Das unterhaltsame und bei aller Spannung ausgesprochen witzige Buch zeigt die Perspektive eines Jugendlichen, der weder mit sich noch mit seiner Welt im Reinen ist. Das Buch wird wegen seiner Thematik - der Selbstfindung von Jugendlichen - oft verglichen mit „Huckleberry Finn“ oder „Der Fänger im Roggen“.

Charakterisierung der Figuren in Tschick

Die Charakterisierung der Isa kann nicht ohne Zusammenhang mit den anderen Figuren des Romans geschehen:

  • Maik Klingenberg, 14 Jahre alt, gilt als langweiliger Außenseiter in der Klasse. Er hat eine alkoholkranke Mutter, wird als „Psycho“ angesehen und ist unglücklich in die Klassenqueen Tatjana verliebt. Aus seiner Perspektive wird die Geschichte erzählt.
  • Tschick ist ein Spätaussiedler aus Russland, manchmal betrunken, schweigsam und ebenfalls ein Außenseiter. Er ist mutig, beherzt und einfallsreich und hat auch keine Probleme damit, ein Auto zu stehlen und ohne Führerschein zu fahren. Wie sich zeigt, ist er schwul und in Tschick verliebt.
  • Tatjana ist hübsch und herzlos, der Schwarm und Mittelpunkt der Klasse.

Wer ist Isa?

Isa ist wie Maik und Tschick eine Außenseiterin. Sie ist geradezu das Gegenbild zu Tatjana: dreckig, ja sogar stinkend (eine Ungeheuerlichkeit, wenn man das traditionelle Mädchenbild in Betracht zieht) und offenbar ist sie noch nicht einmal hübsch: Sie hat wulstige Lippen (wollte der Schriftsteller sie als schön bezeichnen, würde er sagen: „volle Lippen“) und eine platte Nase, sie ist laut und kann klettern wie ein Tier - und sie ist frech. Immer wieder stößt sie die beiden Jungen mit beleidigenden Äußerungen vor den Kopf. Sie hat keine Scheu, sich nackt auszuziehen, um sich im See zu waschen. Dabei entdeckt Maik, wie schön sie ist. Maik und Isa gestehen sich ihre gegenseitige Zuneigung. Isa aber verfolgt ihr eigenes Ziel weiter und trennt sich von Maik und Tschick. Sie hält dennoch Wort: Später schreibt sie Maik, verspricht, ihn zu besuchen und das geliehene Geld und die versäumte Liebe zurückzugeben.

Die Charakterisierung der Isa besteht also einerseits darin, dass sie das Gegenbild zu Tatjana und zu einem „typischen Mädchen“ ist, aber zugleich - und im Gegensatz zu ihrem äußeren Auftreten - Selbstbewusstsein und innere Werte verkörpert, die Maik Halt und Orientierung geben. Wenn Maik am Ende sogar in der Lage ist, mit seiner Mutter Möbel in den Pool zu werfen, dann hat Isa an dieser souveränen Verhaltensweise möglicherweise ihren Anteil: Sie hat Maik gezeigt, das man würdevoll und unangepasst seinen eigenen Weg gehen kann.