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DIN 6921 - Erklärung

Die DIN 6921 steht für Schrauben, welche an der Unterseite des Sechskantkopfes einen zusätzlichen Flansch besitzen. Sechskantschrauben mit Flansch haben eine optimalere Kräfteverteilung als herkömmliche Sechskantschrauben, da der Flansch die Auflagefläche des Sechskantkopfs vergrößert. Bis zum Jahre 1998 galt die deutsche Norm DIN 6921 aus dem Jahre 1983, welche als Benennung im Schraubenhandel auch heute noch Verwendung findet. Sie wurde durch die in Deutschland und dem übrigen europäischen Wirtschaftsraum gültige DIN EN 1665 ersetzt und beschreibt die Sechskantschrauben mit Flansch in Anlehnung an die international gültige Norm ISO 8100.

Sechskantschraube mit Flansch
Sechskantschraube mit Flansch © tommyS / Pixelio

Technische Daten der Sechskantschrauben mit Flansch nach DIN EN 1665 (alt DIN 6921)

  • Die gebräuchlichsten Materialien sind je nach Verwendungszweck Stahl in den Festigkeitsklassen 10.9 und 8.8. Die Ziffern vor dem Punkt geben 1/100 der Mindestzugfestigkeit in N/mm² an und die folgende Ziffer das Verhältnis aus dem 10-fachen der unteren Streckgrenze zur Nennzugfestigkeit. Beide Zahlen miteinander multipliziert ergeben 1/10 der jeweiligen Mindeststreckgrenze in N/mm².
  • Edelstahl-Ausführungen gibt es als A2 und A4. Das A steht für Chrom-Nickel-Stahl (austenitischer Edelstahl) und die 4 für den Bestandteil Molybdän, der zur klassischen Zusammensetzung Chrom und Nickel (A2) hinzukommt und beispielsweise die Säurebeständigkeit des nicht rostenden Stahls erhöht. 
  • Die Normalstahlvarianten gibt es auch verzinkt, was durch die geringere Korrosion zu einer längeren Haltbarkeit der Schrauben nach  DIN EN 1665 (alt DIN 6921) an sich und der Schraubverbindungen führt.  
  • Handelsübliche metrische ISO-Gewinde sind M5, M6, M8, M10, M12 und M16. Zöllige Gewinde wie UNC oder BSW sind eher in den USA und Großbritannien verbreitet. 
  • Sechskantschrauben mit Flansch gibt es auch mit einer Sperrverzahnung oder Sperr-Rippen unter dem Flansch und dienen einer zusätzlichen Schraubensicherung. Im Handel werden diese auch als Sperrzahnschrauben oder RIPP-Schrauben bezeichnet.

Vorteile durch den Flansch der Schrauben nach DIN EN 1665

  • Der Flansch ersetzt den Einsatz einer Unterleg- bzw. Beilagscheibe.
  • Bei weicheren Werkstoffen übertragen die Flansche die Vorspannkraft auf eine größere Fläche und verhindern so das Einsinken des Sechskantkopfes ins Material.
  • Sollte die Bohrung für die Schraube etwas zu groß gewählt sein, kann dies aufgrund des größeren Durchmessers des Flansches ausgeglichen werden.
  • Durch den Flansch erhöht sich insgesamt die Festigkeit des Kopfes und hilft, ein Abreißen zu verhindern.
  • Der Flansch vergrößert die Vorspannfläche und verleiht der Schraubverbindung eine höhere Festigkeit.
  • Bei Schraubverbindungen, welche öfter gelöst werden müssen, kann der Flansch der Schrauben nach DIN EN 1665 (alt DIN 6921) einen zusätzlichen Schutz für das zu verschraubende Material sein, indem er vor Gebrauchsspuren durch abrutschende Maul- oder Steckschlüssel schützt.
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