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Dauerschluckauf, was tun? - So werden Sie ihn los

Dauerschluckauf, was tun? - So werden Sie ihn los1:26
Video von Liane Spindler1:26

Der Schluckauf entsteht durch unkontrollierbare Kontraktionen von Zwerchfell und Atemhilfsmuskulatur, denen ca. 35 Millisekunden später ein plötzlicher Verschluss des Kehlkopfdeckels folgt, wodurch es zu dem typischen hicksenden Geräusch kommt. Vorübergehende Schluckauf-Anfälle hat sicher jeder schon einmal gehabt und in der Regel erledigt sich das Problem von alleine oder durch einfache Hausmittel. Was bei einem Dauerschluckauf zu tun ist, erfahren Sie hier.

Dauerschluckauf ist eine Rarität

Von den vorübergehenden akuten Schluckauf-Anfällen unterscheiden die Mediziner zwei weitere Formen: den sogenannten „persistierenden“ Schluckauf, der über 48 Stunden oder länger anhält und den chronischen Dauerschluckauf, der mindestens vier Wochen lang anhält. Ein Dauerschluckauf im medizinischen Sinn ist eine Rarität, von der in Deutschland nur zwischen 200 und 300 Menschen betroffen sind.

  • Selbst wenn Sie über mehrere Stunden von einem Schluckauf geplagt werden, wird es sich in der Regel nur um eine banale akute Form handeln und kaum um einen Dauerschluckauf.
  • Versuchen Sie, dass Schluckauf-Problem in den Griff zu bekommen, indem Sie zunächst über 2-3 min die Luft anhalten. Wiederholen Sie das Manöver mehrfach, legen vielleicht auch gleichzeitig den Kopf in den Nacken.
  • Ein weiterer Versuch wäre, während des Luftanhaltens gleichzeitig ein großes Glas Wasser in kleinen Schlucken zu trinken oder stattdessen gleichzeitig kräftig zu pressen.
  • Versuchen Sie, die unwillkürlichen Kontraktionen Ihres Zwerchfells unterbrechen, indem sie mehrfach hintereinander kräftig husten oder sich nach vorneüber beugen oder aber im Sitzen so weit wie möglich die Beine hochziehen.
  • Probieren Sie auch die Rückatmung aus: Nehmen Sie eine nicht zu große Tüte und halten sie mit beiden Händen über Mund und Nase. Atmen Sie dann langsam über mehrere Minuten ein und aus, ohne dabei die Tüte abzusetzen oder nebenher zu atmen.
  • Sollten diese Maßnahmen erfolglos sein, hilft der Versuch, die Nasenschleimhaut zu reizen, zum Beispiel mit Riechsalz oder Essig.
  • Trinken Sie schluckweise Eiswasser, schlucken zerkleinerte Eiswürfel oder eine Zitronenscheibe.
  • Versuchen Sie auch, sich nicht permanent auf den quälenden Schluckauf zu konzentrieren. Legen Sie sich hin, schließen die Augen und versuchen ruhiger zu werden.

Wenn das Hicksen partout nicht aufhört

Sollte der Schluckauf zu einem Dauerproblem entwickeln und Sie nicht mehr wissen, was zu tun ist, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren, um der Sache auf den Grund zu gehen. Insbesondere dann, wenn der Schluckauf auch während des Schlafes bestehen bleibt, ist an eine organische Ursache zu denken.

  • Sollten Sie tatsächlich einen chronischen Schluckauf entwickelt haben, muss in erster Linie eine Erkrankung der Speiseröhre ausgeschlossen werden. In 2/3 der Fälle wird ein chronischer oder immer wiederkehrender Schluckauf durch einen sogenannten Zwerchfellbruch ausgelöst, der dazu führt, dass Magensaft in das untere Ende der Speiseröhre zurückfließen kann. Klarheit bringt eine Magenspiegelung und das Problem kann in der Regel medikamentös sehr gut behandelt werden, womit auch Ihr Schluckaufproblem erledigt sein dürfte.
  • Ihr Hausarzt wird Sie sicher auch einem Hals-Nasen-Ohren Arzt vorstellen, der nicht nur Rachen und Stimmbänder untersuchen, sondern auch einen Blick in Ihre Ohren werfen wird, denn  Fremdkörper im Ohr, zum Beispiel ein Haar,  können für einen Dauerschluckauf ursächlich sein.
  • Ihr Dauerschluckauf kann auch durch Stoffwechselerkrankungen ausgelöst werden wie Diabetes mellitus und Gicht oder durch Infektionserkrankungen wie Herpes oder Influenza. Selbst Gallensteine und Magenschleimhautentzündungen, Lungen- und Herzerkrankungen kommen als Auslöser infrage. Hier können Laboruntersuchungen, Ultraschall, EKG und Röntgenaufnahmen der Lunge Klarheit bringen.
  • Lohnenswert ist auch ein Blick auf den Beipackzettel Ihrer Medikamente. So können verschiedene Beruhigungsmittel, Cortisonpräparate und Antibiotika einen Schluckauf auslösen.
  • Sie sollten auch kritisch Ihren Alkoholkonsum hinterfragen, denn übermäßiger Alkoholgenuss kann einen Schluckauf auslösen.

Ein Dauerschluckauf im medizinischen Sinn ist eher selten und in den meisten Fällen lässt sich ein länger anhaltender Schluckauf schließlich doch mit dem einen oder anderen Hausmittel in den Griff bekommen. Sollten diese Maßnahmen erfolglos sein und Sie nicht mehr wissen, was zu tun ist, ist eine Vorstellung beim Hausarzt ratsam. Wird eine organische Ursache gefunden und behandelt, verschwindet damit in der Regel auch der Schluckauf.

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