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Dachbegrünung für Garage - so entsteht eine grüne Oase

Gut gedeihende Dachbegrünung macht jedes triste Flachdach zu einem Hingucker. Mit etwas Geschick zaubern Sie im Handumdrehen eine grüne Oase.

Pflanzen machen jedes Dach zu einem Hingucker.
Pflanzen machen jedes Dach zu einem Hingucker.

Ein Stück Natur auf Ihrer Garage

Dachbegrünung kann zwar auch auf anderen Dachformen stattfinden, in ihrer einfachsten Form eignet sie sich aber nur für Flachdächer.

  • Das macht das Gründach vor allem für die Garage zu einer geeigneten Planungsidee. Die Neigung Ihres Daches sollte zwischen null und fünf Prozent liegen, damit die Umsetzung stattfinden kann.
  • Ob Sie Ihr Garagendach von vornherein als Grünfläche planen oder nachträglich begrünen, spielt kaum eine Rolle. Das Dach sollte vor der Begrünung allerdings dicht und besenrein sein.
  • Was das Vorgehen betrifft, haben Sie verschiedene Optionen. Eine ausrollbare Vegetationsmatte auf vorbereitetem Untergrund erspart Ihnen später zum Beispiel die Aussaat, denn Pflanzen sind darauf schon enthalten. Auch mit einem "Garagenpaket" zur Dachbegrünung gelingt Ihnen als Laie in der Regel die Umsetzung des Vorhabens.
  • Gründächer bestehen meist aus mehreren Schichten. Auf eine Schutzfolie für Dachabdichtung und Wurzelstopp folgt eine Drainageschicht zur Entwässerung. Über der Drainageschicht liegt ein Filtervlies, auf das Substrat aufgeschüttet wird. Erst in diesem Substrat wurzeln die Pflanzen.
  • Jedes Gründach ist für die Garage daher eine hohe Last, denn Erde, Pflanzen und Niederschlag bringen ein hohes Gewicht auf die Waage. Deswegen sollte Ihr Dach pro Quadratmeter mindestens eine zusätzliche Tragfähigkeit von bislang unausgeschöpften 120 Kilogramm bieten. Lassen Sie die Tragfähigkeit von einem Statiker abklären, um weder die Konstruktion noch sich selbst zu gefährden.

Dachbegrünung verbessert das Stadtklima

Sobald die statische Frage geklärt ist, machen Sie sich näher mit dem Thema Dachbegrünung vertraut. Welche Vorteile können Sie zum Beispiel erwarten?

  • Ein zeitgemäßer Vorteil zuerst: Urban Gardening liegt im Trend. Ein städtisches Umfeld schließt Hobbygärtnertätigkeiten schon längst nicht mehr aus. Das Stadtklima verbessert sich durch den Einzug des Grünen, denn Pflanzen betreiben mit CO2 bekanntlichermaßen Photosynthese. Auch der Dachgarten kann in dieser Hinsicht punkten. Zusätzlich bietet er einen relativ geschützten Lebensraum für kleine Tiere und gleicht so für die Tierwelt ein Stück Verstädterung aus.
  • Ihnen als Dachbegrüner bietet ein Dachgarten den Vorteil des Garagen- oder Carportschutzes. Wettereinflüsse treffen nicht mehr direkt auf das Baumaterial, was dessen Lebensdauer verlängert. Niederschlag absorbiert die Grünfläche auf dem Dach größtenteils sogar und lässt die Flüssigkeit teilweise verdunsten. Das entlastet die städtische Entwässerung und wird in einigen Gemeinden mit einer Abwasserbeitragssenkung belohnt.
  • Zusätzlich haben Dachgärten auch dekorative Eigenschaften. Niemand sieht gerne aus dem Fenster im Obergeschoss, um den Blick über fade Dachpappebahnen gleiten zu lassen. Beete, Rasen oder sogar Sträucher schmeicheln dem Auge da schon eher. Ihnen kann dieser Ausblick sogar mitten in der Großstadt ein natürliches und entspanntes Gefühl vermitteln.

Nicht zu unterschätzen ist der Arbeitsaufwand für das Gründach

Wie alles im Leben bietet auch die Dachbegrünung nicht nur Vorteile.

  • Jeder Garten benötigt Pflege. Das gilt auch für den Dachgarten: Schon das  Anlegen ist aufwendig. Damit ist es aber längst nicht getan. In Zukunft müssen Sie das Dach zum Beispiel regelmäßig auf Baumkeimlinge untersuchen. Sie könnten nämlich die Schutzfolie durchdringen, Schäden am Dach hinterlassen und zu Instabilität führen.
  • Neben der anfallenden Arbeitszeit kann auch der eigentliche Vorteil "Tierlebensraum" unter Umständen zum Nachteil werden. Dachbegrünungen können Schädlinge anlocken, die durch offene Fenster im Obergeschoss sogar leicht ins Haus gelangen könnten.
  • Trotz des Wetterschutzes, den die Dachbegrünung für das Baumaterial leistet, ist es selbst vor Extremwetterlagen nicht sicher. Extremer und anhaltender Niederschlag kann das Substrat vom Dach waschen und die Fassade eventuell verschmutzen. Starker Sturm könnte außerdem Pflanzenteile von der ungeschützten Fläche wehen und Kieselemente zur fliegenden Gefahr machen.

Wenn Sie im Bewusstsein der Vor- und Nachteile noch immer an der Dachbegrünung interessiert sind, benötigen Sie zur Realisierung nur noch das passende Material und etwas Zeit.

Der Unterbau für das Gründach muss dicht sein

Ihr "Garagenpaket" zur Dachbegrünung sollte Wurzelschutzfolie, Drainageplatten und Schutz- sowie Filtervlies enthalten. Einen Kontrollschacht mit Deckel für den Dachablauf, Cuttermesser, Rechen, Eimer und Gießkanne benötigen Sie ebenfalls. Um das Dach zu füllen, brauchen Sie außerdem Substrat (etwa 70 Liter pro Quadratmeter) und Kies für die Randstreifen. Eine Samenmischung für Gründächer kann ebenso hilfreich sein, wie Sedumsprossen oder Jungpflanzen.

  • Vorsicht bei allen Arbeitsschritten auf der Dachabdichtung oder der Wurzelschutzfolie. Sie könnten hierauf Beschädigungen initiieren, die zu Undichtigkeiten führen. Lassen Sie aus demselben Grund niemals Gegenstände unbeaufsichtigt auf den Abdeckungen liegen.
  • Die voll ausgebreitete Wurzelschutzfolie und alle anderen Abdeckungen lassen Sie gleichmäßig über die Dachränder hängen. Falls Sie mehrere Folien verwenden müssen, denken Sie daran, Überlappungen von etwa 1,50 Metern einzuhalten.
  • Legen Sie alle Folien, wie auch das Vlies faltenfrei. Sie sollten außerdem so auf der Fläche unterkommen, dass Sie sie am Rand an der umlaufenden Dacheinfassung hochführen können. 
  • Aus allen Abdeckungen unbedingt eine Öffnung für den Dachabfluss herausschneiden. Achtung beim Schneiden, denn das Loch sollte exakt der Öffnungsweite des Ablaufs entsprechen.
  • Bei den Drainageplatten immer die richtige Seite nach oben legen. Die Entwässerungsschlitze geben darüber Aufschluss. Vorsicht auch mit Abständen. Die Platten sollten seitlich ein paar Zentimeter aufeinander liegen.
  • Schütten Sie am Ablauf Kies auf, um in die Ablauföffnung den Kontrollschacht zu setzen. An den Dachseiten kann eine mehrere Zentimeter hohe Dacheinfassung aufgezogen werden, die Kies und Substrat später sichert.
  • Arbeiten Sie bei der Errichtung des Unterbaus immer gewissenhaft und prüfen Sie auf Dichtigkeit. Bevor Sie das Substrat aufschütten und mit dem Rechen gleichmäßig verteilen, muss alles passen.

Extensive Bepflanzung mit vielen Gesichtern

Substrat gibt es als Intensiv- und Extensivsubstrat. Das Letztere ist empfehlenswerter, da es Wasser speichert und einen relativ pflegeleichten Dachgarten vorbereitet. Anspruchslose und trotzdem schöne Pflanzen sind das Herzstück dieser Begrünung. Aber Vorsicht: Der ideale Pflanzzeitpunkt liegt zwischen April und Juli. Früher ist es zu kalt, später dagegen zu heiß.

  • Sedumpflanzen sind dickblättrige Wasserspeicher und eignen sich für die Dachbegrünung mit wenig Pflegeaufwand ideal. Sie lassen sich auf dem Dach gut mit ebenso pflegeleichten Stauden kombinieren. Eine Option mit vielerlei Gesichtern sind Flachballenstauden, die zu homogenen Flächen zusammenwachsen.
  • Das Gründach oder ein Teil davon lässt sich aber auch als Kräuterbeet anlegen. Allerdings sind nicht alle Kräuter dazu geeignet. Beschränken Sie sich deshalb auf robuste Kräuter, die direkte Sonneneinstrahlung vertragen. Schnittlauch lässt sich auf dem Dach beispielsweise optimal ziehen. Seine lila Blüte ist ein besonderer Hingucker.
  • Kombinieren Sie Gewürz-, Stauden- und Sedumsbepflanzung ruhig miteinander, denn ein homogen bepflanztes Dach wirkt fad. Über Pflanzstraßen oder unterschiedliche Areale erhalten Sie eine interessantere Form.
  • Zum Bepflanzen können Sie kleine Pflanzen mit Ballen setzen. Sie können aber auch selbst aussäen oder Sprossen streuen, die dann wurzeln und verwachsen. Für alle Arten gilt: Nach dem Pflanzen gründlich wässern, bis das Wasser in den Ablauf läuft. Achten Sie auch während der Folgewochen auf gute Durchfeuchtung des Substrats.

Sie sind mit diesem Plan zur Dachbepflanzung dementsprechend einige Wochen beschäftigt. Auch an Kosten werden Sie nicht sparen können, denn schon der Rat eines Statikers beläuft sich auf einen satten Preis im dreistelligen Bereich. Die restlichen Arbeiten können Sie zumindest selbst erledigen. Im nächsten Jahr werden Sie dafür mit einer schönen Aussicht aus dem Obergeschoss belohnt und zudem profitieren neben Ihnen auch Tiere sowie Stadtklima von Ihren Anstrengungen. Das Vorhaben Dachgarten hat sich damit trotz Zeitaufwand und Kosten gelohnt.

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