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Camouflage selber machen - Make-up und Kleidung

Tarnen und Täuschen - das ist schon lange nicht mehr ausschließlich für das Militär interessant. Ob für die Schnitzeljagd, zum Waldlauf, als Mode oder nur zum Spaß: Camouflage ist immer im Trend. Und Kleidung und Make-up der Camouflage kann man wunderbar selber machen.

Die Natur ist in Sachen Camouflage selber machen das beste Vorbild.
Die Natur ist in Sachen Camouflage selber machen das beste Vorbild.

Was Sie benötigen:

  • Schlamm
  • Kohle/ Asche (Korken)
  • Lehm/ Mehl
  • alte Klamotten (z.B. Overall)
  • Katzen-/ Fischernetz
  • festes Garn/ Nylonschnur
  • Stoffstreifen (alte Lumpen etc.)
  • Jute (Kartoffelsack)
  • Bast, Naturschnur
  • Textilfarbe

Grundsätzliches zur Camouflage

  • Ganz nach dem Vorbild der Natur geht es bei der Camouflage darum, möglichst unbemerkt zu bleiben. Optisch gesehen heißt das, Sie müssen mit Ihrem Hintergrund verschmelzen.
  • Gesehen werden vom menschlichen Auge besonders Umrisse, vor allem das Verhältnis Körper zu Kopf. Daher sollten Sie immer versuchen, mit der Kleidung die menschliche Form zu kaschieren.
  • Ebenso wichtig ist natürlich die Farbe bei Kleidung und Gesichtstarnung. Dabei kommt es ganz darauf an, in welchem Gelände Sie unterwegs sind. Wald und Wiese verlangen eine andere Tarnung als z.B. Steppe, Steinbruch oder Winterlandschaft.
  • Achten Sie außerdem darauf, Dinge wie Brillen, Kameras, Ferngläser und alles andere, was Licht reflektiert gut zu verbergen. So verraten Sie nicht Ihren Standort.

Das richtige Make-up zum Tarnen

  • Das menschliche Auge ist besonders darauf trainiert, Gesichter zu erkennen. Da nützt die beste Tarnkleidung nichts. Das sollten Sie bei Ihrem Make-up unbedingt beachten.
  • Je nach dem, um welches Gelände es sich handelt, passen Sie auch das Make-up an. Für den Wald eignen sich Grün- und Brauntöne, für Steinbruch und Steppe eher helle, kalkige Farben.
  • Camouflage-Make-up lässt sich selbst herstellen. Am besten dafür ist echter Schlamm. Billig, einfach aufzutragen und immer zur Hand. Einfach etwas Erde mit Wasser mischen.
  • Genau so gut eignen sich für dunkle Tarnung Kohle oder Asche. Für unterwegs ist die Korkenmethode ganz gut. Den Korken kurz ankokeln und damit über das Gesicht fahren.
  • Hellere Tarnung bekommen Sie mit einer Mischung aus Lehm und Wasser oder einfachem Haushaltsmehl. (Auch für die Haare!)
  • Sehr empfehlenswert ist es dunkle und helle Farbtöne zu mischen, weil Sie so auch die typische Gesichtsform kaschieren. Und vergessen Sie nicht, Ohren, Nacken und Hals zu tarnen.
  • Verfremden Sie die natürliche Gesichtsschattierung, das heißt: Nase, Kinn und Wangenknochen sind in der Regel heller, da weiter vorne. Sie werden also dunkler geschminkt. Die Augen liegen meist im Schatten, werden also heller geschminkt.
  • Am besten Sie kombinieren Ihr Make-up noch mit Masken, Tarnschals oder -tüchern. So verschwimmt auch die typische Gesichts- und Kopfform und Hals und Nacken sind verdeckt.

Camouflage-Kleidung selber herstellen

  • Auch bei der Tarnkleidung gilt: sie sollte an die Umgebung angepasst werden. Achten Sie aber auch darauf, dass z.B. ein Wald im Frühling anders aussieht als im Herbst.
  • Die Camouflage sollte die Umrisse kaschieren. Darum verwenden Sie keine enganliegende Kleidung.
  • Wichtig ist, dass Ihre Camouflage nicht einfarbig ist. Nirgends in der Natur findet sich eine einfarbige Fläche. Mit Textilfarbe und Spraydosen können Sie verschiedene Farben und Muster auftragen.
  • Am besten eignen sich alte, ausgeleierte Hosen und Pullis oder ein ausgewaschener Overall in natürlichen Erd- oder Grüntönen. Ziehen Sie die Klamotten durch Schlamm und über Steine, um sie noch abgenutzter werden zu lassen.
  • Vergessen Sie nicht, auch Ihre Schuhe gut zu tarnen (ein Schlamm- oder Staubbad ist dafür prima). Für die Hände nehmen Sie am besten ebenfalls Make-up, lange Ärmel und gegebenenfalls Handschuhe.

Ghillie Suit zur Camouflage

  • Die beste Möglichkeit zur Tarnung ist ein Tarnanzug, der sogenannte Ghillie Suit. Er besteht aus verschiedenfarbigen Stoffstreifen, die auf einem an der Kleidung angebrachtem Netz aufgenäht sind und beliebig angeordnet werden können. Die Streifen lassen die Form und somit den Umriss des Körpers verschwimmen.
  • Nähen Sie mit festem Garn oder Nylonschnur Netzstücke (z.B. Katzen- oder Fischernetz) auf alle Flächen Ihrer Kleidung, also Rücken, Front, Oberschenkel, Schultern und so weiter.
  • An den Maschen des Netzes können Sie nun verschiedenfarbige, ca. 20 cm lange Stoffstreifen (alte Klamotten, Lappen usw.) anbringen. Um verschiedene Farbtöne zu bekommen, können Sie z.B. braune und grüne Textilfarbe in verschiedener Konzentration verwenden. So erhalten Sie viele Abstufungen und eine dementsprechend bessere Camouflage.
  • Zwischen den Stoffstreifen können Sie auch Bast, Hanfschnur und Jutefasern befestigen. Die Jutefasern können Sie z.B. aus alten Kartoffelsäcken herauslösen und färben. Bündelweise an das Netz geknotet oder geknüpft, lockert das den Ghillie Suit stark auf und verwischt die Konturen noch besser.
  • An Nylonschnur befestigt lassen sich solche Stoffstreifen und Naturfasern auch hervorragend zur Tarnung von Schuhen und Ausrüstung (z.B. Rucksäcken) verwenden. Sie können damit auch Ihre Kapuze, Tücher oder einen Schal in Camouflage verwandeln.

Denken Sie aber immer daran: auch die beste Camouflage macht nicht unsichtbar! Und so manch einer will damit vermutlich ja auch eigentlich viel mehr gesehen werden.

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