Kein Vater ist perfekt. Im Alter verstärken sich Macken oft noch. Es ist wirklich nicht immer leicht mit ihnen, und dann den Vater schonend zu behandeln. So gelingt es Ihnen eher:
- 30.01.2012 Dr. Kathrin Kiss-Elder
Was Sie benötigen
Hierbei könnten Sie Hilfe brauchen
Erste Hilfe bei einem anstrengenden Vater
- Die erste Hilfe bei einem anstrengenden Vater liegt darin, dass Sie Grenzen setzen und etwas für sich tun. Beginnen Sie damit heute.
- Wenn Sie akut sehr angestrengt sind, heute, jetzt, tun Sie jetzt etwas für sich und gönnen sich mindestens 24 Stunden ohne Besuch oder Anruf. Wenn Sie nicht ganz darauf verzichten wollen, delegieren Sie Anruf oder Besuch an eine Nachbarin, an Geschwister, an alte Freunde von ihm.
- In dieser kleinen Auszeit tun Sie etwas Nettes und Amüsantes für sich. Spannen Sie sich nicht gleich wieder in irgendwelche Pflichten. Sonst erholen Sie sich nicht wirklich. Putzen und große Kochaktionen sind in dieser absoluten Auszeit nicht gestattet.
- Gehen Sie schwimmen, hängen Sie vor dem Fernseher ab, machen Sie einen netten Ausflug. Bleiben Sie konsequent.
- Solche Auszeiten sollten Sie sich künftig regelmäßig - je nach Belastung - allermindestens einmal im Quartal, besser einmal im Monat gönnen. Nicht nur für sich, sondern, um Ihren Vater schonend behandeln zu können, um die Kraft dazu zu haben.
Schonende Behandlung des Vaters erleichtern
- Denken Sie daran: Sie dürfen wütend, traurig, erschöpft, müde sein. Sie müssen nicht perfekt sein. Sie dürfen alles fühlen, was Sie fühlen. Nur ist ein alternder Vater nicht immer der richtige Adressat dafür. Entlasten Sie sich lieber im Gespräch mit Freunden, mit Ihrem Partner oder schreiben Sie Tagebuch.
- Wenn Ihr Vater erkrankt ist, besonders wenn er unter einer Gedächtnisstörung - wie einer Demenz - erkrankt ist, lassen Sie sich beraten. Eine Demenz bedeutet eine schwere Belastung von Angehörigen, auch etliche andere Erkrankungen des Alters.
- Solche Beratungen gibt es bei örtlichen geriatrischen Zentren, auch bei der Deutschen Gesellschaft für Alzheimer, auch viele Städte bieten Angehörigenberatung an - selbst wenn Sie Ihren Vater gar nicht pflegen.
- Denn wenn Sie etwas für sich tun, werden Sie Ihren alternden Vater viel schonender behandeln. Und das wird ihm, aber auch Ihnen gut tun.
Viel Glück!