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Den Baumabstand zum Nachbarn bei der Gartengestaltung berücksichtigen

Sie möchten mit Ihrem Nachbarn sicher in Frieden leben. Gestalten Sie Ihren Garten, sollten Sie den Baumabstand einhalten. Details finden Sie im Nachbarrechtsgesetz.

Bäume dürfen nicht zum Zankapfel werden.
Bäume dürfen nicht zum Zankapfel werden. © siepmannH / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Metermaß

Die Bundesländer haben jeweils eigene Nachbarrechtsgesetze. Die Unterschiede sind gering. Insbesondere werden die Abstände für Pflanzen geregelt. Schließlich ist die Frage des richtigen Baumabstandes zum Nachbarn eine der häufigsten Streitpunkte im nachbarschaftlichen Verhältnis.

Die Art des Baumes bestimmt den Baumabstand

  • Bevor Sie sich in der Baumschule einen Baum kaufen, informieren Sie sich über den Baumabstand, den Sie bei der Anpflanzung einhalten müssen. Schließlich soll der Baum zu Ihrem Grundstück passen und einen Standort bekommen, an dem er sich ordentlich entwickeln kann. Dies kann er nur, wenn er den Hoheitsbereich Ihres Nachbarn nicht beeinträchtigt.
  • Das Gesetz unterscheidet nach Pflanzengruppen und nennt für jede Gruppe die wichtigsten Vertreter. Bei Bäumen müssen Sie nach sehr stark wachsenden, stark wachsenden und den übrigen Bäumen unterscheiden. Für Obstbäume gelten besondere Vorschriften. Sträucher unterscheiden sich nach Ziersträuchern und Beerenobststräuchern.
  • Allerdings kennen die Nachbarrechtsgesetze auch eine Vielfalt von Ausnahmen, die im Weinbau oder bei landwirtschaftlich, erwerbsgärtnerisch oder kleingärtnerisch genutzten Grundstücken zur Anwendung kommen.
  • Wenn Sie den Baumabstand zum Nachbarn bestimmen wollen, ermitteln Sie die Mitte des Baumstammes an der Stelle, an der die Pflanze aus dem Boden herauswächst.
  • Sie müssen bei sehr stark wachsenden Bäumen, wie beispielsweise Bergahorn, Sommerlinde, Pappel, Platane, Rosskastanie, Fichte oder Atlaszeder einen Baumabstand von 4 m zum Nachbarn einhalten.
  • Bei stark wachsenden Bäumen, wie beispielsweise Hainbuche, Vogelbeere, Weißbirke, Kiefer oder Lebensbaum, pflanzen Sie Ihren Setzling 2 m vom Nachbargrundstück entfernt.
  • Bei allen übrigen Bäumen kommen Sie mit 1,5 m aus.

Für Obstbäume gelten Sonderregeln

  • Pflanzen Sie Obstbäume, müssen Sie bei Wahlnusssämlingen, auf stark wachsenden Unterlagen veredelte Kernobstbäume sowie bei Süßkirschenbäumen 2 m Baumabstand einhalten.
  • Bei auf schwach wachsenden Unterlagen veredelten Kernobstbäumen sowie Steinobstbäumen genügen 1,5 m Baumabstand zum Nachbarn.

Beziehen Sie den Nachbarn in Ihre Pläne ein

  • Halten Sie die Abstände nicht ein, steht Ihrem Nachbarn ein Beseitigungsanspruch zu. Um den nachbarlichen Rechtsfrieden möglichst zu wahren, gilt eine Ausschlussfrist von fünf Jahren, in der Ihr Nachbar seinen Beseitigungsanspruch gerichtlich geltend machen muss.
  • Ist es Ihnen nicht möglich, den Baumabstand einzuhalten, sollten Sie mit Ihrem Nachbarn sprechen. Möglicherweise findet er Gefallen an Ihrem Plan und freut sich über die Bereicherung auch seines Gartens.
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