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Den Urlaub im Krankenstand verbringen - so machen Sie die Urlaubsmeldung rückgängig

Sie freuen sich auf Ihren Urlaub, beantragen rechtzeitig Ihre freien Tage beim Chef und planen und organisieren die schönste Zeit im Jahr. Und dann passiert das Unerklärliche, denn Sie werden ausgerechnet während der freien Tage krank. Können Sie die Urlaubstage beim Chef wegen Ihres Krankenstandes rückgängig machen?

Krank sein im Urlaub ist nicht schön.
Krank sein im Urlaub ist nicht schön.

Lassen Sie sich ein ärztliches Attest im Urlaub ausstellen

  • Eigentlich sind die schönsten Tage im Jahr dazu da, dass Sie sich vom Arbeitsstress erholen können. Der Krankenstand ist dazu wenig geeignet, wieder zu neuen Kräften zu kommen. 
  • Wenn Sie als Arbeitnehmer während des Urlaubs krank werden, dann gehen Sie zum Arzt und lassen sich ein Attest ausstellen. Dieses legen Sie Ihrem Arbeitgeber so rasch wie möglich vor. In der Regel haben Sie einen Rechtsanspruch darauf, dass Ihre Krankheitstage nun neu auf Ihre Ihnen zustehenden Urlaubstage angerechnet werden. Wenn Sie sich an einem Urlaubsort fern Ihrer Wohnung aufhalten, dann müssen Sie dafür auch nicht extra heimreisen. 

Kein Urlaubsanspruch während eines längeren Krankenstandes

  • Wenn Sie allerdings bereits seit längerer Zeit im Krankenstand sind, dann ist es für Sie nicht möglich, hier während Ihrer Krankschreibung überhaupt einen Urlaub zu beantragen. 
  • Für Ihren Arbeitgeber ist es auch möglich, Ihre Urlaubsansprüche bei einer Langzeiterkrankung nach 15 Monaten verfallen zu lassen. Es gibt zwar keine klare gesetzliche Regelung dazu in Deutschland. Aber der EuGH urteilte 2011 in diesem Sinne.
  • Das LAG Baden-Württemberg entschied nämlich als erstes deutsches Obergericht, dass gesetzliche Urlaubsansprüche bei lang anhaltender Arbeitsunfähigkeit wegen Erkrankung eingeschränkt werden können. 
  • In einigen Fällen existieren auch entsprechende Tarifverträge, die dies regeln.
  • In einer Pressemitteilung des LAG Baden-Württemberg heißt es, dass Urlaubsansprüche bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit nach 15 Monaten nach Beendigung des Urlaubsjahres verfallen. Die Richter beriefen sich dabei auf § 7 Abs. 3 des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG). So sollen die verbleibenden Urlaubsansprüche bei Langzeiterkrankten nicht schon am 31. März des nächsten Jahres, sondern erst des übernächsten Jahres verfallen.
  • Der Gesetzgeber hat hier bis dato aber noch keine klare gesetzliche Regelung getroffen. Allerdings wird das BUrlG bereits heute im Sinne des EuGH-Urteil unionskonform umgesetzt.
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