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Dachkonstruktionen aus Holz - so gelingen sie

Noch heute können unsere Dachkonstruktionen ihren germanisch-römischen Ursprung kaum verleugnen - sowohl das Sparrendach als auch das Pfettendach sind sichtbare Relikte des handwerklichen Geschicks unserer Vorfahren. Dabei ist es tatsächlich bewundernswert, dass diese aus Holz Dächer errichtet haben, die sich heute nach Heimwerker-Art kaum mehr einer selbst zu konstruieren traut - und das durchaus aus gutem Grund. Was müssen Sie also wissen, wenn Ihnen Dachkonstruktionen aus Holz auch tatsächlich gelingen sollen?

Die beliebteste Holzdachkonstruktion ist das Sparrendach.
Die beliebteste Holzdachkonstruktion ist das Sparrendach.

Was Sie benötigen:

  • Vierkant-/ Rundbalken
  • Architekten
  • Zimmermann/ Sägewerk

Es gibt erschiedene Typen von Dachkonstruktionen

  • Als beliebteste Dachkonstruktionstypen gelten das Sparrendach und das Kehlbalkendach. Wichtig ist dabei, dass solcherlei Konstruktionen in erster Linie für Steildächer mit Dachneigungen von um die 30 bis 60 Grad angewendet werden und sich so nicht unbedingt für jeden Bau eignen. Grundsätzlich ist das Sparrendach statisch dominiert und seine Einzelgespärre sind an sich Dreigelenkstabzüge, welche aus einem Sparrenpaar und einem Zugband aufgebaut sind.
  • Anders als das Sparrendach weist weit das Pfettendach einen statisch recht unkomplizierten Aufbau auf und besteht dabei in seinem Tragwerk aus voneinander unabhängigen Einzelelementen, sodass es sich im Grunde auf jede Dachform anwenden lässt. Vor allem solche Dächer mit abgewinkelten Grundrissen oder solche mit Gauben arbeiten bevorzugt nach Pfettendachkonstruktion.
  • Als die wohl einfachste und am leichtesten anwendbare Form des Pfettendaches gelten Pultdächer aus geneigten Sparren. Als eine weitere Möglichkeit der Pfettendachkonstruktion können bei Dachneigungen bis 35 Grad strebenlose Pfettendächer Anwendung finden, während sich für steilere Konstruktionen um die 25 bis 45 Grad abgestrebte Pfettendächer eignen.
  • Grundsätzlich haben beide Hauptdachkonstruktionsmöglichkeiten ihre Vor- und Nachteile. Wer sich für ein Sparrendach entscheidet, kann den Dachraum letztlich stützenfrei überspannen, wobei die Dachlasten direkt auf die Außenwände des Hauses abgelenkt werden. Anders als bei Pfettendächern brauchen Sie für Sparrendachkonstruktionen keine Unmengen an Holz und kommen so am Ende billiger davon. Trotzdem punktet das Pfettenfach vor allem im Bauaufwand.
  • Während die Konstruktion selbst hier recht einfach umzusetzen ist, verlangt vor allem die Aufnahme des Horizontalschubes am unteren Sparrenauflager nach allerhand Konstruktionsgeschick. Zudem sind Dachgauben wie auch Dachauschnitte am Sparrendach ab einer gewissen Größe kaum mehr zu verwirklichen. Zuletzt sollten Sie sich in Erinnerung halten, dass für winkelförmige Grundrisse oder Walmdächer die Pfettendachkonstruktion dem Sparrendach immer bevorzugt werden sollte.

Hinweise für den Dachbau aus Holz

  • Merken Sie sich grundsätzlich, dass in allen Dachkonstruktionen entweder Vierkant- oder Rundbalken zum Einsatz kommen. Für Ihre Wahl kann hier entscheidend sein, dass runde Balken deutlich teurer sind als vierkantige, weil sie in ihrer Verarbeitung aufwendiger sein sollen. Dazu müssen Sie gleichzeitig die Wahl zwischen verleimten Dachbalken und günstigem Vollholz treffen.
  • Dabei ist wegen des Risikos von chemischer Veränderung durch klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit und daraus resultierende Schädigungen des Holzes durch Pilz zu beachten, dass verleimte Balken nach einer gewissen Zeit auseinanderfallen können, wenn sie nicht regelmäßig geprüft werden.
  • Neben der Wahl von Form müssen Sie sich zudem mit der Auswahl einer geeigneten Holzart beschäftigen, die vor allem mit der Statik der Konstruktion zusammenhängt. Die Tragfähigkeiten sind dabei nicht für alle Holzarten gleich, sodass die Biegefestigkeit von günstiger Fichte wie auch Kiefer die aller anderen Hölzer übertrifft, während deutlich teurere Hölzer wie Lärche und Western Red Cedar nicht unbedingt geeignet sind.
  • Doch nicht nur die Holzart spielt für die Statik eine Rolle. Tatsächlich müssen abhängig von Dach- sowie Windlast die Balkenquerschnitte kleiner oder größer angesetzt werden, wobei die Sparrenanordnung dazu enger oder weitläufiger ausfällt. Solche Berechnungen haben nicht nur Einfluss auf die Holzmenge, die für die Konstruktion benötigt wird - sie bestimmen zudem, ob Ihnen beim nächsten Sturm nicht die Decke auf den Kopf fällt. Deshalb sollte die Statik immer von einem Architekten geplant werden.
  • Für den Bau selbst ist es grundlegend, die Balken bei einem Sparrendach von Traufe bis First freitragend anzuordnen, während sie bei einer Pfettendachkonstruktion von zwei oder mehreren Mittelpfetten gestützt werden sollten, was erneut von Berechnungen zur Statik abhängig ist.
  • Je mehr Dachneigung vorhanden ist, desto wahrscheinlicher können Sie schließlich auf eine Mittelpfette verzichten. Dazu entscheiden die statischen Berechnungen, ob die Fußpfette nichts weiter als ein längerer Blockbalken der oberen Wandaufbaulage sein darf oder sie sich doch durch stärkere Dimension auszeichnen muss.

Letztlich gilt es, Ihnen klar davon abzuraten, eine Dachkonstruktion aus Holz einfach selbst durchzuführen. Schon alleine die Handhabung des Abbunds kann zum Problem werden - jede Dachkonstruktion setzt komplizierte Schnitte und Bohrungen voraus, die generell entweder durch Zimmermann vor Ort oder werkseitig vorbereitet werden. Und wenn Sie sowie so schon einen Architekten und einen Handwerker brauchen, sollten Sie sich überlegen, ob es nicht gleich geschickter ist, die Dachkonstruktion komplett in Profihände abzugeben.

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