Was die althochdeutsche Vorsilbe Kar- bedeutet

Auch wenn der Ausdruck Feiertag meist auch mit einer Feierlaune in Verbindung gebracht wird, handelt es sich im Grunde dabei eher um einen Trauertag, was auch durch die Vorsilbe Kar- zum Ausdruck gebracht wird. 

  • Kar- leitet sich vom althochdeutschen Begriff kara ab, was so viel wie "Kummer" oder "Traurigkeit" bedeutet. Althochdeutsch ist die älteste durch Schriften bezeugte Form des Hochdeutschen, welche um die Zeit vor und kurz nach der ersten Jahrtausendwende gebräuchlich war.
  • Der religionsgeschichtliche Hintergrund hinter diesem Namen ist die Kreuzigung Jesu Christi, welche an diesem Tag stattgefunden haben soll. Fromme Christen gedenken daher in Trauer und Demut dem Leiden und Sterben des Herrn.
  • Da die Vorsilbe Kar- aus dem Althochdeutschen stammt, findet sich diese Bezeichnung des Feiertages auch ausschließlich in deutschsprachigen Gegenden. Im übrigen Christentum ist der Karfreitag meist als Stiller oder Hoher Freitag bekannt.

Der Karfreitag ist nicht der einzige Kartag

Wenn Sie mit dem Christentum oder überhaupt mit Religion nichts am Hut haben, wissen Sie vielleicht nicht, dass es nicht nur den Karfreitag gibt, sondern dass die ganze Woche vor Ostern auch als Karwoche bezeichnet wird.

  • Während Montag, Dienstag und Mittwoch dabei allerdings vor allem als die stillen Tage bekannt sind, handelt es sich beim Gründonnerstag, dem Karfreitag und Karsamstag um die Kartage im eigentlichen Sinne.
  • Letztere sind auch unter dem Namen Triduum Sacrum bekannt, was auf Deutsch "die heiligen drei Tage" bedeutet, welche im religiösen Kalender des Christentums die wichtigsten Feiertage des Jahres darstellen.
  • Während der Karfreitag, wie oben bereits erwähnt, den Tag der Kreuzigung Jesu darstellt, gilt der Gründonnerstag entsprechend als Tag des letzten Abendmahls und der Karsamstag als Tag der Grabesruhe. Mit der Auferstehung Jesu am Ostersonntag endet die Karwoche.