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Diskrepanzen - was bedeutet das?

Bei scharfen Gegensätzen zwischen verschiedenen Dingen spricht man von Diskrepanzen. Das Wort kann auch metaphorische Verwendung finden.

Diskrepanzen und andere Gegensätze finden Sie häufig im Alltag.
Diskrepanzen und andere Gegensätze finden Sie häufig im Alltag.

Diskrepanzen - Bedeutung

Das Wort "Diskrepanz" tritt im täglichen Sprachgebrauch selten auf. Wenn Sie ein Wörterbuch brauchen, um seine Bedeutung nachzuschlagen, muss Ihnen das nicht unangenehm sein. Das Phänomen, das sich hinter dem Wort versteckt, ist dagegen sehr bekannt.

Gegensätze, Kontraste und Abweichungen von der Regel finden Sie im Alltag sehr häufig. Wenn es um Sachverhalte geht, die in ihrem Inhalt stark auseinanderdriften, spricht man auch von Diskrepanzen.

Diskrepanz - Wortherkunft

Das Wort "Diskrepanz" kommt ursprünglich aus dem Lateinischen. Das entsprechende Verb "discrepare" lässt sich übersetzen mit auseinanderklaffen oder auseinanderkrachen. Diese sehr bildlichen Ausdrücke deutet an, dass bei einer Diskrepanz ein sehr deutlicher Gegensatz vorliegt. Wenn zwei Dinge auseinanderklaffen, liegt zwischen ihnen eine tiefe Kluft. Bei paradoxen Situationen kann diese Assoziation durchaus nahe liegen.

Die lateinische Vorsilbe "dis" kennen Sie auch aus anderen Fremdwörtern. In allen Fällen handelt es sich um eine deutliche Abweichung, einen starken Gegensatz. Denken Sie zum Beispiel an das Wort "Dissens". Bei einem Dissens liegen verschiedene Meinungen vor, ohne dass eine Aussicht auf Einigkeit besteht.

Ein weiterer bekannter Ausdruck aus der Musik ist die "Dissonanz". Von einer Dissonanz spricht man, wenn verschiedene Töne keinen harmonischen Zusammenklang ergeben. Als Synonym können Sie das Wort "Missklang" benutzen.

Missverhältnisse im Alltag

Auch wenn Sie das Wort im Alltag nicht benutzen, können Sie im täglichen Leben häufig Diskrepanzen erkennen. Denken Sie an die letzte Situation, in der es Ihnen so vorkam, als ob etwas nicht zusammenpasst. Dies kann sich ganz banal äußern, zum Beispiel an bestimmten Farbzusammenstellungen. Während Schwarz und Rot sich gut verbinden lassen, sorgt das Zusammentreffen von Rot und Pink für ein Missverhältnis, eine Diskrepanz.

In der Pädagogik können Diskrepanzen auf Probleme hindeuten. Wenn ein Kind mathematisch hochbegabt ist, in der Schule aber schlechte Noten in Mathe hat, deutet das auf eine Widersprüchlichkeit hin, für die eine Lösung gefunden werden muss.

Ein weiterer Bereich, in dem häufig Diskrepanzen auftauchen, ist die Politik. Zu Enttäuschungen seitens der Wähler kommt es, wenn eine Diskrepanz zwischen den Worten und den Taten eines Politikers herrscht.

Kontraste in Literatur und Kunst

In der Literatur sind Diskrepanzen und Kontraste ein beliebtes Stilmittel. In dem Gedicht "Verkehrte Welt" von Christian Morgenstern spielt der Autor mit Paradoxen. In den zahlreichen Strophen ist so manche Widersprüchlichkeit enthalten. Bezeichnend sind schon die ersten Worte: "Dunkel war's, der Mond schien helle."

Auch Künstler lassen oft Diskrepanzen in ihre Gemälde einfließen. Diese sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Edward Munchs berühmtes Bild "Der Schrei" beeindruckt nicht nur durch die plastische Darstellung. Gleichzeitig beinhaltet es die Diskrepanz zwischen dem grundsätzlich stummen Bild und der geradezu hörbaren Lautstärke des Schreis.

Die Mathematik schreibt dem Begriff sogar eine spezielle Bedeutung zu. Hier bedeutet Diskrepanz die Abweichung von einem Idealzustand.

Dem Phänomen der Diskrepanz begegnen Sie im täglichen Leben viel häufiger als dem Ausdruck. Häufiger taucht der Begriff in einer Übersetzung auf, unter den Synonymen "Widersprüchlichkeit" oder "Missverhältnis". Dennoch finden sich Diskrepanzen in allen Bereichen des Lebens, sei es Alltag, Kunst oder Wissenschaft.

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