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Die schwedische Farbe "Faluröd" - Wissenswertes

Die Fahne der Schweden strahlt in Blau und Gelb, Landschaft und Städte eher in Rot und Grün. Dabei ist es nicht irgendein Rot, sondern die typische schwedische Farbe „Faluröd“.

Rote Häuser mit weißen Fenstern prägen Schwedens Landschaft.
Rote Häuser mit weißen Fenstern prägen Schwedens Landschaft.

Jeder Reisende durch Schweden begegnet den typisch rotbraun gestrichenen Häuschen mit leuchtend weißen Fenstern. Sind diese umgeben von grünen Wiesen und Wäldern, so prägen sich Rot und Grün als schwedische Farben ein.

Die rote Farbe Schwedens

  • Sie geht auf den Kupferbergbau im Land zurück. In Schweden wurde im 17. und 18. Jahrhundert in riesigen Mengen Kupfer abgebaut. Als Nebenprodukt fiel dabei Rotmulm (nicht nutzbares Kupfererz) an. Es ist der Grundstoff für die schwedische Farbe „Faluröd“.
  • Anfangs strichen damit nur der Hochadel oder reiche Bürger Ihre Häuser. Sie imitierten damit die roten Backsteingebäude der Hansestädte. Wenn sich bedeutender Besuch ansagte, erhielten auch nahestehende Häuser den Wohlstand verheißenden Anstrich.
  • Damit begann der Siegeszug der schwedischen Farbe. Sie erwies sich nämlich auch als Holzschutzmittel. Bald erhielten Kirchen, Häuser des kleinen Landadels und später selbst einfache Häuschen den Anstrich.

Schwedische Tradition bis heute

  • Sicher begegnen Ihnen inzwischen einige Häuser auch in Gelb, Hellblau oder anders in Schwedens Landschaft. Am häufigsten ist aber immer noch das „Faluröd“. Die Schweden halten an ihrer Tradition fest.
  • Die Farbe „Faluröd“ ist ein umweltverträglicher Anstrich. Der Grundstoff Rotmulm enthält Kupfer, Silikat, Eisenocker und verschiedene Zinkverbindungen. Dies erklärt die Wirkung als Holzschutz. Da die Farbe als Schlämmfarbe nicht luftdicht abdeckt, kann das Holz darunter weiter atmen. Etwa 15 Jahre lang hält ein solcher Anstrich. 
  • Die Stadt der Herstellung der schwedischen Farbe ist Falun. Im 17./18. Jahrhundert befand sich hier die größte Kupfergrube der Welt. Obwohl diese 1992 geschlossen wurde, sind noch reichliche Vorräte an Rotmulm vorhanden. Die Schweden können Ihr Rotbraun noch viele Jahre verarbeiten.
  • Die Kupfergrube in Falun, die Industrielandschaft dazu und eine anliegende Holzstadt mit etwa 300 Jahre alten Häusern gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. 
  • Die schwedische Farbe „Faluröd“ ist längst nicht nur auf Häuser von begüterten Bürgern beschränkt. Sie schmückt große Villen genauso wie kleine Schuppen und hat bis in die Gegenwart nichts von ihrem Ansehen verloren. 
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