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Der Vulkan Yellowstone - ein schlafender Riese im US-Nationalpark

Der Vulkan Yellowstone, der sich unter dem gleichnamigen amerikanischen Nationalpark befindet, zählt zu den größten Supervulkanen unseres Planeten. Eine Eruption in der heutigen Zeit hätte global weitreichende Folgen für die Umwelt und den Menschen. Doch was macht diese Naturgewalt so gefährlich?

Der Mud Vulcano im Yellowstone-Nationalpark
Der Mud Vulcano im Yellowstone-Nationalpark © W._Broemme / Pixelio

Der Vulkan Yellowstone - Wissenswertes über den Hotspot 

Wird beim Unterricht in der Schule der Yellowstone-Nationalpark erörtert, so werden häufig die zahlreichen Naturwunder angesprochen, die dort beheimatet sind. Unter der Oberfläche des Parks jedoch brodelt seit Jahrmillionen ein unbändiges Feuer, das sich eines Tages seinen Weg erneut nach oben bahnen wird.

  • Die riesige Menge an Magma, die bei einem Ausbruch freigesetzt wird, ist einer der Gründe, der für das mächtige Zerstörungspotenzial des Vulkans ausschlaggebend ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Feuer speienden Bergen verfügt der Vulkan Yellowstone über eine kolossale Magmakammer. Sie wird ausgebildet, wenn sich Magma anstaut, das an der Erdoberfläche nicht austreten kann. Diese Kammer befindet sich etwa acht Kilometer unter dem Nationalpark. Ihre Länge beträgt zwischen 50 und 60, ihre Breite mehr als 30 und ihre Stärke knapp zehn Kilometer. Im Laufe der Zeit bildet sich ein so gewaltiger Druck, dass bei einer Eruption riesige Mengen an Lava freigesetzt werden und dabei ein enormer Vulkankrater, eine Caldera, entsteht.
  • Zahlreiche Skelette von Tieren, die vor rund zehn Millionen Jahren im Gebiet des Nationalparks nahezu gleichzeitig ums Leben kamen, weckten bei Wissenschaftlern deren Interesse. Diese Tiere befanden sich unter einer Ascheschicht von über zwei Metern. Da die Knochen sich über ein Gebiet von gut 1.500 Quadratkilometer verteilten, die chemische Verbindung der Asche jedoch überall identisch war, schlossen die Forscher auf die Existenz eines Supervulkans unter dem Yellowstone-Nationalpark.

Die möglichen Folgen eines Supervulkanausbruchs   

Seit mehr als 17 Millionen Jahren ist der Vulkan Yellowstone bereits aktiv. Belegte Ausbrüche fanden vor 2,1 Millionen, vor 1,3 Millionen und vor 640.000 Jahren statt. Würde sich im 21. Jahrhundert eine Eruption ereignen, wären die Folgen primär für die Vereinigten Staaten von Amerika verheerend, dramatische Auswirkungen jedoch kämen auf den ganzen Erdball zu.

  • Pyroklastische Ströme sowie Lava mit einer Temperatur von 800 Grad Celsius und mehr würden Wyoming zerstören. Ein 640 Kilometer langer, über 1.000 Grad Celsius heißer Magmaschlauch reicht im Westen bis unter Idaho und Montana. Auch diese Staaten könnten einem Ausbruch nicht standhalten.
  • Ganz Nordamerika würde von einer dichten Aschewolke eingehüllt, die Landwirtschaft käme zum Erliegen, die Infrastruktur verschwände. Auswirkungen würden sich auch für das weltweite Klima abzeichnen, das sich drastisch abkühlen könnte.

Wissenschaftler sind sich nahezu sicher, dass der Vulkan Yellowstone eines Tages wieder ausbrechen wird. Doch ein bestimmter Zeitpunkt dafür kann nicht vorausberechnet werden. So ist es durchaus möglich, dass die nächste Eruption des Supervulkans erst in mehreren Jahrtausenden stattfindet.

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