Der Algorithmus von Tremaux funktioniert nicht - was tun?

Trémaux hatte die entscheidende Irrgarten-Idee. Trémaux hatte die entscheidende Irrgarten-Idee.
Warum sollte der Algorithmus von Trémaux nicht funktionieren? Er ist nämlich in jedem Irrgarten anwendbar, der einen wohldefinierten Durchgang hat, und führt immer aus dem Irrgarten hinaus. Probieren Sie es aus.
Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
31.01.2012 Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
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Der Algorithmus von Trémaux - einen Irrgarten bezwingen

Bei diesem Algorithmus, der von Charles Pierre Trémaux im Jahr 1886 erfunden wurde, handelt es sich um eine Art automatisierte Anleitung, um aus einem Irrgarten herauszufinden.

  • Allerdings benötigt man eine gewisse Menge an Kreide (oder einem anderen Markierungsmaterial), denn Sie müssen, wenn Sie dem Algorithmus folgen, Markierungen über Ihre Abzweigungen und gegangenen Wege anlegen. Diese Markierungen könnten Sie beispielsweise mit Kreide auf den Boden zeichnen.
  • Zunächst gibt es drei Sorten von Wege, und zwar unbesuchte Wege (die keine Markierung haben), einfach und zweifach markierte Wege.
  • Für den Algorithmus, nach dem Sie aus dem Irrgarten herausfinden, gibt es nun einige einfache Regeln, die Sie befolgen müssen. Angenommen, Sie haben sich in einem Irrgarten gründlich verirrt bzw. finden den Ausgang nicht mehr. Dann wählen Sie zunächst eine beliebige Richtung aus und markieren zum Beispiel mit einem Pfeil, von wo Sie nach wo gegangen sind. 
  • Markieren Sie immer (!), wenn Sie an einer Kreuzung oder einem Abzweig eine Entscheidung vorgenommen haben, diese durch einen Pfeil.
  • Zunächst sind die Richtungen, in die Sie gehen beliebig, vor allem, wenn Sie an eine Kreuzung oder an einen Abzweig kommen, den Sie noch nicht gegangen sind. Sie erkennen solche Kreuzungen oder Abzweige daran, dass Sie dort noch keine Markierungen angebracht haben. 
  • Wenn Sie nun an eine markierte Kreuzung oder an einen markierten Abzweig gelangen, so nehmen Sie - wenn möglich - dort immer die noch nicht markierte Richtung. Noch einmal markieren nicht vergessen.
  • Sollte das nicht möglich sein, können Sie einen markierten Weg wählen, müssen ihn jedoch noch einmal markieren. Hierbei ist wichtig, dass Sie auch den Weg wählen können, den Sie gekommen sind (denken Sie an tote Gänge!).
  • Niemals dürfen Sie einen Weg wählen, der bereits zweimal markiert ist! Wege müssen in diesem Algorithmus von Trémaux nicht mehr als zweimal (evtl. auch hin und zurück) gegangen werden.

Die Algorithmus führt nicht zum Ausgang - was tun?

Tatsächlich gibt es einige wenige Situationen, in denen die Methode von Trémaux nicht zum Erfolg führt:

  • Beispielsweise können Sie den Ausgang aus dem Labyrinth nicht finden, wenn es keinen hat (eine ziemlich gemeine Sache, die man aber bei einem Maislabyrinth nicht in Erwägung ziehen sollte). Deshalb ist ja auch die Voraussetzung für diese Methode, dass der Irrgang einen "richtigen" Durchgang hat.
  • Es kann Ihnen passieren, dass Sie beim Laufen nach diesem Algorithmus wieder an Ihren Ausgangspunkt zurückkommen. Keine Panik, dann versuchen Sie es mit der gleichen Methode einfach in die andere Richtung. Wenn das Labyrinth einen Ausgang hat, werden Sie ihn finden. 
  • Oder Sie haben einen Fehler gemacht, sprich: Das Markieren vergessen oder schlicht falsch markiert. Wenn Sie mehrere Kreidefarben haben, könnten Sie es erneut mit einer anderen Farbe versuchen. Oder Sie versuchen es mit einer anderen Methode (siehe unten).
  • Man soll ja niemanden verdächtigen, aber andere Personen könnten Ihre Kreidestriche weggewischt haben.
  • Es mag einfachere Methoden geben, einen Irrgarten zu bewältigen (siehe unten), aber dieser Algorithmus von Trémaux ist wirklich effektiv, soll heißen: Sie irren mit Sicherheit nicht stundenlang in einem Irrgarten herum.
  • Beispielsweise können Sie einen Irrgarten bezwingen, indem Sie die sogenannte Rechte-Hand-Regel befolgen. Dabei legen Sie die rechte Hand (die linke geht natürlich auch, aber nicht abwechseln!) an die Wand bzw. Begrenzung und folgen dieser immer rechts herum. Wenn das Labyrinth zusammenhängende Wände hat (was meist der Fall ist), kommen Sie nach dieser Methode entweder zum Ausgang oder wieder zum Eingang. Allerdings haben Sie einiges an Weg - vor allem viele tote Gänge - zurückgelegt. Aber es funktioniert und Sie benötigen kein Material zum Markieren. 
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