Lebensqualität - bis hin zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit - fast ebenso, wie schwer ausgeprägte Erkrankungsformen.

Weltweit leidet etwa 1/5 der Bevölkerung im Laufe des Lebens zumindest einmal unter einer klinisch relevanten depressiven Störung und nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Depressionen bis zum Jahre 2020 global die zweithäufigste Volkskrankheit nach den koronaren Herzerkrankungen darstellen.

Formen der Depression
Erlebt der Patient ausschließlich Gefühle der Wertlosigkeit, Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit spricht man von Depression oder einer unipolaren Störung. Zu den affektiven Störungen zählen aber auch noch die sogenannten bipolaren Störungen. Diese sind durch abwechselnde Symptome von Niedergeschlagenheit (depressive Phase) und übertriebener Heiterkeit (manische Phase) gekennzeichnet, so dass die Patienten erheblichen Stimmungsschwankungen unterliegen.

Ausgehend vom Ausmaß der manischen Symptome spricht man von Bipolar-1-Störungen bei schwerer Manie und vom Bipolar-2-Typ oder "Hypomanie" bei leichteren manischen Episoden. Manisches Verhalten ist gekennzeichnet durch ein erhöhtes Selbstwert- oder Großartigkeitsgefühl, übertriebene Arbeitsaktivität und erhöhte Gesprächigkeit, ein verringertes Schlafbedürfnis, sowie Ideensprünge oder rasende Gedanken, schlechte Konzentration, impulsives bis hin zu gefährlichem oder rücksichtslosem Verhalten.

Auch junge Menschene betroffen
Während die unipolare Depression am häufigsten in der Altersgruppe der 40-50 Jährigen verzeichnet wird, tritt die bipolare Störung schon früher auf. Die meisten Patienten erleben die ersten manischen oder hypomanischen Episoden bereits Anfang 20. Aufgrund des relativ jungen Alters der Ersterkrankung vermuten Forscher einen biologischen, genetisch determinierten Auslöser. Die Untersuchungen der genetischen Ursachen bipolarer Störungen stehen jedoch noch am Anfang. Weil aber schon heute klar ist, dass es verschiedene "Kandidatengene" gibt, die zum einen den Dopamin-, oder Serotonin-Stoffwechsel regulieren, andere wiederum in der Schmerzvermittlung eine Rolle spielen, wird es wohl eine kausale Therapie in absehbarer Zeit nicht geben können, wohl aber eine gezieltere Intervention, die symptombezogen Linderung verschaffen kann.

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