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Der anthroposophische Tagesablauf im Kindergarten

Wer sein Kind in einen anthroposophischen Kindergarten geben möchte, sollte sich auf die besonderen Gegebenheiten und Regeln dort einlassen können. Dazu gehört eine unbedingte Pünktlichkeit, denn der ungestörte Tagesablauf in anthroposophischen Kindergärten hat einen hohen Stellenwert.

Filz ist ein weiches Material.
Filz ist ein weiches Material. © Ina Mitschke / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Tagesablaufplan Ihres Kindergartens
  • Eigene pünktliche Tagesstrukturierung
  • Fähigkeit, sich einlassen zu können
  • Freude an der kreativen und musischen Förderung
  • Bereitschaft zur Elternmitarbeit

Anthroposophische Kindergärten fördern den ganzen Menschen

Anthroposophische Kindergärten sind kein „Abstellplatz für Kinder“, während die Eltern etwas anderes zu tun haben. Hier steht Ihr Kind im Vordergrund, seine Förderung und die Vertrauensbildung ins Leben sind Hauptziel dieser besonderen Kindergärten. Folgende Dinge sollten Sie unbedingt wissen und beachten, wenn Sie auf einen Kindergartenplatz für einen anthroposophischen Kindergarten warten:

  • Pünktlichkeit ist beim Bringen und Holen Ihres Kindes ein wichtiger Gesichtspunkt und erfordert auch eine gute Strukturierung Ihres persönlichen Alltags. Denn anthroposophische Kindergärten halten eine strickte Tagesordnung ein. Diese entsteht aus der Einsicht, dass eine äußere Ordnung die innere Ordnung eines Menschen beeinflusst. Deshalb gibt es genau vorgegebene Bring- und Holzeiten, damit die Kinder in ihren weiteren wichtigen Tätigkeiten - wie dem Freispiel und der Gruppenarbeit - nicht gestört werden.
  • Sie erhalten von Ihrem Kindergarten einen Tagesablaufplan, in dem diese Zeiten klar definiert sind. Darin sind auch die Zeiten vermerkt, in denen die Erzieher und Gruppenleiter nicht für Telefonate und Elterngespräche erreichbar sind - diese Zeiten möchten die Angestellten des Kindergartens ausschließlich im Sinne der Kinder nutzen, ohne daraus herausgerissen zu werden.

Ganzheitliche Förderung - denn es gibt keine „halben Menschen“

  • Anthroposophische Kindergärten fördern Ihr Kind speziell in musisch-kreativen Bereichen, wodurch alle Sinne der Kinder angesprochen werden. Ihr Kind wird dort vorwiegend mit Naturmaterialien und Spielzeug aus Holz, Wolle und Filz beschäftigt. Die Verbindung zur Natur und den jahreszeitlichen Wechseln ist sehr viel ausgeprägter als in anderen Kindergärten.
  • Das Freispiel ist jene Zeit, die die Kinder im freien Spiel ohne Anleitung durch die Erwachsenen verbringen. Die Kinder suchen sich sowohl ihren Spielpartner als auch den Ort selbstständig aus und gestalten ihr Spiel aus der eigenen Kreativität heraus. Spielen selbst hat in anthroposophischer Sichtweise einen hohen Stellenwert für die Bildung und die Entwicklung der Kinder. Es ist kein „Zeitvertreib“ zur Bekämpfung von Langeweile, sondern der Hauptberuf eines Kindes. Spielen ist Lernen auf allen Ebenen und Ihr Kind entwickelt dabei soziale Kompetenzen - ebenso wie alle zum Leben erforderlichen körperlichen und geistigen Fähigkeiten.
  • Gesunde Ernährung wird im anthroposophischen Alltag der Kinder gelebt, die Kleinen bekommen eine ausgewogene, möglichst biologisch-dynamische Ernährung. Diese sollte auch zu Hause eingehalten werden, um Ihrem Kind die Gewöhnung zu erleichtern. Auch dem gesamten Stoffwechsel kommt eine gleichbleibend gute Ernährung zunutze.
  • Gesang ist eine der Hauptkomponenten im Alltag eines anthroposophischen Kindergartens und begleitet die Kinder über den ganzen Tag hinweg. Immer wieder leiten Lieder und Musik die verschiedenen Tageszeiten und Beschäftigungen ein und beenden diese wieder. Der Gesang ist auch für sehr kleine Kinder deutlich, sodass sie mitbekommen, wann ein Wechsel im Ablauf stattfindet. Und nicht zuletzt ist Musik auch ein Mittel, um Ruhe und Harmonie in eine Gruppe zu bekommen, sie auf etwas Neues einzustimmen und die Lust am Tun zu fördern.

Wie Sie als Eltern sich beteiligen können

Neben dem eigenen Einbringen in die Aspekte der Pünktlichkeit und auch der Beibehaltung einer gesunden Ernährung Ihres Kindes, können Sie sich auch in die Arbeit im Kindergarten mit einbringen.

  • Die Elternmitarbeit ist in anthroposophischen Kindergärten sehr erwünscht, nicht zuletzt bei der Vorbereitung von Bazaren und dem regelmäßig wiederkehrenden „Tag der offenen Türe“, bei dem auch alle künstlerischen Werke der Kinder gezeigt werden.
  • Öffentlichkeitsarbeit erfordert auch Plakate, Beschreibungen und dergleichen mehr. Handwerklich und künstlerisch begabte Eltern können auch hier ihre Mitarbeit anbieten.
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