- 12.08.2011 Claudia Fürst
Computerentzug aussprechen, wenn Regeln nicht befolgt wurden
Damit eine Strafe sinnvoll ist und Wirkung zeigen kann, muss sie immer in direktem Zusammenhang mit der verbotenen "Tat" stehen. Hier ist von Eltern oft Fantasie gefragt, denn immer wieder Computerverbot als Bestrafung für alles mögliche auszusprechen, wird das Verhalten von Kindern nicht ändern und zu keinem Erfolg führen.
- Zunächst einmal sollten Sie genau darauf achten, welche Spiele Ihre Kinder am PC spielen. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass das Kind nur zu solchen Spielen Zugang hat, die Sie selbst gekauft haben. Kinder sind fantasiereich und so ist es möglich, dass sie "verbotene" Spiele untereinander austauschen. Ein solches Verhalten sollte zunächst eine Diskussion über das verbotene Spiel sowie das Thema Vertrauen zur Folge haben. Bei mangelnder Einsicht oder Wiederholung des falschen Verhaltens kann ein Computerentzug durchaus angemessen sein.
- Bei der Nutzung des Internets sollten Sie als Eltern strenge Regeln aussprechen und diese begründen. "Gib keinen fremden Menschen Persönliches bekannt.." wird nur dann von Kindern und Jugendlichen verstanden, wenn sie über die Gründe aufgeklärt werden, und über die Gefahren bei Nichtbeachtung bescheid wissen.
- Kinder und Jugendliche sind im Netz großen Gefahren durch pädophil veranlagte Personen ausgesetzt. Hier muss eine adäquate Aufklärung erfolgen, zu der auch Erfahrungsberichte schon Betroffener herangezogen werden können. Zeitungen und Fernsehsendungen veröffentlichen immer wieder diese schlimmen Geschichten, die zur Abschreckung dienen können.
- Kinder können im Internet nicht nur Opfer von Mobbing, sondern durchaus auch Täter sein. Wenn Sie Kenntnis davon erlangen, dass sich Ihr Kind einer solchen Tätergruppe angeschlossen hat, sollten Sie die Angelegenheit nicht einfach durch einen Computerentzug auf sich beruhen lassen. Das sofortige Beenden des Kontaktes zu den anderen Tätern und eine ehrliche Entschuldigung beim Opfer sollten folgen. Darüber hinaus sollten Sie dem Kind oder dem Jugendlichen die Aufgabe stellen, einen sehr langen Aufsatz zu verfassen, der das Thema genauestens beleuchtet.
- Sollten Sie den Eindruck haben, dass ein Leistungsabfall in der Schule auf zu viel Computerzeit zurückzuführen ist, ist es nicht sinnvoll einen Computerentzug auszusprechen und sich darauf zu verlassen, dass die Leistungen wieder besser werden. Reduzieren Sie die Computerzeit auf ein angemessenes Maß und unterstützen Sie das Kind auf seinem Weg zu seinem normalen Leistungsstand.
Setzen Sie Vertrauen in Ihr Kind und pflegen Sie ein freundschaftliches Verhältnis. Nur dann nehmen Kinder Ihre Verbote und Regeln ernst weil ihnen bewusst ist, dass ein starker Erwachsener Erfahrungen hat, die im jungen Alter einfach noch fehlen.