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Die rote Linie beim Skispringen - Wissenswertes rund um die Weitenmessung

Am Bildschirm sehen Sie beim Skispringen häufig nur kleine dünne Männchen in bunten Anzügen, die eine Sprungschanze herunterfahren und dann springen. Wo genau sie landen ist mit dem bloßen Auge nur zu schätzen und der Wert des Sprungs hängt letztendlich in der Hauptsache davon ab, wie weit sie vor oder hinter der roten Linie am Absprunghügel landen. Was genau aber besagt diese?

Finden Sie die rote Linie?
Finden Sie die rote Linie?

Wo die rote Linie auf der Sprunganlage liegt

  • Wenn Sie sich eine Sprungschanze anschauen, so sehen Sie auf dem Absprunghügel unterhalb des Schanzentisches mehrere Markierungen. Für die Weitenmessungen beim Skispringen ist der Konstruktionspunkt entscheidend. Der Konstruktionspunkt ist jedoch kein Punkt, sondern eine bestimmte Weite, die durch eine Linie markiert wird. Bei Tourneeschanzen ist dies regelmäßig eine rote Linie.
  • Architektonisch gesehen ist der Konstruktionspunkt dort, wo der Absprunghügel in die Auslaufzone übergeht und die zunehmende Steigung in eine abnehmende Steigung übergeht. Oberhalb des Konstruktionspunktes beschreibt der Absprunghügel eine konvexe Kurve, unterhalb wird die Kurve konkav.

Die Bedeutung des K-Punktes für die Weitenmessung beim Skispringen

  • Für die Weitenmessung ist der Konstruktionspunkt deswegen entscheidend, weil er zur Bewertung der Sprungweiten als Standardweite festgelegt wurde. Für das Erreichen dieser Weite gibt es genau 60 Weitenpunkte. Nur bei Flugschanzen gibt es bei Erreichen des K-Punktes 120 Weitenpunkte. Springt ein Springer weiter oder weniger weit, kommen Weitenpunkte hinzu oder sie werden abgezogen.
  • Wie viele Punkte hinzugezählt oder abgezogen werden, hängt davon ab, wie groß die Schanze ist, von der beim jeweiligen Wettbewerb des Skispringens oder Skifliegens gesprungen wird. Liegt die "rote Linie" des Konstruktions- oder K-Punktes zwischen 80 und 99 Metern, so zählt jeder Meter 2 Weitenpunkte. Liegt er zwischen 100 und 169 Metern, so gibt es 1,8 Punkte pro Meter und ab 169 Metern gibt es nur 1,2 Punkte. Die Unterschiede im Wert der Punkte erklären sich damit, dass es bei größeren Schanzen auch zu größeren Weitenunterschieden kommen kann.

Die Bedeutung des einzelnen Meters am Beispiel erklärt

  • Mit der geringeren Punktzahl soll verhindert werden, dass ein Wettkampf auf größeren Schanzen durch die größere Streuwirkung der Schanzen verzerrt und gegebenenfalls sogar vorzeitig entschieden werden kann. Dieses Verhältnis veranschaulicht ein Beispiel:
  • Zwei Skispringer springen jeweils auf einer Normal - und auf einer Flugschanze. Bei der Normalschanze in Villach liegt der K-Punkt bei 90 Metern, bei der Flugschanze "Letalnica bratov Gorisek" bei Planica bei 185 Metern. Auf der Normalschanze erzielt Springer A eine Weite von 95 Metern und Springer B eine Weite von 100 Metern. Springer A hat den K-Punkt um mehr als fünf Prozent übertroffen, Springer B um mehr als zehn Prozent mehr Weite erzielt. Spinger B hat die Weite seines Konkurrenten um fast fünf Prozent übertroffen.
  • Auf der Flugschanze erzielt Springer A eine Weite von 190 Metern und Springer B eine Weite von 195 Metern. Sie bemerken: Beide Male überspringen die Springer den K-Punkt um dieselbe Anzahl an Metern. Aber Springer A ist dieses Mal im Verhältnis zur Weite des K-Punktes nur 2,7 Prozent weiter gesprungen, Springer B 5,4 Prozent. Der relative Abstand zur erreichten K-Punkt-Weite und damit auch der Wert des einzelnen gewonnenen Meters ist umso geringer, je größer die Schanze ist. Deswegen werden auch umso weniger Punkte vergeben, je größer die Schanze ist (je größer also auch der Abstand des K-Punktes vom Schanzentisch ist).
  • In der geringeren Weitenpunktzahl, die dem Springer vor und hinter der "roten Linie" abgezogen oder hinzugerechnet wird, spiegelt sich also das Verhältnis des einzelnen Meters zur Gesamtweite wieder.
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