Alle Kategorien
Suche

Dauer beim Insolvenzverfahren - die "Wohlverhaltensphase" meistern

Endlich wieder schuldenfrei! Dieses Ziel ist erreicht, wenn Sie die Wohlverhaltensphase erfolgreich hinter sich gebracht haben. Dazu müssen Sie für die Dauer des Insolvenzverfahrens die Regeln kennen und beachten. Vermeiden Sie Fallstricke und Risiken.

Die Insolvenz bedingt Offenlegung.
Die Insolvenz bedingt Offenlegung. © Benjamin Thorn / Pixelio

Wenn Ihre außergerichtlichen Einigungsversuchen und auch der Einigungsversuch des Gerichts mit Ihren Gläubigern gescheitert ist, können Sie endgültig die Einleitung des Verbraucherinsolvenzverfahrens beantragen. Dann beginnt die Wohlverhaltensphase.

Ihr Insolvenzverfahren beginnt mit dem außergerichtlichem Einigungsversuch

  • Der Zeitraum, den Sie für die Dauer des Insolvenzverfahrens einplanen müssen, beginnt, wenn Sie versuchen, sich mit Ihren Gläubigern außergerichtlich auf eine Zahlungsregelung zu verständigen. Dabei kommt es auf die Art der Forderung, die Zahl Ihrer Gläubiger und deren Verständnis für Ihre Situation an. Rechnen Sie mindestens mit sechs Monaten. Auch den Einigungsversuch des Gerichts, der dem Insolvenzverfahren vorgeschaltet ist, sollten Sie grob mit etwa sechs Monaten veranschlagen.
  • In der Wohlverhaltensphase müssen Sie Ihr verfügbares Einkommen und Ihnen zufließende Vermögenswerte an den vom Gericht bestellten Treuhänder abtreten. Tun Sie das nicht oder verschleiern Sie Ihr Einkommen, wird Ihnen die Restschuldbefreiung verweigert.

Die Verfahrensdauer sollten Sie mit 7 bis 10 Jahren veranschlagen

  • Die Wohlverhaltensphase dauert sechs Jahre und prägt die Dauer des Insolvenzverfahrens. Sie müssen eine Reihe von Obliegenheiten berücksichtigen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie außer in Notfällen keine neuen Schulden anhäufen, da Sie damit den Zweck des Verfahrens gefährden.
  • Sie sind verpflichtet, jede Ihnen zumutbare Arbeit anzunehmen, damit Sie den Schuldenbereinigungsplan realisieren können. Sie müssen Ihrem Treuhänder nachweisen, dass Sie sich bei Arbeitslosigkeit regelmäßig um Arbeit bemühen.
  • Wenn Sie das Risiko vorübergehender Zahlungsschwierigkeiten vermeiden möchten, sollten Sie Ihren Schuldenbereinigungsplan mit einer Besserungsoption erstellen, mit dem Inhalt, dass sich das an den Treuhänder abzuführende Einkommen Ihrer Einkommenssituation anpasst.

Nehmen Sie Ihre Informationspflichten ernst

  • Sie sind verpflichtet, den Treuhänder zu informieren, wenn sich Ihre familiären Verhältnisse ändern (Heirat, Geburt oder Auszug eines Kindes, Sterbefall, Scheidung).
  • Kommen Sie in den Genuss einer Erbschaft oder eines Lottogewinns müssen Sie die Hälfte des Betrages an den Treuhänder abführen, die andere Hälfte dürfen Sie behalten.
  • Achten Sie darauf, dass Sie den Schuldenbereinigungsplan mit einem Verzicht Ihrer Gläubiger in Bezug auf die Restforderung verbinden, damit Sie endgültig schuldenfrei werden.
  • Beachten Sie, dass Sie laufenden Unterhalt an eine unterhaltsberechtigte Person aus Ihrem laufenden Einkommen bezahlen müssen. Lediglich rückständige Verpflichtungen gelten als Insolvenzforderung.

Die persönlichen Freibeträge sichern Ihren Lebensunterhalt

  • In der Wohlverhaltensphase steht Ihnen ein persönlicher Freibetrag von 1028,89 € zu, der sich für Ihren Ehepartner ohne eigenes Einkommen um 387,22 € und für maximal fünf Kinder und jeweils 215,73 € erhöht. Das darüber hinaus gehende Einkommen müssen Sie an den Treuhänder abführen. Kindergeld und Wohngeld stehen Ihnen voller Höhe zu.
  • Im Ergebnis müssen Sie die Dauer des Insolvenzverfahrens auf mindestens sieben und je nach Ihrer persönlichen Situation auf bis zu zehn Jahre ansetzen. Dann gelten Sie insgesamt als schuldenfrei und sind wieder kreditwürdig. Auch Ihre SCHUFA-Auskunft wird dann bereinigt.
Teilen: