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Chilibaum - Pflege

Der aus Mittel- und Südamerika stammende Chilibaum, dessen Früchte übrigens Abkömmlinge der Beeren sind, zählt zu den Nachtschattengewächsen. Als eine äußerst dekorative Pflanze erfreut sich der, in seiner Urform seit ca. 9000 Jahren bekannte Chilibaum wachsender Beliebtheit: Die Blüten der lateinamerikanischen Pflanze bezaubern mit einer Palette an Farben - von weiß bis hin zu dunkelviolett, die Facetten des Fruchtstandes reichen von elfenbeinfarben und gelb über rot, purpurrot und violett. Um an diesen wunderschönen Pflanzen lange Freude zu haben, sollten Sie sich darüber informieren, welche Voraussetzungen für gutes Gedeihen des Chilibaumes zu beachten sind.

Ein Chilibaum - dekorativ und vielseitig als Zier-, Nutz- und Heilpflanze.
Ein Chilibaum - dekorativ und vielseitig als Zier-, Nutz- und Heilpflanze.

So gedeiht Ihr Chilibaum

  • Chilibäume benötigen viel Licht - täglich ca. 14 Stunden - und sehr viel Wärme, deshalb sollten Sie einen sonnigen Platz, möglichst mit Süd-, Südwest oder Westrichtung wählen.
  • Wenn Sie Ihren Chilibaum im Sommer im Freien halten, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass die Temperatur - vor allem im Frühjahr und Herbst - nicht unter 5°Celsius absinkt!
  • In Innenräumen ist ein Standort im Wohnzimmer oder Wintergarten empfehlenswert. Hier hat die Pflanze die benötigte Wärme. Falls die Lichtverhältnisse (auch Jahreszeiten abhängig) nicht so ideal sind, können Sie mit künstlicher Beleuchtung (Pflanzenlampe aus dem Gartenfachmarkt, eine normale Leuchtstoffröhre ist nicht ausreichend!) für ausreichend Licht sorgen.
  • Der Chilibaum hat seinen Ursprung in den südamerikanischen Tropen, in denen es täglich regnet! In Folge dessen haben Chilipflanzen einen großen Wasserbedarf - 2x wöchentlich sollten Sie mindestens gießen (wenn möglich Regenwasser), während warmer Perioden entsprechend öfter! Prüfen Sie die Erdfeuchtigkeit regelmäßig, denn während der Blüte und der Fruchtbildung benötigt die Pflanze mehr Wasser als gewöhnlich.
  • Tropenklima ist bekannt für hohe Luftfeuchtigkeit - in unseren Breitengraden muss diese durch Besprühen der Pflanzen ersetzt werden. Benetzen Sie am Abend, wenn keine direkte Sonnenbestrahlung mehr erfolgt, die Pflanze mit einem Wassernebel (kein hartes Wasser! Regenwasser oder destilliertes Wasser) - die Pflanze liebt diese Luftfeuchtigkeit, außerdem verhindern Sie dadurch wirksam das Auftreten von Spinnmilben.
  • Ihr Chilibaum benötigt sehr viele Nährstoffe, unter anderem Stickstoff für ein gesundes Blatt- und Wurzelwachstum sowie Phosphor, Kalium, Mineralien und Spurenelemente für die Fruchtentwicklung. Der Handel führt keinen speziellen Chilidünger, da Chili aber zur Familie der „Solanaceae“ (Tomaten und Paprika) zählt, finden Sie alle wichtigen Nährstoffe in handelsüblichem Tomatendünger. Sie können ihn bedenkenlos einsetzen, wenn Sie Ihre Pflanzen im Topf halten. Fügen Sie dem Gießwasser 14tägig 2-3g Dünger pro Liter zu - bei Beginn der Blüte und während der Fruchtentwicklung düngen Sie 1x wöchentlich. Kübelpflanzen düngen Sie idealerweise mit Langzeitdünger - dieser, meist in Stäbchenform erhältliche Dünger vereint eine ausgewogenen Mischung aller Nährstoffe in sich und gibt über einen längeren Zeitraum kontinuierlich die benötigten Stoffe an die Pflanze ab.
  • Überwintern Sie Ihr Chilibäumchen auf jeden Fall in der Wohnung! Hierbei sollten Sie darauf achten, dass die Temperatur nie niedriger als 10°Celsius beträgt. Suchen Sie einen sehr hellen Standort und sorgen Sie durch Besprühen für regelmäßige Luftfeuchtigkeit. Dies ist sehr wichtig, da trockene Luft den Ungezieferbefall begünstigt - kontrollieren Sie deshalb die Pflanze auch regelmäßig auf Ungeziefer wie Spinnmilben und Blattläuse. Auch Erdfeuchtigkeit bietet den Tierchen einen guten Nährboden, deshalb gießen Sie äußerst sparsam!
  • Ende Februar schneiden Sie die erfolgreich überwinterte Pflanze bis auf den 1. Knoten nach der Verzweigung zurück und entfernen die welken bzw. gelben Blätter. Anschließend pflanzen Sie das zurück geschnittene Chilibäumchen in einen etwas größeren Topf und stellen es an den wärmsten und hellsten Ort im Haus, bis sich die Außentemperaturen für einen Freilandaufenthalt stabilisiert haben.
  • Der Chilibaum, den übrigens Christoph Kolumbus mit nach Europa brachte, verzaubert mit seinen wunderschönen Blüten, aber auch die Früchte, die je nach Sorte in den unterschiedlichsten Farben brillieren, sind, besonders bei Feinschmeckern, heiß begehrt: Es gibt hunderte Sorten von „Capsicum“ (Chili), ca. 350 Sorten zählen zu den bekanntesten.
  • Ihre Schärfe verdankt die Chili dem Wirkstoff „Capsaicin“, der nach „Scoville“ eingeteilt wird. Je nach Sorte reicht die Einteilung des Schärfegrades von 0 - 300.000 - was bedeutet: Eine „Habanero“ mit diesem Wert müsste mit dem 300.000-fachen an Wasser verdünnt werden, um die Schärfe zu neutralisieren.
  • Dieser natürlichen Schärfe bedient sich übrigens auch die Medizin: so werden Mittel zur Schmerzlinderung, gegen Rheuma (heiße Pflaster), Neuralgien und Schuppenflechte, aber auch Halspastillen und -bonbons unter Verwendung des Wirkstoffs „Capsaicin“ hergestellt.
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