Die 10 Euro Praxisgebühr treiben viele Menschen in den Wahnsinn. Man ist sich nicht sicher, wann man eigentlich bezahlen muss und wann die Quittung gilt. Im Grunde ist es aber ganz einfach.

Im Notfall müssen Sie bezahlen

  • Unabhängig davon, ob Sie die 10 Euro bereits in der Praxis bezahlt haben, müssen Sie, wenn Sie als Notfall in die Klinik gehen oder den Bereitschaftsdienst nutzen, die 10 Euro bezahlen.
  • Die Quittung, die Sie für die Praxisgebühr im Notfall bekommen, gilt nur für weitere Notfälle, sollten Sie also im laufenden Quartal noch einmal als Notfall in die Klinik müssen oder den Bereitschaftsdienst nutzen, dann gilt Ihre Quittung. Sie gilt aber nicht, wenn Sie in eine Arztpraxis gehen.
  • Sind Sie im Urlaub und suchen Sie dort eine Arztpraxis auf, ist das auch eine Notfallbehandlung. Ihr Arzt darf Ihnen aber keine Überweisung für den Urlaubsort ausstellen, es sei denn, Sie leiden unter einer Erkrankung, die auch am Urlaubsort dringend überwacht werden muss. Ohne die Überweisung müssen Sie am Urlaubsort die Praxisgebühr bezahlen.
  • Hat Ihr Arzt zu und Sie gehen zu einem anderen Arzt der gleichen Fachrichtung, müssen Sie die 10 Euro bezahlen. Hat er einen Vertretungsarzt angegeben, der Ihren Arzt im Urlaub vertritt, müssen Sie zu diesem gehen und die Quittung Ihres Hausarztes ist gültig.

Die Praxisgebühr kann auch umgangen werden

  • In der Regel sind Notfälle nicht vorhersehbar, manchmal aber schon. Leiden Sie zum Beispiel unter einer Erkrankung, wegen der Sie am Wochenende Infusionen brauchen, kann Ihr Arzt Ihnen eine Überweisung ausstellen. Diese gilt dann und Sie müssen die Praxisgebühr nicht bezahlen.
  • Auf der Überweisung muss aber auch wirklich ein Grund stehen, weshalb Sie notfallmäßig behandelt werden müssen. Der Arzt kann Ihnen nicht vorsichtshalber eine Überweisung ausstellen. 
  • Wirkliche Notfälle, die eine Überweisung bekommen, sind zum Beispiel Personen, die gerade auf Marcumar eingestellt werden, bei denen also eine Abnahme des Quickwerts am Wochenende dringend nötig ist. Auch ein Patient, der unter einer Erkrankung leidet, wegen der er auch am Wochenende dringend eine Infusion braucht, ist ein Notfall, der vorhersehbar ist.

Die Notfallbehandlung ist manchmal notwendig, heißt für Sie aber auch, dass Sie die Praxisgebühr bezahlen müssen.