Das Zählsystem beim Tennis verstehen – so können Sie mitreden

Das Zählsystem beim Tennis ist kompliziert. Das Zählsystem beim Tennis ist kompliziert.
Der Deutsche Tennisbund ist der drittgrößte Sportverbund in Deutschland und der mitgliedsstärkste Tennisverband der Welt. Die Beliebtheit des Spiels ist ungebrochen. Jedoch haben viele ein Problem mit dem Zählsystem, da es auf den ersten Blick unnötig kompliziert aussieht. So schwierig ist es aber gar nicht und mit ein bisschen Hintergrundwissen können Sie beim Thema Tennis wunderbar punkten.
Frank Orlicek
01.02.2012 Frank Orlicek
Themen der Anleitung Regeln Sport Tennis Zählsystem Zählweise
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Auf den ersten Blick wirken die Zählweise und die damit verbundenen Begriffe äußerst verwirrend. Matchpoint, Break, Einstand, Satz oder Love? Um damit richtig umzugehen, muss man verstehen, wie das Ganze funktioniert.

Was ist ein Match?

  • Als Match wird eine gesamte Tennispartie bezeichnet.
  • Um ein Match zu gewinnen, muss ein Spieler zwei Sätze gewinnen. Die Männer müssen in großen Turnieren sogar drei Sätze für sich entscheiden.
  • Das bedeutet, dass insgesamt drei bzw. fünf Sätze pro Partie gespielt werden können. Denn spätestens dann hat ein Spieler die nötige Anzahl an gewonnenen Sätzen.

Die Zählweise im Satz

  • Ein Satz besteht aus sechs maximal sieben siegreichen Spielen.
  • Einen Satz hat man gewonnen, sobald man als erster sechs Spiele für sich entscheiden konnte.
  • Es wird immer abwechselnd aufgeschlagen und für ein gewonnenes Spiel bekommt man einen Punkt, egal ob man selbst aufgeschlagen hat oder der Gegner.
  • Gewinnt man einen Punkt beim Aufschlagspiel des Gegners, heißt es Break.
  • Um einen Satz zu gewinnen, muss man sich mindestens ein Break erspielen, denn man benötigt einen Vorsprung von zwei Spielen (z.B. 7:5).
  • Sollte es in einem Satz 6:6 stehen, geht es ins Tie Break.

Das Zählsystem eines Spiels

  • Hier wird es nun etwas seltsam. Denn gezählt wird nicht einfach verständlich: 0,1, 2, 3 sondern 0, 15, 30, 40.
  • Wenn man also den ersten Punkt im Spiel gemacht hat, steht es folglich 15:0.
  • Die Person, die aufschlägt, wird bei den Punkten immer zu erst angegeben. Beim Stand von 15:0 hat also der Aufschlagende den Punkt erzielt.
  • Um ein Spiel zu gewinnen, muss man 4 Punkte geschafft haben. Wie beim Satz auch muss man mit zwei Punkten Vorsprung gewinnen. Beim Stand von 40:40 muss man sich also noch zwei Punkte Vorsprung erspielen.
  • Gewinnt ein Spieler einen Punkt beim Stand von 40:40 oder auch 40 beide bzw. Einstand genannt, hat er den sogenannten "Vorteil". Vorteil wird auch als Adventage bezeichnet.
  • Gewinnt der Spieler mit dem Vorteil den nächsten Punkt, gewinnt er das Spiel. Verliert er den Punkt, ist man wieder beim Einstand (im englischen "deuce").
  • Der Punkt, der zum Satzgewinn führen kann, heißt Satzball und der Punkt, der zum gesamten Sieg führen würde, heißt Matchball
  • Führt der Punkt zum Sieg ist es der Matchpoint. Da es sein kann, dass man einen Matchball nicht verwandelt, kann man pro Partie mehrere Matchbälle haben, aber nur einen Matchpoint.

Besonderheiten eines Tennisspiels

  • Wie eben schon erwähnt kommt es beim Stand von 6:6 zum Tie Break. Im Tie Break ist die Zählweiße wieder einfach nachzuvollziehen. Man beginnt beim ersten Punkt und hat den Tie Break gewonnen, sobald man sieben Punkte erreicht hat und mit zwei Punkten führt.
  • Der Tie Break wurde beim Tennis erst in den 1970er Jahren eingeführt. Das gesamte Zählsystem geht auf eine lange Geschichte zurück und ist deshalb auch so merkwürdig.
  • Die Zählweise in einem Spiel geht vermutlich auf Sportwetten im 14. Jahrhundert zurück. In Frankreich hat man damals auf einen gewonnenen Punkt einen "gros denier" gesetzt. Das entspricht 15 "denier". Daher 0, 15, 30, 40. 
  • Warum es nun 40 und nicht 45 heißt, ist historisch schwer nachzuvollziehen. Es wird vermutet, dass sich 40 einfach schneller aussprechen ließ.
  • Eine andere Besonderheit ist außerdem noch der Begriff "Love". "Love" steht für die Null in einem Spiel. Es wird also "15:Love" gesagt. Wie es dazu kam, ist auch nicht genau zu belegen.
  • Einerseits kann es sein, dass es um Liebe bzw. Ehre ging. Dem Verlierer blieb also auch die Ehre und nicht nur die Null. Andererseits wird vermutet, dass es auf die französische Sprache zurückgeht. Das Wort „l'œuf“ (das Ei) ähnelt der aktuellen Version und geht darauf zurück, dass die Null dem Ei ähnlich sieht.

Mit den ganzen Details ist es doch recht schwierig, wenn man aber ein paar Matches verfolgt hat, kann man recht einfach mit dem Zählsystem im Tennis umgehen.

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