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Der eingebildete Kranke - die Interpretation gelingt Ihnen so

Molieres Komödie "Der eingebildete Kranke" ist pure Unterhaltung, wenn man sich einmal mit der Sprache und Vorgehensweise des 17. Jahrhunderts bekannt gemacht hat. Hier erfahren Sie, was Sie bei einer Interpretation dieses Theaterstücks beachten sollten.

Molière hat den "Eingebildeten Kranken" geschrieben.
Molière hat den "Eingebildeten Kranken" geschrieben.

Der französische Dichter Moliere (oder korrekt Molière) schrieb im 17. Jahrhundert sein berühmtestes Theaterstück „Der eingebildete Kranke“. Diese Komödie vereint neben der reinen Unterhaltung auch sehr viele moralische und ethische Grundsätze und diente Moliere auch dazu, Kritik an den sozialen Umständen seiner Zeit zu üben. Eine Interpretation dieses Stückes ist gar nicht so schwer.

Darum geht’s im Stück „Der eingebildete Kranke“

  • Die Hauptfigur des Stücks „Der eingebildete Kranke“ ist der Hypochonder Argan, der ständig neue Ärzte um Hilfe bittet, weil er seine eingebildeten Krankheiten geheilt haben möchte.
  • Der „eingebildete Kranke“ Argan befolgt die Anweisungen des Arztes so exakt, dass dieser ihm die teuersten Behandlungen zukommen lässt.
  • Zu allem Überfluss möchte Argan seine Tochter Angelique mit dem Doktor Diaforius verheiraten, sie jedoch liebt Cléante.
  • Argans Bruder Béralde versucht immer wieder, den „eingebildeten Kranken“ von seiner Krankheits-Manie zu befreien.
  • Dazu überredet Béralde seinen Bruder Argan, sich tot zu stellen, um herauszufinden, ob er denn überhaupt von jemandem wirklich geliebt wird.
  • Durch diesen Trick erkennt Argan, dass seine jetzige zweite Frau ihn nicht liebt und nur auf seinen Tod wartet und dass seine Tochter Angelique ihre wahre Liebe zu ihrem Vater beweisen kann. Der „eingebildete Kranke“ stellt ihr frei, zu heiraten, wen sie will, vorausgesetzt, derjenige ist oder wird Arzt.
  • Béralde wiederum überzeugt seinen Bruder, selbst Arzt zu werden, wodurch der „eingebildete Kranke“ nicht nur geheilt wird, sondern auch noch seine Tochter für Clérante freigibt.

Diese drei Themen sind bei der Interpretation wichtig

  1. Bei der Interpretation von Molieres Theaterstück „Der eingebildete Kranke“ ist der Tod ein immer wiederkehrendes Thema, denn Argan fürchtet sich vor dem Tod, seine Tochter will lieber sterben, als einen ungeliebten Mann zu heiraten und seine zweite Frau wartet nur auf seinen Tod.
  2. Ein weiteres wichtiges Interpretations-Thema des „eingebildeten Kranken“ ist das Lachen über - beziehungsweise das Mitfühlen mit - jemandem oder einer Situation. Der Zuseher wird verlockt, über Argan zu lachen, anstatt ihn ernst zu nehmen. Tragik und Komik wechseln ständig ab. Auch das Lachen über die Thematik Tod soll dem Unausweichlichen die Tragik nehmen.
  3. Als ebenso wichtiger Interpretations-Aspekt ist die Darstellung der Mediziner zu sehen. Ärzte waren im 17. Jahrhundert feste Bestandteile von Komödien, man lachte über sie, weil sie zum Beispiel an Urin rochen (was in der damaligen Zeit ein absolutes Tabu war). Außerdem wurden viele Mediziner als Hochstapler betrachtet, die lediglich eine Arztrobe trugen, um ihrer Geldgier nachgehen zu können.

Vierteiliger Aufbau einer Interpretation von „Der eingebildete Kranke“

  1. Zu einer gelungenen Interpretation des Theaterstücks „Der eingebildete Kranke“ gehört als Einleitung eine Zusammenfassung sowie eine kurze Vorstellung des Dichters.
  2. Den zweiten Teil der Interpretation bildet die Charakterisierung der Hauptpersonen.
  3. Als nächster Abschnitt der Interpretation sind die Hauptthemen zu listen, um die es Moliere in seinem Stück „Der eingebildete Kranke“ ging. Zusätzlich kann hier eines der Themen herausgegriffen werden und speziell ausgearbeitet werden.
  4. Als Abschluss einer Interpretation über die Komödie „Der eingebildete Kranke“ sollte eine persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht werden.
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