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"Das Austauschkind" - Informatives

Mit dem Buch „Das Austauschkind“ hat die Autorin Christine Nöstlinger einen wahren Erfolg hingelegt. Es ist unterhaltsam, lustig und teilweise traurig zu lesen und spiegelt für viele Kinder und Jugendliche die eigenen Denkweisen wieder.

Das Austauschkind versucht es erst mit Widerstand.
Das Austauschkind versucht es erst mit Widerstand.

Vom Widerstand zur Liebe zum Austauschkind

  • Die Hauptfiguren des Buches sind der 13-jährige Sohn Ewald der Familie Mittermeier sowie das gleichaltrige Austauschkind Jasper. Wie Sie sehen beziehungsweise lesen werden, ist es sehr interessant, wie zwei Welten aufeinanderprallen und am Ende doch so zueinanderfinden. 
  • Alles begann damit, dass Ewald in Englisch eine 3 mit nach Hause brachte. Für seine ehrgeizigen Eltern war dies zu wenig, so beschlossen sie, ein Austauschkind aus England herzuholen. Dies mit dem eigentlichen Plan, ihren Sohn zu dieser Zeit nach England zu schicken. Doch dieser war darüber entsetzt und seine Schwester schafft es irgendwie, die Eltern davon zu überzeugen, dass Ewald doch für solch eine Reise noch viel zu jung wäre.
  • So kam es, dass Jasper kam und Ewald dablieb. Wie Sie lesen werden, hätte übrigens eigentlich Tom, Jaspers Stiefbruder kommen sollen, dieser wurde aber krank, so sprang Jasper für ihn ein - was sich für die Familie Mittermeier noch als Schreck rausstellen sollte.
  • Denn Jasper war eine Katastrophe. Wo Ewald ruhig und brav und umgänglich war, war Jasper das genaue Gegenteil. Er sträubte sich im Prinzip gegen alles und jeden. Trank Bier, verursachte Chaos im Zimmer, welches nicht beseitigt wurde und verhielt sich aufbrausend der Familie gegenüber. Die Eltern von Ewald waren entsetzt, Ewald und seine Schwester Bille weniger. Vor allem die Schwester war sogar relativ angetan von dem Jungen aus England.
  • Nach und nach wurde die Freundschaft unter den Kindern immer intensiver, so intensiv, dass die Familie nun von Jaspers schweren Familienverhältnissen erfuhr. Seine Eltern trennten sich früh, seine über alles geliebte Stiefmutter konnte er nicht mehr sehen, da sein Vater sich auch von ihr getrennt hatte. Alles in allem eine Kindheit, unter der Jasper litt. So kam es auch, dass selbst die Eltern Mittermeier Mitleid mit dem Jungen bekamen und anfingen, ihn anders zu sehen und mit ihm besser umzugehen.

Aus Frust wurde Verständnis

  • Dadurch, dass die Eltern Mittermeier nun anders mit dem Jungen aus England umgingen, fing auch er an, sich anders beziehungsweise besser zu verhalten. Dies hatte zur Folge, dass die Familie ihn mit in den Urlaub nach Italien nahm, obwohl sie ihn Tage zuvor eigentlich zurück nach England schicken wollten.
  • Im Urlaub allerdings gab es dann einige Zwischenfälle, die Jasper beinahe in den Freitod gebracht hätten. Denn zum einen verlor er seine Steinsammlung, die er immer bei sich trug und zum anderen wollte er gerne seine Stiefmutter in Rom besuchen, die aber ablehnte, mit dem Hintergrund, dass es Jasper nicht gut tun würde.
  • Die Familie aber half ihm, seine Steine wiederzufinden, was die Verbindung zwischen allen Beteiligten noch intensiver machte.
  • Zum Ende seiner Zeit als Austauschkind gestand er der Tochter der Familie Mittermeier seine Liebe und es kam sogar bis zur Verlobung. Denn sie empfand offensichtlich genauso. Für ihn hatte nicht nur die Liebe eine Bedeutung, sondern auch der Hintergrund, dass er mit dieser Verlobung zur Familie gehörte und immer wieder einen Grund hatte, zu dieser zu reisen.
  • Als es dann so weit war, dass er zurück nach England musste, waren alle in Tränen aufgelöst. Denn aus anfänglichem Widerstand wurde eine große Liebe zwischen der Familie und dem Jungen. 

Dieses Buch wird gerne in Schulen im Deutschunterricht genutzt. Es ist für Kinder ab 12 Jahren empfohlen und Kritiker stimmen dem auch zu. Es ist ein Buch über die Denkweise Kinder dieses Alters und zeigt, dass man mit Liebe und Verständnis füreinander meist weiter kommt als mit Widerstand und Aufmüpfigkeit. Vor allem aber zeigt es, dass es wichtig ist, über Gefühle - egal ob negative oder positive - zu reden. Denn nur so können die Mitmenschen wissen, welche Hintergründe manches Verhalten hat.

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