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Computerspielsucht - wie Sie helfen können

Schätzungsweise sind aktuell über 600.000 junge Menschen in der Computerspielsucht gefangen. Vor allen Dingen Jungen geraten 10-mal häufiger in Computerspielsucht als Mädchen. Doch was ist das richtige Maß und vor allen Dingen wie kann man helfen? Wie kann man Computerspielsucht in den Griff bekommen, wenn der Betroffene bereits das 18. Lebensjahr überschritten hat und man ihn nach Meinung der Pädagogen nicht mehr erziehen kann? Denn schließlich können Sie ihn nicht mehr rund um die Uhr kontrollieren und sämtliche Gebote und Verbote erweisen sich als sinnlos.

Computerspielsucht ist ein Erziehungsproblem.
Computerspielsucht ist ein Erziehungsproblem.

Trotz Computerspielsucht die Ruhe bewahren

  • Natürlich sitzt der Schock erst einmal tief, wenn man feststellt, dass ein Angehöriger in der Computerspielsucht gefangen ist. Dieser Mensch hat so viele Begabungen mit auf den Lebensweg bekommen und nun ist er dabei alles zu vergeuden, indem er sich in die Traumwelt von Computerspielen flüchtet und die sozialen Kontakte immer weniger werden. Versuchen Sie trotzdem Ruhe zu bewahren. Der Betroffene darf zu keinem Zeitpunkt unter Druck gesetzt werden.
  • Eine Möglichkeit zu helfen ist es, sich mit dem Betroffenen zusammenzusetzen und sich für die Computerspiele zu interessieren. Lassen Sie sich von ihm das Spiel erklären und fangen Sie an Fragen zu stellen.
  • Fragen Sie was ihn an diesem Spiel begeistert. Warum verbringt er so viel Zeit am PC, anstatt sich wie früher mit Freunden zu treffen? Oft wurde Computerspielsucht durch einen Misserfolg ausgelöst. Sie können also helfen, indem Sie herauszufinden, wie die Computerspielsucht ausgelöst wurde.

Wie man als Außenstehender dem Süchtigen helfen kann

  • Computerspielsucht ist ein Erziehungsproblem. Dies meinen zumindest Experten. Versuchen Sie also nicht die Verantwortung zu delegieren, sondern stellen Sie sich dieser. Wenn es sich bei dem Betroffenen um Ihr Kind handelt, sollten Sie analysieren was Sie als Eltern falsch gemacht haben? Sucht hat oft ihren Ursprung in einem Bedürfnis, welches nicht befriedigt wurde. Wie sind Sie damit umgegangenen, wenn Ihr Kind ein Bedürfnis äußerte? Wurde dies ernst genommen oder wurden immer wieder abgelehnt. Natürlich kann man nicht alle Bedürfnisse des Kindes erfüllen, aber man kann ihm signalisieren, dass man diese erst nimmt.
  • Aus diesem Grunde ist es falsch die Computerspielsucht zu verurteilen. Wenn Sie den Betroffenen mit dieser Tatsache konfrontieren, wird er wahrscheinlich argumentieren, dass er doch nur seinem Hobby nachgeht. Es hat ebenfalls nur wenig Sinn, den Computer wegzusperren. Wie bei jeder anderen Sucht, wird er Mittel und Wege finden, seine Computerspielsucht auf einem anderen Weg zu befriedigen. Endlose Diskussionen sind ebenfalls sinnlos.
  • Eine wirkliche Hilfe wäre es, professionelle Hilfe anzunehmen, indem Sie z. B. Kontakt zum Jugendamt aufnehmen und sich dort bezüglich der Situation beraten lassen. Eine Suchtberatungsstelle kann nur wenig helfen. Denn aus den oben genannten Gründen fällt Computerspielsucht immer noch in den Bereich der Erziehungsberatung.

Wie Sie bei Computerspielsucht noch helfen können

  • Machen Sie in der Beziehung zu dem Betroffenen einen Neuanfang. Dieser könnte so aussehen, dass Sie ihm das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein. Vermitteln Sie ihm, dass Sie erkannt haben, dass Sie in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Nennen Sie Ihre Fehler konkret beim Namen.
  • Sagen Sie ihm, dass Sie zu ihm stehen und ihn wo auch immer unterstützen werden. Sie helfen dem Betroffenen also, indem Sie ihm signalisieren, dass er keinen Grund hat, sich weiterhin in die Traumwelten vom Computerspielen zu flüchten. Weitere konkrete Schritte wie Sie helfen können, sollten Sie allerdings mit einem Fachmann für Erziehungsfragen absprechen.
  • Da der Computer heutzutage aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, ist Computerspielsucht nicht heilbar. Es wird nie zu einer vollständigen Abstinenz kommen. Hinzu kommt, dass man bei Computerspielsucht nicht wie bei Alkohol- oder Drogenabhängigkeit Medikamente einsetzen kann, da es sich um keine stoffliche Abhängigkeit handelt.   
  • Und dennoch haben Menschen einen Ausweg aus der Computerspielsucht gefunden. In der Regel handelt es sich hier um Leute, welche Ihre Computerspielsucht selbst erkannt haben und von sich aus die Entscheidung getroffen haben, auszusteigen. Zwar gibt es Therapien gegen Computerspielsucht. Da aber die Krankenkassen die Diagnose „Computerspielsucht“ noch nicht anerkannt haben, müssen die Kosten für eine solche Therapie selbst finanziert werden. Hier können Sie helfen, indem Sie sich an den Kosten beteiligen.
  • Die Initiative muss allerdings vom Betroffenen kommen. Im Idealfall kümmert sich der Betroffene selbst um eine Therapie. Auf diese Weise lernt er Verantwortung für seine Computersucht zu übernehmen. Außerdem lernt er, dass er in der Lage ist Probleme selbst in die Hand zu nehmen und erfolgreich zu bewältigen. Dies wird ihm auch in Zukunft Mut und Selbstvertrauen geben.
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