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Dachrinnen montieren

Dachrinnen schützen nicht nur Passanten vor der unerwünschten Dusche, sondern auch das Mauerwerk gegen Durchfeuchtung. Um eine Dachrinne zu montieren, müssen Sie kein Profi sein, aber höhentauglich.

Dachrinnen können Sie einfach selbst montieren.
Dachrinnen können Sie einfach selbst montieren.

Was Sie benötigen:

  • Halterungen
  • Wasserwaage
  • Richtschnur
  • Akkubohrer / -schrauber
  • Schraubenzieher
  • Hammer
  • Lötlampe bei Zinkdachrinne
  • Dazu Lötzinn
  • Dazu Lötwasser

Das Material für Dachrinnen

  • Plastikmaterialien haben sich als sehr langlebig erwiesen und sie sind einfach zu montieren. Für ein Gartenhaus oder das Eigenheim ist eine solche Regenrinne zu empfehlen. Muss sie aber höhere mechanische Beanspruchungen ertragen, wie etwa angelegte Leitern, zeigt sie Schwächen. Bei Frost ist Plastik bruchempfindlich, Eiszapfen können sie zerstören. Dagegen kann sie auch vom Laien problemlos installiert werden.
  • Eine Dachrinne aus verzinktem Blech ist robuster, erfordert aber handwerkliche Fertigkeiten beim Löten. Als absoluter Laie sollten Sie unter Umständen besser einen Profi ranlassen. Für große Dächer, wo viel Wasser anfällt, ist eine großvolumige Zinkdachrinne besser geeignet.
  • Bezüglich der Form Ihrer Dachrinne haben Sie freie Wahl: In fließtechnischer Hinsicht ist die Kastendachrinne allerdings im Nachteil, sie neigt eher zum Versotten. Deshalb ist die Standardform halbrund. In Bezug auf die Verarbeitung bestehen keine gravierenden Unterschiede.

Es gibt keinen Zwang, bestimmte Arten von Dachrinnen für die verschiedenen Eindeckungen zu verwenden. Sie können also für ein Schindeldach oder Blechdach die gleiche Dachrinne einsetzen, wie bei einem Ziegeldach.

Erst vorfertigen, dann montieren

Nutzen Sie die vorhandene Kanalisation für Oberflächenwasser, muss das Fallrohr in deren Nähe ausfließen. Das bedeutet, Sie müssen das Gefälle in diese Richtung legen und montieren. 

  1. Beginnen Sie die Montage mit dem Rinneneisen, das am höchsten liegen soll. Meist ist es das letzte, entgegengesetzt zum Fallrohr. Bei sehr langen Dachrinnen kann es auch in der Mitte zwischen den beiden Fallrohren an den Enden liegen. Setzen Sie es so hoch wie möglich, ohne dass die Rinne an die Dachkante stößt.
  2. Jetzt bestimmen Sie das Gefälle. Es soll etwa ein Prozent betragen, das heißt, dass das letzte Rinneneisen am Fallrohr zehn Zentimeter tiefer liegt, wenn das Dach zehn Meter lang ist. In diesem Verhältnis schrauben Sie den Rinnenhalter an.
  3. Nun ziehen Sie die Richtschnur straff von einem Rinneneisen zum anderen -im Abstand von circa einem Meter oder an den Sparren, befestigen Sie nun alle anderen Rinneneisen. Bei Altbauten müssen dazu oft auch Dachziegel abgenommen werden.
  4. Bei einer Kastendachrinne unterscheiden sich nur die Rinnenhalter, die Vorgehensweise ist identisch. Im Fachhandel bekommen Sie auch vorgebogene Rinneneisen für alle Arten von Regenrinnen, die das Gefälle bestimmen.
  5. Damit Sie möglichst wenig Arbeit auf dem Gerüst erledigen müssen, können Sie die Dachrinnen am Boden weitgehend vorbereiten. So ist es ohne Weiteres möglich, drei bis vier Meter lange Teilstücke im Ganzen auf die Rinnenhalter zu legen und dort fertig zu verbinden. Auch den Abflussstutzen und die Endkappen sollten fertig sein. Das trifft im Besonderen auf die Metall-Dachrinnen zu.
  6. Dort beizen Sie die Lötstellen mit verdünnter Salzsäure ab, verzinnen die zwei Zentimeter breiten Verbindungsstellen und stecken dann die Teile mit einer Drehbewegung zusammen. Mit der Lötlampe oder einem 1000-Watt-Lötkolben erhitzen Sie nun die Partie fortschreitend, damit das Zinn verläuft - fertig. Vergessen Sie nach dem Verlöten nicht, die Naht mit Wasser abzuspülen. Damit vermeiden Sie schädliche Auswirkungen der Säurereste am Zink.
  7. Nachdem Sie die Regenrinne zusammengefügt und an den Rinneisen fixiert haben, geht es ans Fallrohr. Markieren Sie die senkrecht angeordneten Stellen, an denen die Fallrohrschellen sitzen sollen. Bohren Sie dort Löcher für Dübel im Mauerwerk oder ohne Dübel im Holz. Der Abstand kann zwei Meter betragen, wobei die erste Schelle unmittelbar unter dem schrägen Fallrohrstück und die letzte 20 Zentimeter vor dem Rohrende sitzen soll.
  8. Schlagen oder schrauben Sie dann die Rohrschellen gleichmäßig tief ein. Das Fallrohr können Sie jederzeit korrigieren, da die Schellen von Schrauben gehalten werden.
  9. Verwenden Sie vorgefertigte Formteile zum Ableiten. Das letzte Rinnenstück hat einen Stutzen, an den Sie den ersten Bogen anstecken. Er zeigt genau in Richtung Fallrohr.
  10. Sägen Sie ein passend langes Stück Fallrohr ab, das die schräge Strecke bis zum Fallrohr überbrückt. Dort stecken Sie den zweiten Bogen auf. Fügen Sie dieses Rohr mit dem oberen Bogen zusammen und zuletzt stecken Sie den unteren Bogen in das erste Stück vom Fallrohr.
  11. Fixieren Sie das erste Stück vom Fallrohr und fahren Sie dann mit der Montage nach unten fort. Mit einem flexiblen Plastikschlauch stellen Sie am Ende die Verbindung zum Abwassersystem her, soweit vorhanden.

Hohe Gebäude benötigen einen Fachmann

  • An einem sehr hohen Gebäude ist der Aufwand für den Gerüstbau möglichweise höher, als die eigentliche Arbeit kostet. Dann sollte die Installation einer neuen Zinkdachrinne auf jeden Fall fehlerlos gelingen. Erledigen Sie die Arbeit selber, ohne genügend Praxis beim Löten zu haben, gehen Sie ein Risiko ein.
  • Vermeiden Sie dann besser die Gefahr, dass das Gerüst ein zweites Mal aufgestellt werden muss und beauftragen Sie einen Fachbetrieb.

Am Eigenheim ist es keine Schande, wenn Sie einige Probestücke versuchen, weil Ihnen die Erfahrung fehlt. Es kann nichts passieren oder kaputt gehen. Wichtig ist nur, dass das Zinn vollflächig an der Naht bindet, also nicht abperlt.

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