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Deichbrand Cuxhaven - Erfahrungsbericht

Das Rockestival Deichbrand bei Cuxhaven zeichnet sich nicht nur durch die gute Musik aus, die Sie dort regelmäßig zu hören bekommen. Auch die Organisation beeindruckt immer wieder aufs Neue. Daran erkennen Sie einen erfahrenen Veranstalter, der mitdenkt.

Der Schlamm neben dem Gelände heißt Watt.
Der Schlamm neben dem Gelände heißt Watt.

Historisches zum Deichbrand-Festival

  • Das Festival fand 2005 das erste Mal statt und sollte eigentlich nur das Angebot für die Jugend der Umgebung bereichern. 2.000 Besucher zeigten deutlich, dass dieses Rockfestival ein Erfolg werden würde.
  • Von Anfang an wurde ein breites Angebot von Bands geboten. Es spielten Vertreter aus den Genre Metal, Hip-Hop, Emo, Pop und Rock. Während am Anfang eher lokale Größen auftraten, kamen mit zunehmendem Erfolg immer mehr bekanntere Bands zum Deichbrand Rockfestival nach Cuxhaven.
  • 2013 traten unter anderem die Toten Hosen, Itchy Poopzkids, Hi Towa, Mrs. Greenbird und H-Blockx auf. Das zeigt das große Spektrum die Veranstaltung. Sie können sich auf der Homepage des Festivals durch Videoclips über die Bands informieren.

Organisatorisches zum Fest bei Cuxhaven

Es ist nicht einfach, die Sicherheit von über 30.000 Gästen, den Umweltschutz und den Jugendschutz unter einen Hut zu bringen, schließlich wollen sich die Menschen in erste Linie amüsieren. Beim Deichbrand in Cuxhaven ist dies vorbildlich gelöst worden.

  • Die Probleme mit dem Jugendschutz sind nach meiner Ansicht vorbildlich gelöst. Wer noch keine 16 ist, muss die übliche Erklärung mitbringen, wer die Aufsicht hat. Anders als bei vielen ähnlichen Veranstaltungen wird, kontrolliert, wer für den Jugendlichen zuständig ist. Einlass bekommt nur, wer über einen Stempel die Kontrolle nachweisen kann. Die Eintrittsbändchen sind auf raffinierte Weise gleichzeitig Altersnachweis. Wer unter 16 ist, bekommt die beiden farbigen Enden vom Bändchen gekappt, zwischen 16 und 18 wird das blaue Ende abgeschnitten, wer über 18 ist, behält auch das rote Ende am Bändchen. So gibt es später keine Nachfragen, wenn es um alkoholische Getränke geht. Auch muss kein Ausweis mehr mitgeführt werden, sobald man das Bändchen hat.
  • Im Hinblick auf den Umweltschutz gefällt mir die Regelung mit den Pfandbechern und dem Müllbeutelpfand sehr gut. Jeder Gast erhält einen Müllbeutel. Wer diesen gefüllt zurückbringt, bekommt 5 € erstattet. Gute Idee, denn das gibt einen Anreiz, Müll einzusammeln und zu entsorgen. Aber leider haben doch viele Besucher dieses Angebot nicht genutzt. Aber von der Tendenz erscheint es der richtige Weg.
  • Die Sicherheitsregeln wie Verbot von Glasflaschen, flüssigem Grillanzünder und Campinggasflaschen sind üblich und drücken die Stimmung nicht. Immerhin darf auf dem Gelände gegrillt und gekocht werden, was nicht bei allen Festivals der Fall ist.

Beobachtungen am Rande der Veranstaltung

  • Die meisten dürften auf dem Gelände campen. Sie haben die Wahl zwischen einem Greencamp und dem WOMO Camp. Im Greencamp ist es ruhiger, da keine Fahrzeuge zugelassen sind. Dort fand ich die Gemeinschaftseinrichtungen und den Grillplatz besonders angenehm. Im WOMO-Bereich war es doch recht unruhig. Die Atmosphäre erinnerte ein wenig an einen Bahnhof, es war ein ständiges Kommen und Gehen. Da es dieses Jahr kein Unwetter gab, wäre Greencamp sicher die bessere Lösung gewesen.
  • An sanitären Anlagen hat der Veranstalter nicht gespart, es waren ausreichend Toiletten und Duschen vorhanden. Bei solchen Massenveranstaltungen ist dies leider nicht immer selbstverständlich.
  • Die große Erfahrung des Veranstalters erkennt man an Kleinigkeiten, wie die Möglichkeit, Handys über tragbare Batterien aufzuladen. Auch das Rahmenprogramm macht was her. Nicht jeder mag über Tage nur Musik hören. Da ist es angenehm, wenn auch anderes geboten wird wie z. B. Beachvolleyball. Kostenloses Trinkwasser sollte eigentlich auch überall selbstverständlich sein, bei Deichbrand wird es angeboten.
  • Die Nähe zum Marinefliegergeschwader Graf Zeppelin bedeutet, dass es direkt neben dem Festgelände einen Sperrbereich gibt. Schade, dass manche Witzbolde dies nicht akzeptieren mögen und dann vorzeitig abreisen müssen. Falls Sie das erste Mal zum Deichbrand nach Cuxhaven fahren, informieren Sie sich ein wenig über Ebbe und Flut, dann wundern Sie sich nicht wie mein saarländischer Bekannter über den vielen Schlamm in der Nähe, obwohl es kein Unwetter gab. Der Schlamm heißt Watt und bei Flut ist dort das Meer.

Nicht dass Sie denken, es gab keine Musik zu hören. Aber was soll ich dazu sagen, die ist jedes Jahr anders, und ob sie gefällt, ist Geschmacksache. 2013 war sie nach meinem Geschmack.

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