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Der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn - so verstehen Sie kaufmännische Fachbegriffe

Wenn ein Unternehmen einen hohen Umsatz erzielt, klingt das zunächst positiv. Aber reicht es auch aus, um langfristig am Markt bestehen zu können? Ein hoher Umsatz garantiert noch keinen Gewinn. Lernen Sie den Unterschied zwischen beiden Begriffen kennen.

Wie viel Gewinn bleibt vom Umsatz?
Wie viel Gewinn bleibt vom Umsatz? © Wilhelmine_Wulff / Pixelio

Der Umsatz eines Unternehmens

  • Der Umsatz ist der Betrag, den ein Unternehmen für den Verkauf seiner Produkte oder Dienstleistungen erhält.
  • Er resultiert immer aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens. Dazu zählen beispielsweise bei einem Produktionsbetrieb die Verkaufserlöse aus den hergestellten Erzeugnissen, bei einem Handelsunternehmen die mit den verkauften Waren erzielten Einnahmen und bei einer Wohnungsgesellschaft die Mieteinnahmen. Wenn etwa ein Produktionsunternehmen am Finanzmarkt Erträge erzielt, zählen diese nicht zu den Umsatzerlösen.
  • Der Umsatz ist die Berechnungsgrundlage für die Umsatzsteuer. In der Regel bezeichnet der Begriff „Umsatz“ den Nettobetrag, der die Umsatzsteuer nicht mit einschließt. Dieser geht auch in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein.
  • Den gesamten Umsatz eines Unternehmens für eine bestimmte Periode ermitteln Sie, indem Sie die Mengen der in diesem Zeitraum verkauften Produkte oder Leistungen mit ihrem jeweiligen Nettoverkaufspreis multiplizieren und diese Werte addieren.
  • Sie können auch den Umsatz berechnen, den das Unternehmen mit bestimmten Produktarten oder in einzelnen Filialen erzielt. Das kann notwendig sein, wenn beispielsweise Umsatzbeteiligungen vereinbart wurden. Verwechseln Sie in diesem Zusammenhang nicht eine Umsatz- mit einer Gewinnbeteiligung, denn hier gibt es deutliche Unterschiede.
  • Im Hinblick auf den Unternehmenserfolg hat der Umsatz nur eine eingeschränkte Aussagekraft, denn trotz hoher Umsatzerlöse kann der Gewinn nur sehr niedrig ausfallen oder sogar negativ sein.

Der Gewinn als Unterschiedsbetrag zwischen Erträgen und Aufwendungen

  • In die Gewinnermittlung gehen nicht nur die Umsatzerlöse ein, sondern auch alle anderen Aufwendungen und Erträge des Unternehmens. Den Gewinn für eine bestimmte Periode ermitteln Sie mithilfe der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Diese ist, auf das gesamte Wirtschaftsjahr bezogen, auch Bestandteil des Jahresabschlusses. Der Aufbau einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung folgt rechtlichen Vorschriften mit Unterschieden zwischen den einzelnen Unternehmensformen.
  • Um den gesamten Unternehmensgewinn zu ermitteln, rechnen Sie zu den Umsatzerlösen auch die Erträge hinzu, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens resultieren. Diese stammen in vielen Fällen aus Finanzanlagen und Beteiligungen. Außerdem ziehen Sie sämtliche Aufwendungen ab, die dem Unternehmen in der betreffenden Periode entstanden sind. Dazu gehören unter anderem Material- und Personalaufwand, aber auch Abschreibungen und Zinsen für aufgenommene Kredite.
  • So ergibt sich der Gewinn vor Steuern, der Berechnungsgrundlage für die Ertragsteuern ist. Wenn diese vom Gewinn abgezogen worden sind, spricht man vom Gewinn nach Steuern.
  • Im Normalfall ist der Gewinn eines Unternehmens niedriger als der Umsatz. Der umgekehrte Fall kann aber auch eintreten, wenn das Unternehmen beispielsweise durch Beteiligungen oder Finanzanlagen mehr erwirtschaftet hat, als mit seinem eigentlichen Unternehmenszweck.
  • Zu Zwecken der Unternehmenssteuerung können Sie auch den Beitrag berechnen, den bestimmte Produktarten, Teilbetriebe oder auch einzelne Aufträge zum Unternehmensgewinn beitragen. Dafür existieren unterschiedliche Methoden der Kosten- und Leistungsrechnung, die den Umsatzerlösen die entstandenen Kosten gegenüberstellen.
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